Zinssorgen belasten Gold
: Warum fällt der Goldpreis heute? - Das steckt dahinter

Der Goldpreis fällt trotz der Eskalation im Nahen Osten auf den niedrigsten Stand seit dem 14. Oktober. Steigende Ölpreise, Inflationssorgen und die Zinserwartungen in den USA belasten das Edelmetall weiter.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
Der Goldpreis steigt wieder über 5.000 US-Dollar. Erfahren Sie, welche Faktoren den Kurs des Edelmetalls nach einer turbulenten Phase beflügelt haben.

Warum fällt der Goldpreis? Steigende Ölpreise, Inflationssorgen und US-Zinserwartungen belasten Gold trotz der Eskalation im Nahen Osten.

Volodymyr TVERDOKHLIB / Shutterstock.com

Am Donnerstagmorgen gab der Goldpreis spürbar nach und sank auf 4066 US-Dollar je Feinunze. Obwohl Gold in geopolitischen Krisenzeiten als sicherer Hafen gilt, kann das Edelmetall derzeit nicht von der Eskalation im Nahen Osten profitieren.

Steigende Ölpreise belasten den Goldpreis

Ein wesentlicher Grund für den Preisrückgang sind die steigenden Ölpreise. Nach erneuten Angriffen der Huthi-Milizen in Saudi-Arabien wachsen die Sorgen um die Energieversorgung. Zusätzliche Unsicherheit verursachen Zwischenfälle mit mehreren Schiffen im Persischen Golf und nahe der Straße von Hormus. Am Donnerstagmorgen verteuerte sich der nächstfällige WTI-Future um 2,18 auf 99,33 US-Dollar, während Brent um 2,80 auf 111,62 US-Dollar zulegte. Die höheren Energiepreise schüren neue Inflationssorgen. Dadurch wächst die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihre Zinsen länger auf einem hohen Niveau halten könnte.

US-Zinserwartungen setzen Gold unter Druck

Höhere Zinsen und steigende Anleiherenditen machen das unverzinste Edelmetall im Vergleich zu verzinslichen Anlagen weniger attraktiv. Für die kommende Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober rechnen die Terminmärkte lediglich mit einer Wahrscheinlichkeit von 15 Prozent mit einer Zinserhöhung. Für Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Zinsschritts dagegen bei 87 Prozent. Neue Impulse könnten am Donnerstagnachmittag die US-Arbeitsmarktdaten liefern. Um 14:30 Uhr werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Analysten erwarten einen leichten Anstieg von 199.000 auf 200.000 Anträge.

Damit überwiegen derzeit die Belastungen durch steigende Ölpreise und höhere Zinserwartungen gegenüber der Funktion von Gold als sicherem Hafen. Wie sich der Goldpreis weiterentwickelt, dürfte insbesondere von der Inflation und dem künftigen Kurs der US-Notenbank abhängen.