31. Oktober
: Wo ist der Reformationstag ein Feiertag?

Am 31. Oktober 2026 ist Reformationstag. Doch nicht überall in Deutschland ist dieser Tag ein gesetzlicher Feiertag. In welchen Bundesländern Arbeitnehmer frei haben, wo die Geschäfte geschlossen bleiben und warum der Reformationstag überhaupt gefeiert wird, erfahren Sie hier.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Der Reformationstag findet am 31. Oktober statt. Allerdings ist der Tag nicht in allen Bundesländern ein Feiertag. (Bundesländer im Überblick)

Der Reformationstag findet am 31. Oktober statt. Allerdings ist der Tag nicht in allen Bundesländern ein Feiertag. (Bundesländer im Überblick)

ArTono / Shutterstock.com

Jedes Jahr am 31. Oktober erinnert der Reformationstag an den Beginn der Reformation durch Martin Luther. Während der Tag in einigen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag ist, läuft das öffentliche Leben in anderen Teilen Deutschlands weitgehend normal weiter. Vor allem in Nord- und Ostdeutschland ist der Reformationstag ein Feiertag.

In welchen Bundesländern ist der Reformationstag ein Feiertag?

Insgesamt neun Bundesländer haben den 31. Oktober zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Dort haben die meisten Arbeitnehmer frei, Schulen bleiben geschlossen und auch Supermärkte und andere Geschäfte dürfen in der Regel nicht öffnen.

In diesen neun Bundesländern ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag:

  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Da der Reformationstag 2026 auf einen Samstag fällt, profitieren viele Beschäftigte allerdings nicht von einem zusätzlichen freien Arbeitstag. Für Arbeitnehmer, die regulär samstags arbeiten, gelten die entsprechenden Feiertagsregelungen.

Wo ist der 31. Oktober kein gesetzlicher Feiertag?

In sieben Bundesländern ist der Reformationstag kein gesetzlicher Feiertag. Hier gelten am 31. Oktober grundsätzlich die üblichen Arbeits- und Öffnungszeiten.

In diesen Bundesländern ist der Reformationstag kein gesetzlicher Feiertag:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Hessen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland

Auch wenn der Reformationstag dort kein gesetzlicher Feiertag ist, wird er in evangelischen Kirchengemeinden mit Gottesdiensten und Veranstaltungen begangen. In Baden-Württemberg ist der 31. Oktober zudem schulfrei.

Haben die Geschäfte am Reformationstag geöffnet?

Ob Supermärkte, Einkaufszentren und andere Geschäfte am 31. Oktober öffnen dürfen, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. In den neun Bundesländern, in denen der Reformationstag gesetzlicher Feiertag ist, bleiben die meisten Geschäfte geschlossen. Ausnahmen gelten beispielsweise für bestimmte Tankstellen, Geschäfte an Bahnhöfen oder Flughäfen sowie teilweise für Bäckereien. In den übrigen sieben Bundesländern dürfen Geschäfte grundsätzlich wie an einem gewöhnlichen Samstag öffnen. Dort gelten die üblichen gesetzlichen Ladenöffnungszeiten. Wann fällt der Reformationstag in den kommenden Jahren? Der Reformationstag wird jedes Jahr am 31. Oktober begangen. In den nächsten Jahren fällt der Feiertag auf folgende Wochentage:

  • 2026: Samstag, 31. Oktober
  • 2027: Sonntag, 31. Oktober
  • 2028: Dienstag, 31. Oktober
  • 2029: Mittwoch, 31. Oktober
  • 2030: Donnerstag, 31. Oktober

Warum wird der Reformationstag gefeiert?

Der Reformationstag erinnert an einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte des Christentums. Am 31. Oktober 1517 soll der Theologe Martin Luther seine 95 Thesen an der Schlosskirche in Wittenberg veröffentlicht haben. Ob er sie tatsächlich an die Kirchentür schlug, ist historisch umstritten. Mit seinen Thesen kritisierte Luther verschiedene Praktiken der damaligen römisch-katholischen Kirche. Besonders der Ablasshandel stand im Mittelpunkt seiner Kritik. Gläubigen wurde damals gegen Geld ein Nachlass zeitlicher Sündenstrafen in Aussicht gestellt.

Luther vertrat dagegen die Auffassung, dass die Vergebung der Sünden nicht käuflich sei und der Glaube eine zentrale Rolle für die Beziehung zwischen Mensch und Gott spiele. Seine Forderungen lösten eine weitreichende religiöse und gesellschaftliche Bewegung aus. Aus der Reformation entwickelten sich verschiedene protestantische Kirchen, darunter die evangelisch-lutherische Kirche. Heute wird der Reformationstag insbesondere von evangelischen Christen mit Gottesdiensten und Gedenkveranstaltungen begangen. Er erinnert an die religiösen Veränderungen des 16. Jahrhunderts und die Entstehung des Protestantismus.