Ab wann Reifen wechseln?
: Tabelle zeigt, ab wann man Winterreifen braucht

Wenn die Temperaturen im Herbst sinken, stellt sich jedes Jahr die gleiche Frage: Ab wann sollte man auf Winterreifen wechseln?
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Schnee: ARCHIV - 13.11.2024, Sachsen-Anhalt, Schierke: Das Profil eines Winterreifens auf schneebedeckter Straße zeigt die Straßenverhältnisse bei frostigen Temperaturen. (zu dpa: «Glatte Straßen in Niedersachsen und Bremen erwartet») Foto: Matthias Bein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ab wann sollte man wechseln?

Matthias Bein/dpa

Einen festen gesetzlichen Termin gibt es in Deutschland nicht. Entscheidend sind die Straßenverhältnisse. Automobilclubs und Prüforganisationen empfehlen trotzdem, mit dem Wechsel nicht bis zum ersten Schnee zu warten.

Keine feste Winterreifenpflicht ab Oktober

Die Straßenverkehrs-Ordnung schreibt keinen bestimmten Zeitraum vor, in dem Winterreifen montiert sein müssen. In Deutschland gilt vielmehr eine situative Winterreifenpflicht. Wer bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte unterwegs ist, muss geeignete Reifen verwenden.

Damit kann die Pflicht theoretisch auch schon im September greifen – oder erst deutlich später. Umgekehrt ist es rechtlich grundsätzlich möglich, an einem trockenen und milden Wintertag mit Sommerreifen zu fahren. Problematisch wird es, sobald winterliche Straßenverhältnisse auftreten.

Seit dem Ende der Übergangsfrist am 30. September 2024 gelten dabei grundsätzlich nur noch Reifen mit dem sogenannten Alpine-Symbol als gesetzlich geeignete Winterreifen. Das Symbol zeigt einen Berg mit Schneeflocke. Eine reine M+S-Kennzeichnung reicht nicht mehr aus.

ADAC empfiehlt „O bis O“ als Orientierung

Der ADAC nennt weiterhin die bekannte Faustregel „O bis O“: Winterreifen sollten ungefähr von Oktober bis Ostern gefahren werden. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine gesetzliche Vorgabe, sondern um eine praktische Orientierung.

Zusätzlich empfiehlt der Automobilclub, die Temperaturen im Blick zu behalten. Fallen sie regelmäßig unter etwa sieben Grad Celsius, kann der Wechsel auf Winterreifen sinnvoll sein. Gerade am frühen Morgen können Straßen dann bereits deutlich kälter sein als die gemessene Lufttemperatur.

TÜV: Nicht erst beim ersten Schnee wechseln

Auch TÜV NORD orientiert sich an der Sieben-Grad-Marke und der „O bis O“-Regel. Je nach Wetterlage kann der richtige Zeitpunkt aber früher oder später liegen.

TÜV SÜD rät ebenfalls dazu, die Reifen rechtzeitig vor winterlichen Bedingungen zu wechseln. Darüber hinaus empfiehlt die Prüforganisation für Winterreifen eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern. Gesetzlich vorgeschrieben sind lediglich 1,6 Millimeter.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Reifenwechsel?

In der Praxis bietet sich für viele Autofahrer ein Termin im Oktober an. Wer morgens früh fährt, in höher gelegenen Regionen unterwegs ist oder regelmäßig Strecken mit möglichem Bodenfrost nutzt, sollte eher etwas früher wechseln.

Entscheidend ist nicht ein bestimmtes Datum, sondern die Wetterentwicklung. Wer wartet, bis bereits Schnee fällt oder die Straßen glatt sind, riskiert nicht nur eine schlechtere Haftung, sondern unter Umständen auch einen Verstoß gegen die Winterreifenpflicht.