Altlasten für die Zukunft: -Beseitigung von Ewigkeitschemikalien: teuer und fast wirkungslos

PTFE (Teflon) gehört zu den PFAS: Diese Ewigkeitschemikalien sind biologisch nicht abbaubar und belasten die Umwelt bereits bei der Herstellung massiv. Gefahr durch Überhitzung: Ab 360 °C setzen PTFE-beschichtete Pfannen giftige Dämpfe frei.
Imago/AGB Photo- Studie: PFAS lassen sich in Europa kaum entfernen und verursachen enorme Kosten.
- Weniger als zwei Prozent werden mit heutigen Maßnahmen aus der Umwelt entfernt.
- Forscher raten, Emissionen an der Quelle zu stoppen und Nutzung zu vermeiden.
- Vollständige Sanierung gilt als finanziell und logistisch nicht machbar.
- TFA ist besonders schwer zu entfernen und wird mit Fortpflanzungsschäden in Verbindung gebracht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ewigkeitschemikalien sind trotz aller Bemühungen kaum aus der Umwelt in Europa zu entfernen. Zudem kosten die Maßnahmen jährlich mehr als hundert Milliarden Euro.
Zu diesem Ergebnis iste ein Studie gekommen, die in der Fachzeitschrift „Environmental Science: Processes & Impacts“ veröffentlicht worden ist. Besser sei es daher, die Stoffe der PFAS-Gruppe gar nicht erst zu verwenden oder ihre Freisetzung an der Quelle zu unterbinden. Mit den derzeitigen Maßnahmen würden weniger als zwei Prozent der Chemikalien aus der Umwelt entfernt, heißt es in der Studie.
PFAS: Tausendsassa und Teufelszeug
Zu den Per- und polyfluorierten Alkylverbindungen - Kürzel: PFAS - gehören mehr als 10.000 künstlich hergestellte Industriechemikalien. Sie sind wasser- und fettabweisend und stecken deshalb in etlichen Alltagsprodukten wie beschichteten Pfannen, Funktionskleidung, Imprägniersprays und Einwegverpackungen. Sie sind biologisch nicht abbaubar, reichern sich in der Natur sowie im menschlichen Körper an und werden deshalb als Ewigkeitschemikalien bezeichnet.
Die Verbindung gehört zu den sogenannten Ewigkeits-Chemikalien. Die PFAS, Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, sind eine große Gruppe von synthetisch hergestellten Molekülen. Wegen ihrer Hitzebeständigkeit und Undurchlässigkeit kommen sie bereits seit den 1940er Jahren zum Einsatz, etwa in wasserfesten Textilien, Anti-Haft-Beschichtungen, Waschmitteln und Kosmetika.
Das Problem: Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wurden einige PFAS mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht, etwa des Hormonsystems, der Schilddrüse und Leber sowie einer verringerten Impfwirkung bei Kindern. Außerdem sollen einige Ewigkeits-Chemikalien hormonelle Veränderungen bewirken und das Krebsrisiko erhöhen. Die EU-Kommission will die PFAS-Stoffgruppe deshalb eigentlich verbieten. Das Problem: Einige Industrien haben keine Alternativen zu den Stoffen.
„Vollständige Sanierung nicht zu bewältigen“
Für die Erhebung arbeiteten Wissenschaftler mit Journalisten im Rahmen des „Forever Pollution Project“ der französischen Zeitung „Le Monde“ zusammen. Die Forscher stützten ihre Analyse auf mehr als 12.000 mutmaßlich belastete Standorte in Europa sowie auf Datenbanken zu Trinkwasser, Abwasser, Klärschlamm und Deponien.
Eine vollständige Sanierung PFAS-belasteter Gegenden sei „finanziell und logistisch nicht zu bewältigen“, sagt Eurydice Bersi von Reporters United, einem Netzwerk für investigativen Journalismus mit Sitz in Athen. „Die einzige wirksame Strategie besteht darin, die Verschmutzung an ihrer Quelle zu stoppen, etwa durch die Vermeidung der Nutzung und Beseitigung direkt an den Emissionsstellen“, erklärt Bersi.
Die Autoren verwiesen darauf, dass die Entfernung neuerer PFAS-Verbindungen wie Trifluoressigsäure (TFA) etwa 50 Mal mehr koste als die Beseitigung älterer PFAS-Chemikalien wie PFOA und PFOS, deren Verwendung inzwischen in Europa stark reguliert ist. TFA gehört zu den Ewigkeitschemikalien, die am schwersten aus der Umwelt zu entfernen sind. Nach Einschätzung der EU-Chemikalienbehörde Echa schadet Trifluoressigsäure der menschlichen Fortpflanzung. (mit AFP-Agenturmaterial)
