Camping Saison
: Wie wird der Camper fit für den Start in den Frühling?

AnzeigeDie Vorfreude auf die neue Saison im Frühling ist riesig. Doch bevor es mit Wohnmobil oder Wohnwagen los geht ins Blaue, sollte das Reisegefährt auf Herz und Nieren geprüft werden.
Von
dane
Stuttgart

Wer seinen Camper fit für die Saison macht und außen blitzblank wienert, sollte dabei auf seine Sicherheit achten.

Shutterstock/Virrage Images

Wenn der Winter sich allmählich zurückzieht und der Frühling mit den ersten warmen Sonnenstrahlen, Vogelgezwitscher und zarten Knospen aufwartet, ist es beinahe schon zu spät, das Wohnmobil für die Saison vorzubereiten. Zumindest ist es allerhöchste Zeit. Denn schließlich soll das Reisegefährt schnell einsatzfähig sein, um zu den schönsten Stränden, Seen oder in die Berge zu rollen. Mit dieser Checkliste vergessen Campingfreunde nichts, was wichtig ist, um Wohnmobil oder Wohnwagen fit für den Frühling zu machen.

Zum Saisonstart im Frühling heißt es runter mit den Winter- und rauf mit den Sommerreifen.

Shutterstock/Aonprom Photo

Den Camper in sieben Schritten frühlingsfit machen, so funktioniert’s:

  • Waschen und putzen
  • Kontrolle des Basisfahrzeugs (inkl. Luft, Flüssigkeiten und Beleuchtung)
  • Check und Wartung der Wasserinstallation und Toilette
  • Überprüfen der Elektronik
  • Check der Gas-Anlage
  • Ausstattung und Dokumente kontrollieren und erneuern
  • Sonstige Kontrollen und Erneuerungen
  • Schritt 1: Waschen und Putzen des Wohnmobils

    Hand aufs Herz, das hat jeder schon gemacht: Im Herbst wurde noch eine letzte Reise gemacht und das Wohnmobil danach in den Winterschlaf geschickt. Meist ohne Autowäsche, denn diese ist bei Minusgraden nicht empfehlenswert. Daher schleunigst im Frühjahr nachholen:

    Wohnmobil außen auf Hochglanz polieren

    Zuerst das Wohnmobil gründlich von außen reinigen. Hilfreich sind dabei verlängerbare Wischer. Wichtig: Darauf achten, den Lack und die Fenster nicht zu verkratzen und Reiniger zu verwenden, die für das jeweilige Aufbaumaterial aus Blech, Aluminium oder ähnliches geeignet sind. In jedem Fall Hände weg von Scheuermittel.

    Für die Reinigung des Dachs sollten stabile Leitern benutzt werden, um Unfälle zu vermeiden.

    Auch wenn es verlockend ist: Um LKW-Waschanlagen sollte eher ein Bogen gemacht werden, da diese nicht besonders sanft mit Anbauten wie Dachluken umgehen und Kratzer im Lack verursachen können.

    Lack, Fenster und Dichtungen kontrollieren

    Nach der Außenreinigung sollte man

  • Lack
  • Fenster
  • Dachluken
  • Kamin-Auslässe
  • Kühlschrank-Gitter
  • Türen
  • Dichtungen
  • auf Beschädigungen und Dichtheit hin überprüfen. Was man jetzt entdeckt, kann man selbst reparieren oder reparieren lassen, bevor der nächste Trip startet.

    Dichtungen des Wohnmobild oder Wohnwagens pflegen

    Nach der Reinigung sollten die Dichtungen gepflegt werden. Durch spezielle Mittel bleiben jene in Türen und Fenstern geschmeidig und halten länger.

    Auf die inneren Werte des Campers kommt es an

    In einem sauberen Camper loszufahren, ist einfach ein gutes Gefühl. Wer den Camper im Innenraum ordentlich schrubbt, kann zudem checken, ob alles an der Inneneinrichtung noch intakt ist, funktioniert und nichts feucht geworden ist über den Winter.

    Für einen Check des Campers in der Werkstatt bietet sich das Frühjahr an.

    Shutterstock/F.Hein

    Schritt 2: Wohnmobil in Werkstatt checken lassen

    Stand des Motoröls beim Wohnmobil prüfen

    Den Stand des Motoröls zu kontrollieren nach dem Winter ist oberste Camperpflicht. Wer zudem gleich den Ölwechsel zu Beginn der Saison erledigt, spart sich den späteren Werkstatttermin zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

    Flüssigkeiten und Filter checken

    Ganz oben auf der Checkliste sollten auch die Brems- und Kühlerflüssigkeit sowie die Scheibenwaschanlage stehen. Die Bremsflüssigkeit sollte man ohnehin regelmäßig wechseln lassen. Die Flüssigkeit der Scheibenwaschanlage sollte ebenfalls aufgefüllt werden (sofern sie nicht noch vom Winter mit Scheibenfrostschutz gefüllt ist).

    Lichtanlage des Campers prüfen

    Im Dunkeln tappen oder gar fahren ist nicht schön. Daher alle Lampen der Lichtanlage checken. Auf- und Abblendlicht, Blinker sowie Bremslicht sollten geprüft werden. Defekte Lampen müssen flugs getauscht werden.

    Den Wohnmobil-Reifen Druck machen

    Vor der ersten Fahrt ins Blaue sollte auf jeden Fall der Luftdruck geprüft werden. Das funktioniert am besten, wenn die Reifen kalt sind.

  • Bei zu wenig Druck in den Reifen unbedingt Luft auffüllen.
  • Viele pumpen die Wohnmobil-Reifen fürs Einwintern auf Maximaldruck auf, damit die Reifen über die lange Standzeit nicht plattstehen können. In diesem Fall muss der Luftdruck eventuell reduziert werden.
  • Bei der Kontrolle des Luftdrucks gleich das Reifenprofil und das Alter der Reifen mit überprüfen. Automobilclubs empfehlen die Formel 4×4: Vier gleiche Reifen, die maximal vier Jahre gefahren werden sollten. Hintergrund: Die Gummimischungen der Reifen härten aus, und können dann nicht mehr ihre volle Leistung erbringen. Auf keinen Fall dürfen Reifen weiterbenutzt werden, die bereits porös sind oder eine zu geringe Profiltiefe aufweisen.
  • Um Wartung und TÜV des Wohnmobils kümmern

    Wartungen wie Öl- und Filterwechsel oder Zahnriementausch am Saisonbeginn zu erledigen, erspart Termine während der Saison, wenn man viel lieber unterwegs sein möchte. Sich die TÜV-Plakette zu Saisonbeginn zu sichern, macht ebenfalls Sinn, zumal etwaige Toleranzen im Ausland nicht immer akzeptiert werden.

    An den Reifenwechsel beim Camper denken

    Wer im Winter campen war, hat wahrscheinlich noch die Winterreifen drauf und sollten auf Sommerbereifung switchen. Alle anderen gehen weiter zu Punkt drei.

    Damit die Campingtoilette wieder blütenfrisch duftet, muss sie gründlich gereinigt werden.

    Shutterstock/Natalia Kirsanova

    Schritt 3: Wasserinstallation und Toilette überprüfen

    Jeder Wohnmobilfahrer weiß es: Leitungen, Armaturen und Tanks sollten über den Winter möglichst frei von Wasser sein, um Frostschäden zu vermeiden. Leider ist dies aber nicht so einfach und es passiert immer wieder, dass ein Tropfen Wasser bei frostigen Temperaturen Schaden anrichtet. Damit man dies nicht bei der ersten Ausfahrt feststellen muss, unbedingt die Wasseranlage zuhause testen. Dazu gehört:

  • Das vollständige Befüllen des Tanks
  • Das Benutzen und Kontrollieren aller Armaturen
  • Die Kontrolle aller Wasserleitungen insbesondere der Schlauchschellen und Verbindungsstücke
  • Befüllen und Kontrolle des Warmwasser-Boilers
  • Die Kontrolle der Toilettenspülung
  • Auch hinter Abdeckungen und Verkleidungen nachsehen, denn Frostschäden dort wirken sich besonders unangenehm aus. Zudem die Abwasserleitungen sowie den Abwassertank kontrollieren.

    Check der Wohnmobil-Toilette

    Ist die Toilettenkassette noch dicht? Unbedingt überprüfen! Eventuell müssen die Dichtungen der Kassette ersetzt werden. Außerdem sollte die Toilettenkassette gründlich gereinigt werden.

    Abwasser- und Frischwassertanks reinigen

    Für die Reinigung von Abwasser- und Frischwassertanks gibt es im Campingbedarf viele Mittel. Einfach an die jeweilige Gebrauchsanweisung halten.

    Schritt 4: Gasanlage des Wohnmobils überprüfen

    Alle zwei Jahre steht die Gasprüfung an. Das macht der Fachmann, der zudem auch die Funktion aller Geräte überprüft. Auch in den Jahren, in denen keine Gasprüfung ansteht, sollte man die Gasanlage vor der ersten Ausfahrt überprüfen:

  • Die Gasflaschen und Absperrventile öffnen
  • Lecksuchspray im Gaskasten und entlang der Leitungen verwenden.
  • Kochfelder, Kühlschrank und Heizung nacheinander starten.
  • Wer einen Absorber-Kühlschrank hat, sollte den Brenner gelegentlich reinigen.

    Heizungs-Check im Wohnmobil oder Wohnwagen

    Wer eine Gasheizung hat, sollte diese und den Warmwasser-Boiler überprüfen. Dieselheizung für einige Minuten laufen lassen, um sicherzustellen, dass sie funktioniert.

    Schritt 5: Kontrolle der Wohnmobil-Batterien

    Zu Saison-Beginn sollte man die Batterien vollladen, und sich vergewissern, dass die Batterien ihre Ladung noch halten können. Gegebenenfalls müssen sie ausgetauscht werden. Messen kann man das per Multimeter. Die bequeme Variante ist aber ein Batteriecomputer.

    Lithium-Ionen-Batterien haben diese Probleme nicht in dieser Form, sind im Wohnmobil aber noch nicht sehr verbreitet.

    Schritt 6: Zubehör und Ausstattung checken

    Viele Campingfreunde haben ihre Grundausstattung immer im Wohnmobil. Der Start der Saison ist daher ein prima Zeitpunkt, alle Utensilien genau zu checken und gegebenenfalls zu erneuern. Dazu zählen unter anderem:

  • Hygieneartikel
  • Nahrungsmittel-Basics
  • Dokumente wie Schutzbrief, Pässe, grüne Versicherungskarte
  • Vignetten, Go-Box, usw.
  • Schritt 7: Zum Saisonstart Werkstatt-Check vereinbaren

    Einige Hersteller schreiben eine Dichtheitsprüfung für den Erhalt der Herstellergarantie vor. Der Saisonstart ist ein guter Zeitpunkt, einen Termin dafür zu vereinbaren. Markisengelenke bedanken sich zudem für eine Wartung mit Silikonspray.

    Fazit: Die Saisonvorbereitung mit dem Wohnmobil sollte man gewissenhaft betreiben, um bei der ersten Ausfahrt im Frühling sicher durchstarten zu können.