E-Camper: Mit dem E-Auto in den Campingurlaub

Elektrisch unterwegs: Mittlerweile gibt es einige elektrische Camper-Modelle.
Shutterstock/Val's WorldCamping mit dem E-Auto kann Herausforderungen mit sich bringen. Vor allem bei der Reichweite, Ladeinfrastruktur und auch Energieverbrauch. Wer sich mit den Besonderheiten eines E-Campers auseinandersetzt und in die Planung der Reise investiert, kann nachhaltiger und auch kostengünstiger reisen als mit einem Verbrenner.
Herausforderungen beim E-Camping
- Reichweite und Verbrauch (vor allem im beladenen Zustand)
- Ladeinfrastruktur entlang der Strecke
- Stromverbrauch im Stand: Heizung, Licht, Kühlmöglichkeiten ziehen alle Energie
Wie kann man Herausforderungen meistern?
Wer seine durchschnittliche Geschwindigkeit anpasst, beispielsweise auf 90 bis 110 Kilometer pro Stunde, kann beim Verbrauch sparen.
Viele E-Camper bieten eine durchschnittliche Reichweite von etwa 280 bis 400 Kilometern. In ländlichen Regionen wird die Infrastruktur zum Laden dünner. Apps wie „Chargemap“ helfen dabei, verfügbare Ladesäulen zu finden.
Die sicherste Stromversorgung gibt es auf Campingplätzen mit Ladestationen. Alternativ sollten Powerbanks oder Solarpaneele an Bord sein für bessere Stromversorgung.
Die meisten E-Camper sind in etwa 30 bis 35 Minuten auf 80 Prozent aufgeladen.
Wie weit kommt ein E-Camper wirklich?
Das hängt vom Modell und Hersteller ab. In der Regel kann man davon ausgehen, dass die tatsächliche Reichweite geringer ausfällt, als im Datenblatt des Herstellers angegeben, da der Camper beladen und mit Personen an Bord deutlich mehr Gewicht transportieren muss.
Schwere Batterie wirkt sich auf Zuladung aus
Wer eine größere Batterie mit mehr Leistung bevorzugt, transportiert dadurch mehr Gewicht und büßt so Zuladung für Gepäck, Nahrungsmittel und Mitreisende ein. Häufig bedeutet mehr Reichweite weniger Nutzlast. Außerdem gilt es zu beachten, dass man mit dem Führerschein der Klasse B nur bis zu 3,5 Tonnen fahren darf.
Tone EQV
Der Tone EQV basiert auf dem Mercedes-Benz EQV 300. Mit seinem 100-Kilowattstunden-Batteriepaket bringt es den Camper laut Hersteller 300 bis 400 Kilometer weit. Den Camper gibt es in drei verschiedenen Ausbaustufen: Adventure, Nomad und Touring. Der Camper eignet sich für Familien, Vielfahrer und Camper, die einen Anspruch an einen gewissen Luxus und Komfort haben.
Weniger geeignet ist der E-Camper für Camper, die keine eigene Lademöglichkeit am Haus haben. Ist das Budget begrenzt, sollten sich Camper nach einem anderen Modell umsehen.
eVentje ID. Buzz Camper
Der eVentje basiert auf dem VW ID. Buzz und hat 2024 den Red Dot Award in der Kategorie Product Design gewonnen. Mit seiner Reichweite von 375 Kilometern eignet sich der Camper auch für längere Touren. Mit seinen 4,70 Metern ist der Camper recht kompakt. Trotzdem lässt sich im Innenraum durch das Verschieben des Vordersitzes ein Bett in der Größe von zwei auf 1,40 Meter ausklappen. Das Dach kann aufgestellt werden, wodurch ein Dachfenster entsteht. Im Heck findet sich eine Heckklappen-Küche mit Induktionskochfeld und einem großen Solarpanel. So gibt es genug Raum zum Kochen und gemeinsam Essen. Wer unterwegs Laden muss, muss keine stundenlangen Aufenthalte einplanen. Denn fünf bis 80 Prozent Aufladung sind in nur 30 Minuten möglich.
Der ID. Buzz Camper ist der ideale Camper für Design-Liebhaber, Paare und Personen, die einen eigenen Stellplatz haben. Für Familien ist der Camper jedoch nicht geeignet, da er aktuell nur mit zwei Gurtplätzen verfügbar ist. Für Vielfahrer und Personen mit kleinem Geldbeutel sollten sich eher nach einer Alternative umsehen.
Iridium e-V25
Der größte Camper unter diesen E-Campern ist der Iridium e-V25. Mit seiner Länge von 5,98 Metern und einer Breite von 2,05 Metern basiert er auf dem Ford E-Transit. Im Inneren gibt es vier Essplätze, zwei Schlafplätze, ein klappbares Heckbett mit den Maßen 190 auf 120 Zentimeter Liegefläche, sowie eine Schiebetoilette, ein Induktionskeramik-Kochfeld und 70-Liter Frischwassertank. All diese Ausstattungsmerkmale gehören zur Serienausstattung. Dank intelligenter Lösungen wie der Multifunktions-Lounge im Wohnbereich gewinnen Reisende Platz und können komfortabel und funktional reisen.
Mit an Bord ist auch ein umfangreiches Sicherheitspaket wie der Pre-Collision Aisstent, ein Seitenwindassistent, Tempomat und ein praktischer Einparkassistent.
Der Iridium e-V25 ist entweder mit 184 oder 269 PS verfügbar und schafft laut Herstellerangaben bis zu 317 Kilometer Strecke. An einer Schnellladestation kann die Batterie mit 115 Kilowattstunden in 35 Minuten von 15 auf 80 Prozent geladen werden.
Der Iridium e-V25 eignet sich für Langzeitreisende und Paare, die einen hohen Komfortanspruch haben. Wer ein vollwertiges Wohnmobil sucht, findet mit diesem E-Camper eine ideale Option fürs Camping. Nicht geeignet ist der Camper für Stadtfahrer, Camping-Anfänger, die keine Erfahrung mit großen Fahrzeugen haben oder Personen mit kleinem Budget.
Vanderer one
Der Vanderer one basiert auf der elektrischen Variante des Citroen Berlingo. Dieser Micro-Camper hat eine Höhe von nur 1,89 Meter. Der Vanderer One verfügt über ein Schlafdach mit einer Liegefläche von 1,20 auf 2,03 Meter. Optional kann innen ein Livingroom-Modul eingebaut werden, dass eine ausziehbare Küchenzeile mit Gas- und Induktionskochfeld sowie Waschbecken und Stauraum bringt.
Der Camper kommt mit 136 Pferdestärken, kommt etwa 280 bis 300 Kilometer weit und ist ab einem Einstiegspreis von 49.999 Euro zu haben. Das Livingroom-Modell mit Küche bringt einen Aufpreis von 7500 Euro mit sich.
Der Vanderer one eignet sich für Stadtcamper, Wochenendcamper, Einsteiger und Budgetbewusste oder Paare, die gerne campen gehen.
Aktivcamper EQV 300
Auf der Basis des Mercedes EQV 300 gibt es einen Aktivcamper, der elektrischen Campingurlaub möglich macht. Der Aktiv 3 kommt mit einem Aufstelldach, einer Sitzbank, Bett, Küche und ausreichend Stauraum.
204 PS hat der Aktiv 3 unter der Haube und bis zu 363 Kilometer Reichweite bieten geine gute Langstreckentauglichkeit für Camping-Urlauber. Das Navigationssystem mit Electric Intelligence plant Ladestops automatisch ein. Der Camper eignet sich vor allem für Familien und Vielfahrer. Weniger geeignet ist er für Stadtbewohner, da die Parkplatzsuche bei einer Fahrzeuglänge von über fünf Metern zur lästigen Aufgabe werden kann. Besitzer eines E-Campers sollten außerdem eine direkte Lademöglichkeit haben. Die Preise für die Ausbau-Pakete sind nicht öffentlich einsehbar. Interessierte müssen eine individuelle Anfrage stellen.
Konzeptstudie von Hyundai zeigt Zukunft mit Staria
Auf der CMT in Stuttgart präsentierte Hyundai seine Konzeptstudie zum vollelektischen Camper auf Basis des Staria Elektro. Mit schlichtem, futuristischen Design, integriertem Aufstelldach, intelligenten Wohnlösungen und Solarstrom. Der elektrische Camper, der bisher eine Zukunftsvision ist, soll speziell auf den europäischen Markt zugeschnitten sein. Basierend auf dem Staria Elektro, der mit einer 800-Volt-Hochspannungsarchitektur eine schnelle DC-Ladung von zehn auf 80 Prozent in zirka 20 Minuten ermöglicht. Mit seiner WLTP-Reichweite von bis zu 400 Kilometern glänzt der Staria Elektro mit der größten Reichweite seiner Klasse.
Für wen ist E-Camping das richtige?
Camper, die gerne und gut planen sowie gerne umweltfreundlich reisen möchten, sind im E-Camper richtig unterwegs. Wer kein Problem damit hat, auf kompakte und leichte Campingausrüstung setzt und Abstriche bei Einrichtung und Gepäck machen kann. Menschen, die gerne spontane Offroad-Abenteuer planen, sind mit einem E-Camper falsch beraten. Denn es empfiehlt sich in Gebieten mit guter Ladeinfrastruktur zu bleiben.