Führerscheinklassen: Welchen Führerschein braucht man für welchen Camper?

Unterwegs mit dem voll beladenen Wohnmobil.
Shutterstock/alexgo.photographyNicht jeder Besitzer eines Führerscheins darf jedes Auto fahren. Wenn man also mit dem Wohnwagen, Campervan oder im Wohmobil verreisen möchte, sollte man sich informieren, wie viel das Fahrzeug wiegt und wie viel man noch für den Urlaub packen kann, um alle gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.
Es gibt keinen speziellen Führerschein für Wohnmobile. Welches Fahrzeug man fahren darf, hängt von dem Gesamtgewicht des Fahrzeugs, der auf dem Führerschein eingetragenen Führerscheinklasse und dem Datum, an dem man den Führerschein erworben hat, ab. Es ist wichtig, den richtigen Führerschein für das gewählte Fahrzeug vorweisen zu können, damit die Verkehrssicherheit gewährleistet ist und rechtliche Probleme vermieden werden können.
Was bedeutet zulässiges Gesamtgewicht?
Das zulässige Gesamtgewicht setzt sich zusammen aus dem Leergewicht des Fahrzeugs und der maximalen Zuladung. Das bedeutet, so viel darf das Wohnmobil maximal wiegen, wenn es voll beladen ist, die Tanks gefüllt sind und die mitreisenden Personen an Bord sind.
Klasse B: Wohnmobile bis 3,5 Tonnen
Der Führerschein der Klasse B reicht aus, um Wohnmobile bis 3,5 Tonnen zu fahren. Auch Führerscheine der alten Klasse drei dürfen diese Fahrzeuge fahren.
Anhänger ziehen mit der Erweiterung B96
Wer mit seinem PKW oder Wohnmobil einen Anhänger ziehen möchte, kann das mit einem Führerschein der Klasse B bis 750 Kilogramm oder Kombinationen bis 3,5 Tonnen tun. Wiegt der Wohnwagen also über 750 Kilogramm, darf das zulässige Gesamtgewicht von Auto und Wohnwagen nicht über 3,5 Tonnen liegen. Wer schwere Anhänger ziehen möchte, die bis zu 3,5 Tonnen schwer sind, benötigt dafür eine Erweiterung: B96.
Mit einem Führerschein B96 ist die zulässige Gesamtmasse aus Anhänger und PKW auf 4,25 Tonnen begrenzt. Dabei darf das ziehende Fahrzeug maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht aufweisen. Um diese Erweiterung zu erhalten, muss man eine Fahrerschulung absolvieren. Die Erweiterung ist dann EU weit gültig.
Klasse BE: Wohnmobil mit schwerem Anhänger
Wer noch schwerere Anhänger ziehen möchte, benötigt einen Anhängerführerschein BE. Dann darf man Anhänger bis 3500 Kilogramm zulässiges Gesamtgewicht mit einem PKW der Klasse B ziehen. Aus dem maximalen Gewicht von 3500 Kilogramm des Zugfahrzeugs und dem maximalen Gewicht von 3500 Kilogramm des Anhängers ergibt sich ein gemeinsames Höchstgewicht von sieben Tonnen.
Für den BE-Führerschein müssen Personen, die bereits einen Führerschein der Klasse B haben, fünf Pflichtfahrstunden absolvieren. Davon sind drei Überlandfahrten, eine Stunde Autobahnfahrt und eine Stunde Nachtfahrt. Abschließend ist eine praktische Prüfung nötig.
Klasse C1: 3,5 bis sieben Tonnen
Wer über 3,5 Tonnen Fahrzeug steuern möchte, benötigt dafür einen Führerschein der Klasse C1. Seit 2017 ist dieser Führerschein befristet und muss nach fünf Jahren durch das Vorlegen einer ärztlichen Bescheinigung und eines Sehtests verlängert werden. Für Inhaberinnen und Inhaber der früheren Klasse drei gilt auch hier der Bestandsschutz. Sie dürfen schwere Wohnmobile bis 7,5 Tonnen steuern.
Klasse C für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen
Basieren Wohnmobile auf LKW-Fahrgestellen, kommt es vor, dass sie über 7,5 Tonnen Gesamtgewicht auf die Waage bringen. Dann wird ein LKW-Führerschein der Klasse C nötig. Wohnmobile dieser Größenordnung sind jedoch recht selten, weshalb ein Führerschein der Klasse C für die meisten Wohnmobilbesitzer nicht nötig ist.
Bestandsschutz (alte Klasse 3)
Wer seinen Führerschein vor dem 1. Januar 1999 gemacht hat, darf Wohnmobile und Gespanne bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen steuern.
Wichtig: Wer ohne eine passende Fahrerlaubnis fährt, riskiert Punkte in Flensburg, Bußgelder und den Verlust des Versicherungsschutzes. Das zulässige Gesamtgewicht des eigenen Fahrzeugs findet man in der Zulassungsbescheinigung Teil Eins im Feld Nummer elf.