Ekel oder Nahrung?: Diese Insekten sind in Deutschland zum Verzehr zugelassen

Krabbeltiere auf der Speisekarte: Insekten sind eine reichhaltige Proteinquelle, für viele hierzulande aber noch mit einem gewissen Ekelfutter verbunden.
Imago/Panama PicturesSingapur hat offiziell 16 Insektenarten als Lebensmittel zugelassen, darunter Heuschrecken, Grillen und Seidenraupen. „Diese Insekten und Insektenprodukte können für den menschlichen Verzehr oder als Futter für zur Lebensmittelerzeugung genutzte Tiere verwendet werden“, heißt es in einem Rundschreiben der Singapore Food Agency (SFA).
Keine Insekten aus freier Wildbahn erlaubt
Laut SFA muss sichergestellt sein, dass bei der Zucht und Verarbeitung keine Schadstoffe verwendet, die Insekten in regulierten Betrieben gezüchtet und sie nicht in freier Wildbahn gefangen werden. Da es bisher keine internationalen Standards gebe, habe sich die Behörde bei ihren Entscheidungen an Ländern und Regionen orientiert, die den Verzehr bestimmter Insekten bereits erlaubten, heißt es.
Unter anderem haben schon die Europäische Union, Thailand, Südkorea und Australien den Verzehr bestimmter Insektenarten zugelassen, die bestimmte Kriterien für die Ernährung erfüllen. In Thailand gehören Verkaufsstände mit Bambuswürmern, Skorpionen oder Käfern längst zum Alltag.
Welche Insekten sind essbar?
Zu den rund 2000 essbaren Insektenarten gehören vor allem:
Welche Insekten sind in der EU für den Verzehr zugelassen?
Bisher wurde eine Vielzahl an Zulassungsanträgen gestellt für:
In der Europäischen Union gibt es bisher Zulassungen für vier Insekten als Lebensmittel:

Tenebrio molitor
Foto: Imago/Zoonar

Locusta migratoria
Foto: Imago/Design Pics

Acheta domesticus
Foto: Imago/Pond5 Images

Alphitobius diaperinus
Foto: Imago/Future Image
Wie erfolgt die Zulassung von Insekten auf den europäischen Markt?
In der EU müssen Hersteller für jedes Insekt, das auf den Markt gelangen soll, eine Zulassung im Rahmen der „Novel-Food-Verordnung“ beantragen. Novel-Food sind neuartige Lebensmittel, die in der EU vor Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang konsumiert wurden. Andere Tiere wie zum Beispiel Schnecken benötigen diese Auszeichnung dagegen nicht.
Wie muss gekennzeichnet werden, dass ein Produkt Insekten enthält?
Welche möglichen Risiken sind mit dem Verzehr verbunden?
Was sagt die UN?
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) unterstützt die Zucht von Insekten für die menschliche Ernährung und als Tierfutter: „Essbare Insekten enthalten hochwertige Proteine, Vitamine und Aminosäuren für den Menschen“, heißt es auf der Webseite der UN-Behörde. Grillen benötigten etwa sechsmal weniger Futter als Rinder, viermal weniger als Schafe und halb so viel wie Schweine und Masthühner, um die gleiche Menge an Protein zu produzieren (mit dpa-Agenturmaterial).
