Epidemie im Kongo: Mehr als 3000 Tote: Wird Ebola zur nächsten globalen Seuche?

Der Leichnam eines an Ebola Verstorbenen wird in der Stadt Bunia im Kongo von Gesundheitsmitarbeitern beerdigt.
Imago/Anadolu Agency- Im Kongo breitet sich Ebola weiter aus, über 6000 Fälle und fast 3000 Tote werden gemeldet.
- Der Ausbruch betrifft sechs Provinzen, Epizentrum ist Ituri – Mobilität und bewaffnete Gruppen erschweren Hilfe.
- Es handelt sich um die Bundibugyo-Variante, es gibt keinen spezifischen Impfstoff und keine gezielte Therapie.
- WHO zeigt sich „zutiefst besorgt“, Tests zu Therapien laufen, Ervebo wird geprüft, schützt aber nur Zaire.
- Übertragung erfolgt durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Tröpfcheninfektion durch Luft gilt als unbelegt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sam Daniels (Dustin Hoffman) untersucht in Afrika eine aggressive, sich schnell verbreitende Ebola-Variante, der innerhalb weniger Tage zum Tod führt. Der US-Virologe und Militärarzt ahnt, welche Gefahr die Seuche darstellt und rechnet mit dem Schlimmsten.
Als er in die USA zurückkehrt, treten erste Symptome der todbringenden Infektion in der Kleinstadt Cedar Creek auf. Während sich die Epidemie im ganzen Land ausbreitet, reist Daniels mit einem Virologen-Team zurück nach Afrika, um den ursprünglichen Überträger des Virus ausfindig zu machen und einen Impfstoff herzustellen.
Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn das todbringende Virus bedroht inzwischen die gesamte Menschheit.
„Outbreak“ - alles nur Fiktion?
In dem Seuchen-Thriller „Outbreak - Lautlose Killer“ aus dem Jahr 1995 zieht Regisseur Wolfgang Petersen alle Register, die das Thriller-Filmgenre hergibt. Zum Glück ist das alles nur Fiktion. Oder doch nicht?
Die neueste Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ist besorgniserregend, selbst wenn man ein Horror-Szenario wie in „Outbreak“ für maßlos übertrieben hält. Seit Bekanntgabe des Virus-Ausbruchs sind in dem zentralafrikanischen Land mehr als 6000 Krankheitsfälle bestätigt worden. Experten gehen allerdings von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus.
Nach Angaben des Informationsministeriums erkrankten 6041 Menschen nachweislich an Ebola, 2911 von ihnen starben. Derzeit befinden sich den Angaben zufolge 619 Menschen in Isolation oder Behandlung.
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.
Warum der aktuelle Ausbruch schwer einzudämmen ist
Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Ausbruch Mitte Mai bekanntgegeben.
Angesichts der schon damals hohen Zahl der Krankheitsfälle gehen Experten davon aus, dass die ersten Ebola-Fälle womöglich schon im Februar unerkannt auftraten. Zunächst war die nordostkongolesische Provinz Ituri betroffen. Mittlerweile gibt es Fälle in sechs Provinzen des zweitgrößten afrikanischen Landes.

Ebolaviren-Partikel (rot) auf einer menschlichen Zelle.Foto:
© National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID)/ NIHSeit Anfang Juli läuft die klinische Testung zweier antiviraler Therapieverfahren. Außerdem startete in der vergangenen Woche ein klinisches Testverfahren mit dem Impfstoff Ervebo, der für den häufigeren Zaire-Erreger zugelassen ist. Vermutungen, der Bundibugyo-Erreger könne mutiert sein, haben sich nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC nicht bestätigt.
Das Epizentrum der Epidemie befindet sich in Ituri, einer Provinz im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt. In der Region wird Gold gefördert. Das hat zur Folge, dass dort viele Menschen unterwegs sind. Der Zugang in einige Gebieten der Provinz wird dadurch erschwert, dass dort verschiedene bewaffnete Gruppen aktiv sind.
Warum besteht zurzeit nur ein regionales Risiko?
Das Virus hat sich bereits über die Grenzen der Provinz Ituri und des Kongos hinweg ausgebreitet. Am Sonntag wurde ein Fall aus Goma gemeldet, der Hauptstadt von Ituris Nachbarprovinz Nord-Kivu, die von der aufständischen M23-Miliz kontrolliert wird.
Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union hat bereits vor Wochen für den gesamten Kontinent den Notstand ausgerufen. Sie begründete dies unter anderem mit dem „hohen Risiko einer regionalen Ausbreitung“ sowie wegen des „intensiven grenzüberschreitenden Personenverkehrs“ und der „Mobilität im Zusammenhang mit Bergbauaktivitäten“.
Was bedeutet die WHO-Alarmstufe?
Die WHO setzte nach der Ausrufung der zweithöchsten Warnstufe eine Krisensitzung an. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in Genf, er sei „zutiefst besorgt“ über das „Ausmaß und die Geschwindigkeit“ der Ausbreitung des Ebola-Virus.

Intensivpflegerinnen und Koordinatorinnen auf der Sonderisolierstation der Charite, haben am 9. Juni 2026 während eines Pressetermins mit Hilfe zweier Kolleginnen Schutzanzüge angezogen.
Imago/Matthias WehnertWas ist Ebola?
Die Gattung Ebolavirus gehört zur Familie der Filoviren und wird in fünf Spezies unterteilt:
- Zaire-Ebolavirus (EBOV)
- Sudan-Ebolavirus (SUDV)
- Taï Forest
- Bundibugyo (2007 entdeckt)

Die Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Ansteckung sind vor Ort im Kongo wesentlich einfacher als in Deutschland (Archivfoto).
Imago/Anadolu Agency- Reston (als einzige Spezies für Menschen in der Regel nicht gefährlich)
Woher stammt das Ebolavirus?
Vermutlich sind Flughunde oder Fledermäuse das Reservoir für das Ebolavirus. Allerdings ist diese Frage noch nicht abschließend geklärt. Für den Ausbruch 2014/2015 in Westafrika gibt es Hinweise, dass eine Fledermaus-Art eine mögliche Wildtier-Quelle für das Ebolavirus war.
Wie wird Ebola übertragen?
Auch bei Kontakt mit infektiösen Tieren oder Tierprodukten kann das Ebolavirus auf den Menschen übertragen werden, zum Beispiel bei der Jagd oder bei der Schlachtung, Zubereitung und dem Verzehr von unzureichend erhitztem Fleisch aus betroffenen Gebieten.
Mit dem Ebolavirus infizierte Menschen sind erst dann ansteckend, wenn sie Krankheitssymptome zeigen. Für eine Tröpfchen-Übertragung durch die Luft gibt es keine Hinweise.
Gibt es erprobte Impfungen?
Die gegenwärtige Ebola-Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Im Zentrum der Eindämmungsbemühungen stehen daher Abstandsregeln und der schnelle Nachweis neuer Infektionen, um die Zahl der Kontaktpersonen klein zu halten.
Die WHO-Repräsentantin für die DR Kongo, Anne Ancia, erklärte, es werde auf internationaler Ebene geprüft, „welcher Impfstoff-Kandidat oder welche Behandlung verfügbar sind und ob irgendwelche davon bei diesem Ausbruch von Nutzen sein könnten“.
Die existierenden Ebola-Impfstoffe schützen vor der Zaire-Variante, die einige der größten Ebola-Ausbrüche in Afrika verursacht hat. Die Bundibugyo-Variante verursachte vor der aktuellen Epidemie bislang nur zwei Ausbrüche weltweit: 2007 in Uganda und 2012 im Kongo. Die Sterblichkeitsrate liegt bei dieser Variante bei 30 bis 50 Prozent und damit deutlich niedriger als bei der Zaire-Variante mit fast 90 Prozent.

Die existierenden Ebola-Impfstoffe schützen vor der Zaire-Variante, die einige der größten Ebola-Ausbrüche in Afrika verursacht hat. Die Bundibugyo-Variante verursachte vor der aktuellen Epidemie bislang nur zwei Ausbrüche weltweit: 2007 in Uganda und 2012 im Kongo.
Imago/Pond5 ImagesWie schnell breitet sich Ebola aus?
Die bislang tödlichste Ebola-Epidemie ereignete sich zwischen 2018 und 2020 in der Demokratischen Republik Kongo. Damals starben fast 2300 der insgesamt rund 3500 Erkrankten. Bei der letzten Ebola-Epidemie gab es laut WHO zwischen September und Dezember vergangenen Jahres 45 Todesopfer.
Das große zentralafrikanische Land Kongo mit seinen mehr als 100 Millionen Einwohnern hat schon viel Erfahrung im Umgang mit Ebola-Ausbrüchen. Die Besonderheiten der gegenwärtigen 17. Ebola-Epidemie im Land bereiten Experten allerdings Sorgen.
„Das ist eine Epidemie, die sich sehr schnell ausbreiten wird, umso mehr, als sie sich in einer sehr stark bevölkerten Provinz ereignet“, warnt der Virologe Jean-Jacques Muyembe. Er gehört zu den Entdeckern des Ebola-Virus und leitet das kongolesische Institut, das den erneuten Ebola-Ausbruch nachgewiesen hat.

Gesundheitsmitarbeiter verladen in Mongbwalu medizinisches Equipment in einen Kleinbus.
Imago/Anadolu AgencyWas löste die aktuelle Epidemie aus?
Derzeit laufen epidemiologischen Untersuchungen, um zu bestimmen, wie die aktuelle Ebola-Epidemie ausgelöst wurde. Bei dem ersten nachgewiesenen Fall handelte es sich um einen Krankenpfleger, der sich am 24. April mit auf Ebola hindeutenden Symptomen in einer Gesundheitseinrichtung in Ituris Hauptstadt Bunia meldete. Der mutmaßliche Ausbruchsherd wurde aber rund 90 Kilometer davon entfernt lokalisiert, in der Kleinstadt Mongbwalu.
Vermutlich sind Flughunde oder Fledermäuse das Reservoir für das Ebolavirus. Allerdings ist diese Frage noch nicht abschließend geklärt. Für den Ausbruch 2014/2015 in Westafrika gibt es Hinweise, dass eine Fledermaus-Art eine mögliche Wildtier-Quelle für das Ebolavirus war.

Desinfektionsmaßnahmen in Bunia.
Imago/Anadolu AgencyGibt es erprobte Impfungen?
Die gegenwärtige Ebola-Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Im Zentrum der Eindämmungsbemühungen stehen daher Abstandsregeln und der schnelle Nachweis neuer Infektionen, um die Zahl der Kontaktpersonen klein zu halten.
Die WHO-Repräsentantin für die DR Kongo, Anne Ancia, erklärte, es werde auf internationaler Ebene geprüft, „welcher Impfstoff-Kandidat oder welche Behandlung verfügbar sind und ob irgendwelche davon bei diesem Ausbruch von Nutzen sein könnten“.
Die existierenden Ebola-Impfstoffe schützen vor der Zaire-Variante, die einige der größten Ebola-Ausbrüche in Afrika verursacht hat. Die Bundibugyo-Variante verursachte vor der aktuellen Epidemie bislang nur zwei Ausbrüche weltweit: 2007 in Uganda und 2012 im Kongo. Die Sterblichkeitsrate liegt bei dieser Variante bei 30 bis 50 Prozent und damit deutlich niedriger als bei der Zaire-Variante mit fast 90 Prozent.
Wie schnell breitet sich Ebola aus?
Die bislang tödlichste Ebola-Epidemie ereignete sich zwischen 2018 und 2020 in der Demokratischen Republik Kongo. Damals starben fast 2300 der insgesamt rund 3500 Erkrankten. Bei der letzten Ebola-Epidemie gab es laut WHO zwischen September und Dezember vergangenen Jahres 45 Todesopfer.
Das große zentralafrikanische Land Kongo mit seinen mehr als 100 Millionen Einwohnern hat schon viel Erfahrung im Umgang mit Ebola-Ausbrüchen. Die Besonderheiten der gegenwärtigen 17. Ebola-Epidemie im Land bereiten Experten allerdings Sorgen.
„Das ist eine Epidemie, die sich sehr schnell ausbreiten wird, umso mehr, als sie sich in einer sehr stark bevölkerten Provinz ereignet“, warnt der Virologe Jean-Jacques Muyembe. Er gehört zu den Entdeckern des Ebola-Virus und leitet das kongolesische Institut, das den erneuten Ebola-Ausbruch nachgewiesen hat.
