Ermittlungen nach Großbrand
: Was war die Brandursache im Hohen Venn?

Nach dem verheerenden Brand im Hohen Venn gibt es einen ersten konkreten Verdacht zur Ursache. Doch noch sind wichtige Fragen offen.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Waldbrand im Hohen Venn

Nach dem verheerenden Brand im Hohen Venn gibt es neue Hinweise zur möglichen Ursache. Die Ermittlungen laufen und ein erster Verdacht rückt in den Fokus.

Bruno Fahy/Belga/dpa

Nach dem verheerenden Brand im Hohen Venn gibt es einen ersten konkreten Verdacht zur möglichen Ursache. Die belgische Staatsanwaltschaft prüft, ob das Feuer durch den Einsatz einer landwirtschaftlichen Maschine ausgelöst worden sein könnte. Fest steht die Brandursache allerdings noch nicht. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gehört eine Agrarmaschine derzeit zu den Hypothesen, die besonders genau untersucht werden. Zwei Sachverständige wurden mit der Aufklärung beauftragt, ein Experte für Brandursachen und ein Fachmann für Fahrzeugtechnik. Bis zu einem endgültigen Ergebnis dürfte es dauern. Die Ermittler verfolgen weiterhin mehrere mögliche Erklärungen. Die abschließenden Gutachten werden nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft erst in einigen Monaten vorliegen.

Hinweise auf menschliche Ursache

Dass das Feuer wahrscheinlich nicht auf natürliche Weise entstanden ist, hatte bereits EU-Kommissarin Hadja Lahbib erklärt. Die für Krisenvorsorge und Krisenmanagement zuständige Politikerin besuchte das Brandgebiet am Dienstag und sprach dort mit Experten. Anschließend sagte Lahbib, der Brand sei offensichtlich menschlichen Ursprungs. Sie gehe dabei eher von einem unbeabsichtigten oder unbewussten Verhalten aus. Ihre Einschätzung passt damit grundsätzlich zu der nun untersuchten Möglichkeit, dass eine landwirtschaftliche Maschine den Brand ausgelöst haben könnte. Ob sich dieser Verdacht bestätigt, ist jedoch offen. Die Ermittlungsbehörden haben bislang keine endgültige Brandursache festgestellt.

Rund 3.000 Hektar zerstört

Das Feuer hat in den vergangenen knapp zwei Wochen rund 3.000 Hektar Vegetation im Hohen Venn zerstört. Damit gehört der Brand zu den größten in der Geschichte Belgiens. Zeitweise kamen die Flammen bis auf wenige hundert Meter an die deutsche Grenze heran.

Waldbrand im Hohen Venn

Brandursache im Hohen Venn: Ermittlungen nehmen konkrete Spur auf

Valentin Bianchi/AP/dpa

Hunderte Feuerwehrleute waren über Tage im Einsatz. In weiten Teilen ist das Feuer inzwischen unter Kontrolle, vollständig beendet sind die Löscharbeiten aber noch nicht. Vor allem im nördlichen und östlichen Bereich des Brandgebiets kämpfen Einsatzkräfte weiterhin mit Glutnestern, die erneut aufflammen können.

Waldbrand im Hohen Venn

Brand im Hohen Venn: Verdacht auf fahrlässige Brandstiftung

Christoph Reichwein/dpa

Auch rund um die betroffenen Flächen gelten deshalb weiterhin Einschränkungen. Wichtige Straßen sind zwar wieder geöffnet, in unmittelbarer Nähe des Brandgebiets bleibt die Situation jedoch angespannt.

Waldbrand im Hohen Venn: 20.08.2026, Belgien, Sourbrodt: Kilometerweit sind von einem Aussichtspunkt auf belgischer Seite nur verbrannte Flächen im Naturschutzgebiet Hohes Venn zu sehen. Foto: Christoph Reichwein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Feuerkatastrophe im Hohen Venn: Ursache weiter unklar

Christoph Reichwein/dpa

Für die Frage, wie das Feuer tatsächlich entstanden ist, gibt es damit erstmals eine konkrete Spur. Ob eine landwirtschaftliche Maschine tatsächlich der Auslöser war, müssen nun die technischen und brandspezifischen Untersuchungen zeigen.