Und es wird noch heißer: Pazifikregion erhitzt sich: Sehr starker El Niño erwartet

El Niño ist zurückgekehrt: Die buchbaren Durchfahrten im Panamakanal werden deshalb ab September schrittweise leicht gesenkt, wie die Verwaltung der Wasserstraße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik mitteilte.
Imago/Anadolu Agency- El Niño verstärkt sich stark, NOAA erwartet mit >90 % ein sehr starkes Ereignis.
- DWD sieht weltweit deutliche Effekte, in Europa bleiben Folgen ungewiss.
- Preise für Produkte wie Zucker, Kaffee und Kakao könnten steigen.
- Panamakanal senkt ab September buchbare Durchfahrten – Wassermangel trotz Regenzeit.
- El Niño erwärmt den östlichen Pazifik, verursacht Dürren und Überflutungen in vielen Regionen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das aktuelle Klimaphänomen El Niño verstärkt sich zusehends und könnte nach Expertenschätzungen sogar zum größten seit Messbeginn werden. Die direkten Auswirkungen auf Europa sind nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes (DWD) noch ungewiss. Menschen und Landwirtschaft in anderen Erdregionen könnte es aber deutlich stärker treffen und damit auch in Deutschland Preise für bestimmte Produkte erhöhen.
„Die Entwicklung ist bereits deutlich erkennbar“
„Im Pazifik bahnt sich eines der stärksten El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen an“, schreibt der DWD. „Die Entwicklung ist bereits deutlich erkennbar.“ Über dem zentralen und östlichen Pazifik - einer Region, die für die Entstehung des El Niños entscheidend ist - lagen die Meeresoberflächentemperaturen im Juli demnach deutlich über dem Mittel.
Besonders betroffen von einem starken El Niño können laut DWD unter anderem Teile Amerikas, Australiens, Asiens und Afrikas sein. Während es in einigen sonst trockenen Gebieten zu kräftigen Niederschlägen kommen könne, führe El Niño in anderen Regionen häufig zu schwerer Dürre.
Folgen hängen von vielen Faktoren ab
In Europa seien die Folgen eines starken El Niños deutlich weniger ausgeprägt. Es liegt weit weg vom tropischen Pazifik. Das Klimaphänomen könnte dort laut DWD vor allem indirekte Auswirkungen durch Veränderungen der großräumigen atmosphärischen Zirkulation haben. Die konkreten Folgen hingen jedoch von vielen Faktoren ab und seien aktuell „noch nicht adäquat“ prognostizierbar.
Armin Bunde, emeritierter Professor an der Universität Gießen, der selbst El Niños berechnet hat, verweist auf indirekte Auswirkungen. „So können schlechte Ernten im Pazifikraum zu höheren Preisen für Zucker, Kaffee und Kakao führen.“
Weniger Wasser im Panamakanal
Für die Zahl erlaubter Schiffpassagen im Panamakanal sind schon Folgen angekündigt. Die buchbaren Durchfahrten werden ab September schrittweise leicht gesenkt, wie die Verwaltung der Wasserstraße zwischen dem Atlantik und dem Pazifik mitteilte.
Trotz der laufenden Regenzeit und bereits ergriffener Wassersparmaßnahmen, um die Auswirkungen des Klimaphänomens El Niño abzumildern, seien zusätzliche vorbeugende Schritte erforderlich. Der Panamakanal funktioniert mit Schleusen. Jedes Mal, wenn ein Schiff hindurchfährt, fließt Süßwasser ins Meer ab.
„Historisches Ereignis“ möglich
Nach Angaben der US-Klimabehörde (NOAA) verstärkt sich El Niño derzeit und wird mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent in den kommenden Monaten zu einem „sehr starken“ Ereignis. Das ist die höchste von vier Kategorien.
Es könnte sogar der stärkste El Niño seit Messbeginn werden. „Während der Saison von Oktober bis Dezember 2026 besteht eine 69-prozentige Wahrscheinlichkeit für ein historisches Ereignis, das die Stärke aller bisherigen El-Niño-Ereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 übertreffen würde“, hatte die Noaa kürzlich geschrieben.
Was El Niño bewirkt
El Niño – und sein Gegenpart und La Niña – ist eine Wetteranomalie, die Westküste von Südamerika, Südasien und Australien Extremwetter wie Hitze, Frost, Wirbelstürme und Starkregen verursacht. Die Folgen können Dürren, Riesenwellen, Überschwemmungen und Erdrutsche sein.
Bei El Niño kommt es zu einem Auftreten außergewöhnlicher, nicht zyklischer, veränderter Meeresströmungen im sogenannten ozeanografisch-meteorologischen System (englisch: El Niño-Southern Oscillation/Enso) des äquatorialen Pazifiks.
Das Wetterphänomen führt zu einer Erwärmung der Temperaturen an der Oberfläche des zentralen und östlichen Pazifiks und sorgt für weltweit Veränderungen von Wind, Luftdruck und Regenfällen. Dies verursacht wiederum in einigen Erdregionen Dürren, in anderen hingegen Überflutungen.
Es tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert typischerweise zwischen neun und zwölf Monaten. Zusammen mit dem menschengemachten Klimawandel hatte der letzte El Niño dazu beigetragen, dass etwa 2023 global das zweitheißeste und 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren. (mit dpa-Agenturmaterial)
