Fehlende Wolken als wichtigster Treiber: Folgen der Super-Sommer: UV-Strahlung hat in Europa deutlich zugenommen

Hitze-Sommer: Die Sonne brennt vom Himmel und die gefährliche UV-Strahlung erreicht Höchstwerte.
Imago/W2Art- UV-Strahlung in Europa steigt: 26 von 40 Stationen meldeten 2013–2022 Zuwächse.
- Mediananstieg lag bei etwa 1,2 Prozent pro Jahr – besonders bei 14 SED relevant.
- Weniger Bewölkung gilt als Haupttreiber, Ozon und Aerosole spielen meist geringe Rolle.
- Mitteleuropa zeigt die stärksten Anstiege, Iberische Halbinsel teils kaum Zuwachs.
- Sommer bleibt für den UV-Schutz entscheidend, trotz hoher Zuwächse in Wintermonaten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehr Sonnenschein bedeutet in Europa zunehmend auch mehr hautwirksame UV-Strahlung – mit fatalen Folgen für Alltag und Gesundheit. Eine neue Auswertung von 40 Messstationen zeigt für die Jahre 2013 bis 2022 an 26 Standorten signifikante Anstiege, im Median um etwa 1,2 Prozent pro Jahr. Bei einer mittleren täglichen Dosis von rund 14 SED entspricht das etwa 0,17 SED pro Jahr bzw. insgesamt rund 1,7 SED über das Jahrzehnt.
- Zur Info: Die ultraviolette ( UV -)Strahlung, die den Wellenlängenbereich von 100 Nanometer (nm) bis 400 nm umfasst, ist der energiereichste Teil der optischen Strahlung. UV -Strahlung ist die Ursache für sofortige und langfristige Wirkungen an Haut und Augen der Menschen und ein wichtiger Umweltparameter.
- SED steht für Standard-Erythem-Dosis (Standard Erythemal Dose). Sie ist eine international anerkannte Maßeinheit zur Messung der hautschädigenden (erythemwirksamen), ultravioletten Sonnenstrahlung.
Regionale Muster erkennbar
Besonders stark nehmen die Werte in Mitteleuropa zu, während Nord- und Südeuropa moderater ausfallen und Teile der Iberischen Halbinsel kaum Zuwächse zeigen. Monatsweise sind die Zunahmen häufig im Januar, Februar und Juni am ausgeprägtesten. Je nach Monat liegen sie typischerweise bei zwei bis vier Prozent pro Jahr.
Entscheidend ist dabei weniger ein gleichmäßiger Anstieg über alle Monate als vielmehr der kräftige Zuwachs einzelner Monate. „Unsere Messreihen zeigen ein großräumiges, aber regional unterschiedlich starkes Plus an UV. Die Muster decken sich mit Trends der globalen Solarstrahlung aus Satellitendaten“, erklärt Alois Schmalwieser von der Abteilung für Medizinische Physik und Biophysik der Vetmeduni in Wien im Fachjournal Photochemical & Photobiological Science.
Wolkenrückgang als Hauptursache
Der Haupttreiber ist weniger Bewölkung. Wo die Sonnenscheindauer zunimmt, steigt die Boden-UV meist im Gleichschritt – ein Bild, das auch satellitengestützte Datensätze zur globalen Solarstrahlung stützen.
Aerosole und Ozon spielen dagegen im Mittel der Dekade eine untergeordnete Rolle. Messreihen der Gesamtozonmenge zeigen keine europaweiten Abnahmen. Im Winterhalbjahr sind die relativen Zuwächse in nördlichen Ländern oft am größten, absolut bleibt jedoch der Sommer entscheidend.
„Auch wenn die prozentualen Zuwächse im Winter teils am größten sind: Für den Gesundheitsschutz bleibt der Sommer die entscheidende Jahreszeit, weil er den größten Anteil an der jährlichen UV-Dosis liefert“, betont Schmalwieser. Im Alpenraum verstärken Topografie und Schneebedeckung die räumliche Variabilität. Die enge Übereinstimmung zwischen Bodenmessungen und hochaufgelösten Satellitenkarten spricht für reale, regional konsistente Signale.
Sommer bleibt für den UV-Schutz entscheidend
Der Anstieg verteilt sich nicht gleichmäßig über das Jahr, denn an 38 Stationen nahm die UV-Dosis in mindestens einem Kalendermonat signifikant zu, besonders häufig im Januar, Februar, Juni und Oktober.
Prozentual können Wintermonate hohe Zuwächse zeigen, doch für die gesundheitlich relevante Gesamtdosis bleiben die Sommermonate entscheidend, weil dann die UV-Strahlung in Europa am höchsten ist.
