Flugzeug nach Tel Aviv
: Was ist im Flydubai-Flug FZ1073 passiert?

Ein Notfallsignal, aufsteigende Kampfjets und eine ungeplante Landung in Saudi-Arabien: Auf Flydubai-Flug FZ1073 nach Tel Aviv kam es zu einem außergewöhnlichen Zwischenfall. Was passiert ist.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Flugvorfall im Nahen Osten: Israelische Touristen steigen aus einem Flugzeug der Fluggesellschaft FlyDubai, das vom Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv gestartet war, auf dem Flughafen von Dubai aus. Ein Flugzeug auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Tel Aviv hat nach israelischen Medienberichten ein Notfallsignal gesendet. (zu dpa: «Prügelei im Cockpit: Flydubai-Maschine landet in Saudi-Arabien»)

Flydubai-Flug FZ1073 nach Tel Aviv sendet Notfallcodes und landet in Saudi-Arabien. Was über den Zwischenfall im Cockpit des Flugzeugs bekannt ist.

Malak Harb/AP/dpa

Ein Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv hat am Mittwochmorgen für einen größeren Sicherheitseinsatz gesorgt. Die Maschine mit der Flugnummer FZ1073 sendete während des Flugs mehrere Notfallcodes, änderte ihren Kurs und landete schließlich sicher im saudi-arabischen Tabuk. Zunächst stand der Verdacht einer möglichen Entführung im Raum. Später deuteten die Berichte jedoch auf eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen den Piloten hin.

Notfallcodes 7700 und 7500 ausgelöst

FZ1073 war am Morgen in Dubai gestartet und sollte gegen 9:30 Uhr am Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv landen. Nach etwa anderthalb Stunden Flugzeit kam es beim Einflug in den jordanischen Luftraum zu dem Zwischenfall. Zunächst setzte die Maschine den Transpondercode 7700 ab. Dieser steht für eine allgemeine Luftnotlage. Kurz darauf folgte der Code 7500. Er signalisiert einen möglichen unrechtmäßigen Eingriff an Bord und kann unter anderem auf eine Flugzeugentführung hinweisen. Gleichzeitig änderte das Flugzeug seinen Kurs und flog in Richtung Saudi-Arabien. Nach ausgewerteten Flugverfolgungsdaten verlor die Maschine über dem Nordwesten des Landes innerhalb weniger Minuten deutlich an Höhe. Statt den Flug nach Tel Aviv fortzusetzen, steuerte sie den Flughafen Tabuk an.

Israel lässt Kampfjets aufsteigen

Wegen des Entführungssignals reagierten die israelischen Behörden zunächst auf ein mögliches Sicherheitsszenario. Nach israelischen Medienberichten ließ die Luftwaffe Kampfjets aufsteigen. Auch auf politischer und militärischer Ebene wurden Beratungen eingeleitet. Israels Generalstabschef Ejal Zamir besprach die Lage mit ranghohen Kommandeuren, darunter dem Chef der Luftwaffe. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz hielten ebenfalls Sicherheitsberatungen ab. Vorsorglich wurden zeitweise auch Abflüge vom Flughafen Ben Gururion gestoppt. Der normale Flugbetrieb wurde später wieder aufgenommen.

Keine Entführung - offenbar Streit im Cockpit

Nach der Landung verdichteten sich die Hinweise darauf, dass keine Entführung stattgefunden hatte. Flydubai sprach Berichten zufolge von einem gewalttätigen Vorfall an Bord und einer Auseinandersetzung zwischen den Piloten. Mehrere israelische Medien berichteten von einem Streit beziehungsweise einer Handgreiflichkeit im Cockpit. Nach einem Bericht sollen der Pilot Russe und der Copilot Ukrainer sein. Die genaue Ursache der Auseinandersetzung blieb zunächst unklar.

Einzelne Medien berichteten darüber hinaus, der Pilot habe möglicherweise versucht, sich selbst zu töten, und der Copilot habe eingegriffen. Diese Darstellung wurde jedoch nicht bestätigt. Sicher ist lediglich, dass eine Auseinandersetzung zwischen den Piloten Ursache des Notfalls war. Andere Berichte erwähnten, dass einer der beiden Piloten zeitweise das Bewusstsein verloren haben soll.

Sichere Landung in Tabuk

Die Maschine landete schließlich sicher auf dem Flughafen Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens. Dort befindet sich sowohl ein ziviler als auch ein militärischer Flughafenbereich. An Bord sollen sich rund 180 Passagieren befunden haben. Nach Angaben von Flydubai seien alle Passagiere unverletzt geblieben. Dass die Maschine ausgerechnet in Saudi-Arabien landete, ist auch politisch ungewöhnlich. Israel und Saudi-Arabien unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.

Ersatzflugzeug soll Passagiere weiterbringen

Flydubai kündigte nach dem Zwischenfall an, ein weiteres Flugzeug von Dubai nach Saudi-Arabien zu schicken. Dieses sollte die Passagiere aufnehmen und den Flug nach Israel fortsetzen. Die Fluggesellschaft leitete zudem eine Untersuchung des Vorfalls ein.