Flugzeug nach Tel Aviv
: Was ist im Flydubai-Flug FZ1073 passiert?

Ein Notfallsignal, aufsteigende Kampfjets und eine ungeplante Landung in Saudi-Arabien: Auf Flydubai-Flug FZ1073 nach Tel Aviv kam es zu einem außergewöhnlichen Zwischenfall. Was passiert ist.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Flugvorfall im Nahen Osten: Ein Flugzeug der Fluggesellschaft flydubai mit israelischen Passagieren an Bord, die zuvor in einem anderen flydubai-Flugzeug gesessen hatten, das in Saudi-Arabien notgelandet war, steht bei der Ankunft am Internationalen Flughafen Ben Gurion auf dem Rollfeld. (zu dpa: «Netanjahu würdigt angegriffenen Piloten: «ein wahrer Held»»)

Flydubai-Flug FZ1073 nach Tel Aviv sendet Notfallcodes und landet in Saudi-Arabien. Was über den Zwischenfall im Cockpit des Flugzeugs bekannt ist.

Jamal Awad/dpa

Ein Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv ist nach einem schweren Zwischenfall im Cockpit in Saudi-Arabien notgelandet. Nach Angaben der israelischen Regierung soll ein Co-Pilot seinen Kollegen mit einem Messer angegriffen und versucht haben, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Passagiere und Besatzungsmitglieder überwältigten den mutmaßlichen Angreifer. Die genauen Hintergründe sind bislang ungeklärt. Flug FZ1073 war am Morgen des 30. September 2026 in Dubai gestartet. An Bord befanden sich nach israelischen Medienberichten 174 Passagiere, darunter 27 Kinder. Fast alle Reisenden sollen Israelis gewesen sein.

Gewalt im Cockpit

Nach Darstellung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu griff einer der Piloten seinen Kollegen mit einem Messer an. Bei dem Verletzten soll es sich um den indischen Flugkapitän Smit Machchhar handeln. Netanjahu erklärte, der Angreifer habe offenbar versucht, die Maschine zum Absturz zu bringen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem versuchten „dschihadistischen Anschlag“. Flydubai selbst bestätigte lediglich eine Auseinandersetzung im Cockpit. Die Hintergründe und Motive seien weiterhin unklar. Nach israelischen Sicherheitskreisen wird bislang von einem Einzeltäter ausgegangen. Hinweise auf eine Beteiligung eines Staates oder einer Terrororganisation gebe es demnach nicht.

Maschine verliert massiv an Höhe

Während des Vorfalls verlor die Boeing 737 innerhalb kurzer Zeit mehrere Tausend Meter Höhe. Je nach Quelle ist von rund 4.300 bis 5.000 Metern die Rede. Passagiere berichteten von Panik und Schreien in der Kabine. In Videos sind verängstigte Fluggäste und Blutspuren zu sehen. Über Lautsprecher wurden die Passagiere aufgefordert, sitzen zu bleiben. Berichten zufolge setzte das Flugzeug zunächst den Notfallcode 7700 ab, später den Code 7500, der auf eine mögliche Entführung hinweist.

Passagiere überwältigen den Angreifer

Mehrere Passagiere und Crewmitglieder sollen schließlich ins Cockpit gelangt sein. Der Passagier Yaniv Hayoun schilderte, der schwer verletzte Kapitän habe die Cockpittür noch geöffnet. Hayoun sagte, er und weitere Passagiere hätten den Co-Piloten überwältigt, während dieser versucht habe, Instrumente zu beschädigen. Weil sich die Maschine im Sinkflug befand, sei Hayoun anschließend noch einmal ins Cockpit zurückgekehrt und habe am Steuerhorn gezogen, um das Flugzeug zu stabilisieren. Danach übernahm eine zweite Pilotenbesatzung, die als Passagiere mitgereist war, die Kontrolle über die Maschine.

Notlandung in Saudi-Arabien

Flug FZ1073 wurde ins saudi-arabische Tabuk umgeleitet und landete dort sicher. Der Flughafen teilte mit, der Kapitän und der Erste Offizier seien verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Weitere Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Flydubai erklärte, alle Passagiere und die übrige Crew seien in Sicherheit. Der mutmaßliche Angreifer wurde nach Angaben der israelischen Regierung festgenommen und von saudischen Behörden befragt. Über seine Herkunft gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Israelische Medien berichteten später, der Co-Pilot stamme aus Oman. Eine offizielle Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor.

Passagiere später in Tel Aviv

Mehr als zehn Stunden nach dem Vorfall wurden die Reisenden mit einer Ersatzmaschine nach Tel Aviv gebracht. Dort wurden sie von Angehörigen empfangen. Der direkte Flug von Saudi-Arabien nach Israel war ungewöhnlich, da beide Staaten keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Flydubai setzte nach dem Vorfall alle Flüge von und nach Israel bis auf Weiteres aus. Auch Saudi-Arabien kündigte Ermittlungen an. Was den Zwischenfall ausgelöst hat und welches Motiv der mutmaßliche Angreifer hatte, ist weiterhin offen.