Folgen des Klimawandels: Forscher erwarten Rekord-El-Niño und Extremhitze

El nino wirbelt wieder das weltweite Klima durcheinander und sorgt für Hitzwelle, Starkregen und Dürren.
Imago/Zoonar- Forschende erwarten einen extremen El Niño – Modelle deuten auf Rekordstärke hin.
- WMO meldet starke Intensität zwischen Juli und September und warnt vor Extremwetter.
- El Niño erwärmt den zentralen und östlichen Pazifik, verändert Winde, Druck und Niederschlag.
- Folgen reichen von Dürre über Starkregen bis zu Hitzewellen an Land und im Meer.
- 2023 war global das zweitheißeste und 2024 das heißeste Jahr, verstärkt durch El Niño.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Wetterphänomen El Niño dürfte laut einem maßgeblichen internationalen Forschungsinstitut diesmal so stark ausfallen wie noch nie und damit zu besonders häufigen und schweren Extremwetter-Ereignissen beitragen.
Hinweise auf „extremen“ El Niño
Die Vorhersagemodelle deuteten auf einen „extremen“ El Niño hin, erklärt Tim Stockdale vom unabhängigen Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), der sich seit drei Jahrzehnten mit dem Wetterphänomen beschäftigt.
Aus seiner Sicht sei es „absolut wahr zu sagen, dass wir noch nie eine Vorhersage eines El Niño hatten, der so stark und stetig in den (Vorhersage-)Modellen war“, betont Stockdale. Es wäre „eine sehr, sehr große Überraschung“, wenn dies kein Rekord-El-Niño werde.
Was El Niño bewirkt
Das Wetterphänomen El Niño führt zu einer Erwärmung der Temperaturen an der Oberfläche des zentralen und östlichen Pazifiks und sorgt für weltweit Veränderungen von Wind, Luftdruck und Regenfällen. Dies verursacht wiederum in einigen Erdregionen Dürren, in anderen hingegen Überflutungen.
Es tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert typischerweise zwischen neun und zwölf Monaten. Zusammen mit dem menschengemachten Klimawandel hatte der letzte El Niño dazu beigetragen, dass 2023 global das zweitheißeste und 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren.
Phänomen von „starker Intensität“
Auch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnt vor massiven Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño und fordert die betroffenen Länder auf, sich darauf vorzubereiten. Zwischen Juli und September werde das Phänomen eine „starke Intensität“ erreichen, teilt die UN-Behörde in ihrem monatlichen Klima-Bericht mit. El Niño habe bereits eingesetzt und die Wahrscheinlichkeit von Extremwetter-Ereignissen sei in vielen Regionen der Welt gestiegen.
El Niño ist ein natürlich auftretendes Phänomen, bei dem sich die Wasseroberfläche im Pazifik erwärmt, was zu weltweiten Veränderungen der Winde, des Luftdrucks und der Niederschläge führt. Seine Stärke wird in schwach, moderat, stark oder sehr stark eingestuft. Die WMO-Prognose sieht den diesjährigen El Niño also bislang auf der zweithöchsten Stufe.
„Die Bedingungen für El Niño haben sich im tropischen Pazifik entwickelt und werden den Vorhersagen zufolge in den kommenden Monaten schnell an Stärke gewinnen“, teilt die UN-Behörde weiter mit.
Dürre, Starkregen, Hitzewellen
WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo warnt vor Trockenheit und vor starkem Regenfall sowie vor Hitzewellen an Land und im Meer in vielen Regionen. Sie kündigt an, dass die WMO ihr Frühwarnsystem ausbauen werde. „Fortgeschrittene saisonale Vorhersagen und frühe Warnungen sind entscheidend, um Leben zu retten und die Auswirkungen auf unsere Wirtschaften und Gemeinden abzufedern.“
El Niño ist zu Beginn nur ein warmer Meeresstrom, der die Wassertemperatur vor der Pazifikküste Lateinamerikas um einige Grad erhöht. Normalerweise sorgen Passatwinde dafür, dass das warme Wasser entlang des Äquators über den Pazifik nach Westen getrieben wird und kalte Wasserschichten voller Nährstoffe an der Küste aufsteigen können.
Wenn der Luftdruck sich allerdings ändert, nimmt der Wind ab oder kann sogar Richtung Land blasen. Die Warmwasserschichten im Westen des Pazifiks treiben zur Küste zurück, der Austausch des kalten und warmen Wassers in Küstennähe findet nicht mehr statt. Das ist der Beginn einer verhängnisvollen Kettenreaktion, die nicht mehr zu stoppen ist.
2024 heißestes je gemessenes Jahr
2024 wurde durch El Niño zum heißesten jemals gemessenen Jahr. Das Phänomen tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert normalerweise zwischen neun und zwölf Monate.
Laut der WMO führt der menschengemachte Klimawandel nicht zu einem häufigeren oder stärkeren Auftreten von El Niño, er könne aber die Auswirkungen verstärken. Dies sei etwa in den Jahren 2023 und 2024 der Fall gewesen. (mit dpa/AFP-Material)
