Folgen des Klimawandels: Immer trockener: Was die aktuelle Hitze mit dem Boden macht

ARCHIV - 15.07.2026, Bayern, Mariaposching: Ausgetrocknet ist eine Sandbank beim bayerischen Mariaposchin an der Niedrigwasser führenden Donau.
Armin Weigel/dpa- Studie: Hitze verstärkt in Europa die Dürre – nicht nur fehlender Regen ist ausschlaggebend.
- Gestiegene Verdunstung trocknet Böden, Flüsse und Seen schneller aus, so WWA-Forscher.
- Bodendürre in Westeuropa etwa fünfmal, in Osteuropa etwa elfmal wahrscheinlicher geworden.
- Bedingungen treten bereits bei 1,4 Grad Erwärmung auf, Risiko steigt bei weiterem Anstieg.
- Folgen treffen Landwirtschaft und Haushalte: Ernteverluste, höhere Lebensmittelpreise, Wasserauflagen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die anhaltende Hitze und Trockenheit der vergangenen Monate hat laut einer neuen Studie als Folge des Klimawandels die Dürre in Europa weiter verstärkt.
Ausschlaggebend ist nicht allein der Niederschlagsmangel, sondern vor allem die durch Hitze dramatisch gestiegene Verdunstung, wie die Forschungsergebnisse der World Weather Attribution (WWA) aufzeigen. Beteiligt daran waren auch Forscher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach.
„Verstärkte Tendenz zu ungewöhnlicher Austrocknung der Böden“
„Trotz höherer Winterniederschläge in weiten Teilen Europas beobachten wir inzwischen bereits im Frühjahr eine verstärkte Tendenz zu ungewöhnlicher Austrocknung der Böden“, sagt Dominik Schumacher vom Institut für Atmosphären- und Klimawissenschaften der ETH Zürich. „Das haben wir selbst verursacht: Mit steigenden Temperaturen nimmt der „Durst“ der Atmosphäre rasch zu und entzieht Flüssen, Seen, Stauseen und Böden Feuchtigkeit.“
Landwirtschaftliche Bodendürren in Westeuropa sind der Analyse zufolge etwa fünfmal wahrscheinlicher geworden als vor der Industrialisierung. In Osteuropa, wo trockene Bedingungen seit sechs Monaten anhalten, sei die Bodendürre etwa elfmal wahrscheinlicher, teilen die Autoren mit.
Niederschlagsdefizite, die früher keine Dürre ausgelöst hätten, würden heute zu Dürrebedingungen führen. In beiden Untersuchungsregionen habe der Klimawandel die Schwere der beobachteten Dürre erhöht.
Risiko steigt bei weiterer Erwärmung
„Am alarmierendsten ist, dass diese Bedingungen bereits bei einer Erwärmung von 1,4 Grad Celsius auftreten“, erklärt Mariam Zachariah vom Imperial College London. „Sollten die globalen Emissionen die Temperaturen wie prognostiziert auf 2,8 Grad Celsius ansteigen lassen, könnten diese intensiven Verdunstungsbedingungen doppelt so wahrscheinlich werden und Dürren wie diese zu einem regelmäßigen Ereignis machen.“
Ohne rasche und entschlossene Emissionsminderungen steuere Europa „auf eine Zukunft zu, in der diese glühend heißen, trockenen Sommer immer wieder auftreten“, fügte Zachariah an.
Für die Studie hatten Wissenschaftler aus zwölf europäischen Ländern Trends bei Niederschlag, Bodenfeuchte und der potenziellen Evapotranspiration (PET) - ein Maß für den „Durst“ der Atmosphäre als Fähigkeit, Feuchtigkeit zu verdunsten - analysiert.
Ist die Ernte gefährdet?
Die Forscher verweisen auf greifbare Folgen. Die Dürre belaste vor allem die Landwirtschaft erheblich. „Historische Ernteverluste könnten zusammen mit den anhaltenden globalen Konflikten die Lebensmittelpreise erhöhen und Haushalte mit geringem Einkommen überproportional treffen“, heißt es in der Untersuchung weiter.
Genannt wird beispielsweise die niedrigste Maisernte Frankreichs seit 50 Jahren. Viele Länder in Europa hätten bereits Notfallbeschränkungen oder vorübergehende Verbote für nicht notwendige Nutzungen von Trinkwasser eingeführt. Das könne den finanziellen Druck erhöhen, insbesondere für einkommensschwache Haushalte. (mit dpa-Agenturmaterial)
