Folgen des Klimawandels
: Waldbrände in Spanien durch Klimakrise 20-mal wahrscheinlicher

Frankreich und Spanien kämpfen gegen die Flammen. Forscher haben nun berechnet, welche Rolle die Erderwärmung für die verheerende Katastrophe spielt.
Von
Markus Brauer
Madrid/London
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Luftaufnahme von verkohlten Bungalows auf einem Campingplatz, der im Valle de Iruelas von einem Waldbrand verwüstet wurde.

Luftaufnahme von verkohlten Bungalows auf einem Campingplatz, der im Valle de Iruelas von einem Waldbrand verwüstet wurde.

Manu Fernandez/AP/dpa
  • Klimawandel erhöht Waldbrandrisiko: In Spanien 20-mal wahrscheinlicher, in Frankreich mindestens doppelt.
  • WWA-Analyse: „Feuerwetter“ tritt heute deutlich häufiger auf als vorindustriell.
  • In Südwestfrankreich etwa alle 20 Jahre verheerende Brände – in Zentralspanien etwa alle sechs Jahre.
  • Nasse Winter und trockene Frühlinge gelten als Haupttreiber, Vegetation wirkt später als Brandbeschleuniger.
  • Behörden kämpfen gegen Flammen, Hitze erschwert Einsätze – Hunderttausende mussten fliehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die verheerenden Waldbrände in Spanien und Frankreich sind einer aktuellen Analyse zufolge durch den Klimawandel deutlich wahrscheinlicher geworden.

Die Wetterbedingungen, welche die enorme Ausbreitung der Feuer ermöglichen, seien in Frankreich durch den menschengemachten Klimawandel mindestens doppelt so wahrscheinlich geworden, in Spanien sogar mindestens 20-mal so wahrscheinlich, wie Wissenschaftler der Organisation World Weather Attribution (WWA) berechnet haben. Dabei handelt es sich nach Angaben der Forscher sogar noch um konservative Schätzungen.

Im heutigen Klima sei mit solchen verheerenden Waldbränden im Südwesten Frankreichs etwa alle 20 Jahre zu rechnen, in Zentralspanien etwa alle sechs Jahre, heißt es weiter.

In dem 2014 gegründeten Netzwerk „World Weather Attribution“ untersuchen Fachleute, wie der Klimawandel einzelne Extremwetterereignisse beeinflusst.

Gefährlicher Mix

Die Forscher betrachteten einen Sieben-Tages-Zeitraum aus dem aktuellen Juli, in dem extreme Brandrisikobedingungen in den Regionen vorherrschten, und verglichen diese mit den extremsten Brandrisikozeiträumen früherer Sommer. Mit Hilfe von Simulationen berechneten sie, wie viel wahrscheinlicher solche Bedingungen im heutigen Klima entstehen im Vergleich zu den klimatischen Bedingungen des vorindustriellen Zeitalters.

Das sogenannte Feuerwetter wird in der Analyse mit Hilfe eines Indexes definiert, der sowohl Hitze als auch Luftfeuchtigkeit und Wind berücksichtigt.

Die aktuellsten Waldbrände in Frankreich und Spanien gehören zu den verheerendsten in der Geschichte der Länder und haben Hunderttausende zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Die aktuelle Hitze erschwert die Bekämpfung zusätzlich.

„Der Klimawandel sorgt dafür, dass die Wetterkonstellationen, die Landschaften zu Brandherden machen und Brände zur Katastrophe werden lassen, deutlich häufiger auftreten“, erklärt die Forscherin und WWA-Gründerin Friederike Otto vom Imperial College London.

Hitze und trockene Landschaften

Die Forschungsgruppe verwies auf nasse Winter mit einem daran anschließenden trockenen Frühling. Diese Abfolge werde zu einem „Haupttreiber“ des Waldbrandrisikos. Solches Wetter trage zum Wachstum der Vegetation bei, die dann abtrockne und zu einem Brandbeschleuniger werde, heißt es weiter

„Die Mega-Brände machen deutlich, wie schnell klimabedingte Hitze und trockene Landschaften Waldbrände in verheerende nationale Katastrophen verwandeln können“, erklärt der Chef des UN-Klimasekretariats, Simon Stiell. Die Lösung liege auf der Hand: Alle Länder müssten schneller von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umsteigen und die Menschen vor den Folgen des Klimawandels schützen. (Text: dpa)