Beet ohne Umgraben: So legt man ein Kompostbeet an

Kompostbeete verfügen über nährstoffreichen fruchtbaren Boden.
Shutterstock/Joanne DaleIn sogenannten „No-Dig-Beeten“, also Beeten, die nicht umgegraben werden, verwenden Gartenbesitzer am besten reifen Kompost. Die Pflanzen werden dann direkt in den Kompost gesetzt. Da er Wasser und Nährstoffe hervorragend speichert, eignet sich reifer Kompost ideal als Grundlage für ein Gemüsebeet.
Kompostbeet anlegen: So geht’s
Der perfekte Zeitpunkt ein Kompostbeet anzulegen, ist im Herbst oder frühen Frühjahr. Dort wo das Beet entstehen soll, muss der Rasen gemäht werden. Anschließend wird der Boden dick und mehrlagig mit Pappe ausgelegt. Durch diese Barriere werden darunterliegende Pflanzen daran gehindert, ins Beet hineinzuwachsen. Wer eine Beetkante anlegt, sorgt dafür, dass Gras oder andere Pflanzen nicht ins Beet wachsen und erleichtert außerdem das Befüllen. Auf der Pappe wird anschließend reifer Kompost verteilt. Etwa 15 Zentimeter hoch sollte man ihn schichten. Wer möchte, kann das Beet direkt bepflanzen. Idealerweise ruht es über den Winter noch etwas, bevor es im Frühjahr bepflanzt wird. Ist der Kompost über den Winter stark zusammengesackt, kann man vor der Bepflanzung des Beets nochmal eine kleine Menge ausbringen.
Hügel- oder Hochbeet als Kompostbeet anlegen
Wer ein Hügel- oder Hochbeet als Kompostbeet anlegen möchte, sollte damit im späten Winter oder frühen Frühjahr beginnen. Je nach Beet-Art besteht es aus verschiedenen Schichten:
Kompost-Hochbeet:
- Erste Schicht: 25 bis 40 Zentimeter geschichtet Äste, Holzscheite oder Steine
- Zweite Schicht: 15 bis 20 Zentimeter lockeres Füllmaterial von Pflanzenresten und Blättern
- Dritte Schicht: 30 bis 40 Zentimeter Frischkompost
- Vierte Schicht: 15 bis 20 Zentimeter Pflanzenerde oder reifer Kompost
Kompost-Hügelbeet:
- Erste Schicht: 40 Zentimeter kleine Äste und Zweige
- Zweite Schicht: 15 Zentimeter Rasensoden
- Dritte Schicht: 15 Zentimeter feuchtes Laub oder Stroh
- Vierte Schicht: 20 Zentimeter Mist oder frischer Kompost
- Fünfte Schicht: 20 Zentimeter Gartenerde und reifer Kompost
Wie pflegt man ein Kompostbeet?
Ist das Kompostbeet einmal angelegt, muss man es noch ordentlich pflegen. Dafür bringt man in regelmäßigen Abständen etwa zwei bis fünf Zentimeter neuen Kompost aus und mulcht die Fläche mit Laub, altem Rasen oder Stroh.
Was kann man im Kompostbeet anpflanzen?
Bei einem Kompostbeet gilt es zu beachten, dass man im ersten Jahr noch kein Wurzelgemüse anpflanzen kann, da das Beet nach unten durch die Pappe begrenzt ist. Da Kompostbeete besonders nährstoffreich sind, können auch Starkzehrer gut darin gedeihen.
Vorteile eines Kompostbeets
Der größte Vorteil des Kompostbeets ist, dass man im Garten dafür nicht umgraben muss. Mit nur wenigen Handgriffen kann das Beet angelegt werden und der Kompost bietet einen nährstoffreichen Grund für das Gemüsebeet. Ob im Hochbeet oder Hügelbeet – teilweise verrottetes Kompostmaterial kann als Schicht unterhalb des Pflanzkomposts verwendet werden. Es verrottet dann direkt im Beet und bildet dadurch Wärme aus, die wiederum für besseres Pflanzenwachstum sorgen kann. Hochbeete oder Hügelbeete sind dabei nicht nur platzsparend, sondern eignen sich auch für Gartenbesitzer, die sich nicht oder nur schlecht bücken können.
Nachteile eines Kompostbeets
Doch auch ein Kompostbeet ist nicht frei von Nachteilen. Ist beim Kompostieren etwas schiefgelaufen, können Krankheitserreger im Kompost entstehen. Diese würden im Kompostbeet verteilt werden. Kauft man Kompost zu, kann dieser auch mit Schadstoffen belastet sein. Auch der Nährstoffgehalt von gekauftem Kompost ist häufig unklar, denn es handelt sich um ein Naturprodukt und auch Hersteller machen häufig keine Angaben zum Gehalt. Unwillkommene Gäste wie Wühlmäuse oder Schnecken fühlen sich in den warmen Schichten eines Hochbeets oder Hügelbeets häufig besonders wohl.

