Gartenzaun: Immergrüne Hecken als Sichtschutz für den Garten

Ligusterhecke.
Shutterstock/Mabeline72Wer seinen Garten vor Blicken schützen will, braucht eine Hecke, die auch im Winter dicht bleibt. Immergrüne Gehölze sind dafür die erste Wahl, unterscheiden sich aber deutlich in Wuchsgeschwindigkeit, Schnittaufwand und Standortansprüchen. Auch ökologische Aspekte und die Verträglichkeit für Kinder und Haustiere sollten in die Entscheidung einfließen. Neun Heckenpflanzen im Überblick.
Immergrüner Liguster
Der Liguster gehört zu den unkompliziertesten Heckenpflanzen und ist die perfekte Wahl für Einsteiger. In milden Wintern behält er sein Laub, während er im Frühjahr schnell wieder austreibt und neue Blätter bildet. Er wächst besonders schnell, teilweise bis zu 50 Zentimeter pro Jahr. Wer also auf der Suche nach einer schnellwachsenden Hecke für Sichtschutz ist, ist mit dem Liguster bestens bedient. Was seinen Standort betrifft, ist er recht anspruchslos. Er verträgt Sonne bis leichten Schatten und stellt keine besonderen Anforderungen an seinen Boden. Im Sommer bildet der Liguster feine, weiße, duftende Blüten aus. Über die schwarzen Beeren, die er im Sommer trägt, freuen sich die Vögel. Da der Liguster zu den günstigsten Heckengehölzen zählt, eignet er sich vor allem für große Gärten, in denen viel Hecke gesetzt werden muss.
Heimische Eibe
Die heimische Eibe ist immergrün und äußerst schnittverträglich. Selbst starke Rückschnitte sind ohne Problem möglich. Sie wächst auch hervorragend im Schatten oder neben großen Bäumen und wird dabei bis zu mehrere hundert Jahre alt. Diese Heckenart wächst eher langsam, ist dafür aber besonders dicht und gleichmäßig. Etwa drei bis vier Pflanzen sollten pro Meter gesetzt werden. Jungpflanzen haben idealerweise eine Höhe von rund 50 Zentimetern. In etwa einem Jahr wächst die Hecke um die zehn bis 20 Zentimeter. Nach einigen Jahren kann sie eine Höhe von bis zu zwei Metern erreichen. Wichtig zu wissen: Alle Teile der Eibe sind giftig. Haushalte mit Kindern und Haustieren sollten das bedenken.
Rote Glanzmispel
Die Rote Glanzmispel bezaubert mit ihrem roten Blattaustrieb im Frühjahr. Später im Jahr erstrahlt die Hecke in sattem Grün. Sie ist immergrün und wächst blickdicht für viel Privatsphäre im eigenen Garten. Die Glanzmispel wächst schnell und lässt sich einfach in Form bringen. Jährlich wächst die Glanzmispel etwa 20 bis 30 Zentimeter. Pro Meter sollte man etwa zwei bis drei Pflanzen setzen. Jungpflanzen haben in der Regel eine Höhe zwischen 60 und 80 Zentimetern. Diese Hecke bevorzugt geschützte, sonnige Standorte. In rauen Lagen solle man der Hecke einen Winterschutz verpassen. Ausgewachsene Glanzmispeln werden bis zu zwei Meter hoch.

Die Rote Glanzmispel erstrahlt im Frühjahr im roten Kleid.
Shutterstock/MuhlbachPortugiesischer Kirschlorbeer
Im Gegensatz zu seinem Bruder, dem klassischen Kirschlorbeer, verfügt der Portugiesische Kirschlorbeer über kleinere, dunkelgrüne Blätter an rötlichen Stielen. Die edle Pflanze ist immergrün und besonders blickdicht, wodurch man sich mit ihrer Hilfe gut vor Blicken der Nachbarn oder Passanten schützen kann. Er wächst etwas langsamer und kompakter als der klassische Kirschlorbeer, benötgt dafür aber auch weniger Schnitte unterm Jahr. Die Pflanze ist winterhart bei bis zu minus 15 Grad. In geschützten Lagen verträgt der Portugiesische Kirschlorbeer auch noch kältere Temperaturen.
Feuerdorn
Der Feuerdorn wächst besonders dicht und stellt dank seiner dornigen Äste einen idealen natürlich Einbruchschutz dar. Die Hecke ist im Sommer besonders bienenfreundlich und dient im Winter als wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Dank seinem immergrünen Laub ist der Garten auch im Winter vor Blicken geschützt und schön begrünt. Die Sorte „Orange Glow“ trägt bis in den Winter hinein leuchtend orangefarbene Beeren, während sich „Red Column“ im Herbst mit roten Beeren schmückt. Am liebsten steht der Feuerdorn an einem sonnigen Standort. Er ist äußerst robust und schnittverträglich, wodurch er sich gut in Form bringen lässt.
Grüne Zypresse
Die Zypresse wächst besonders stark. Bis zu 100 Zentimeter Zuwachs sind pro Jahr möglich. Innerhalb weniger Jahre hat man so eine dichte Hecke im Garten. Das weiche Nadelkleid macht die Zypresse zu einer dekorativen Garteneinfassung. Die Pflanze ist außerdem sehr windbeständig und trotzt auch kälteren Temperaturen. Besonders beliebte Arten sind die Leyland-Zypresse oder die Scheinzypresse. Aufgrund des besonders schnellen Wachstums sind in der Regel mehrere Schnitte im Jahr nötig. Aber Achtung: nach einem zu tiefen Schnitt ins alte Holz treiben Zypressen nicht mehr aus. Daher sollte man sie regelmäßig, aber nicht zu radikal schneiden.
Japanische Stechpalme
Die Japanische Stechpalme ist der perfekte Ersatz für den Buchsbaum, der nicht dem Zünsler zum Opfer fällt. Sie verfügt über ein sehr feines Heckenbild dank der kleinen, glänzenden Blätter. Die Hecke wächst etwas langsamer, was den Vorteil mit sich bringt, dass sie unter dem Jahr weniger Schnitte benötigt. Im Winter trotzt die Japanische Stechpalme auch den härtesten Temperaturen. Sie ist winterhart bis minus 20 Grad. In der Pflege ist die Stechpalme etwas intensiver: der Boden darf nicht zu kalkhaltig sein, sonst verfärben sich die Blätter der Hecke, sie verträgt keine Staunässe, darf aber auch nicht austrocknen.
Kirschlorbeer
Kirschlorbeer ist der Heckenklassiker. Dank seiner großen, glänzenden Blätter ist er der perfekte, dichte Sichtschutz für den Garten. Die Hecke wächst schnell und vorhandene Lücken schließen sich besonders zügig. Pro Jahr legt der Lorbeer zwischen 20 und 40 Zentimetern an Höhe zu. Pro Meter kann man etwa zwei bis drei Jungpflanzen setzen. Kirschlorbeer ist frosthart und zuverlässig wintergrün, sodass der Garten auch im Winter vor Blicken von außen geschützt ist. Die anspruchslose Hecke eignet sich sowohl für Sonne als auch für Halbschatten und die ausgewachsenen Pflanzen werden mehr als zwei Meter groß.
Achtung: Der Kirschlorbeer wird in Mitteleuropa zunehmend als invasiv eingestuft, da er durch sein dichtes, immergrünes Blattwerk dauerhaften Schatten wirft und so Bodenpflanzen Licht und Nährstoffe entzieht. Unter solchen Hecken sterben heimische Pflanzen wie Bärlauch oder Maiglöckchen häufig. Da Vögel die Beeren des Kirschlorbeers fressen und die Samen in Wäldern ausscheiden, entstehen wilde Populationen, die heimische Pflanzen verdrängen. Naturschutzbehörden, der NABU sowie der BUND raten vom Kauf und der Neupflanzung ab.
Rotbuche
Die heimische Rotbuche bietet zahlreichen Tierarten Lebensraum. Im Sommer überzeugt sie mit grünem, frischem Laub, während sie im Herbst im schönen Kupferbraun erstrahlt. Wer eine Rotbuche in den Garten setzt, hat über viele Generationen Freude daran. Denn diese Heckenart ist sehr langlebig und äußerst schnittverträglich. Sie bevorzugt nährstoffreiche, kalkhaltige Böden und verträgt keine Staunässe.
Gut zu wissen: Streng genommen ist die Rotbuche nicht immergrün. Ihr braunes Laub behält sie aber bis zum Frühjahr, wodurch der Sichtschutz auch im Winter da ist.