Gemüsebeet planen
: Wie man Gemüse richtig anpflanzt

AnzeigeEigenes Gemüse aus dem Garten ernten: ein Traum, den viele Hobby-Gärtner verfolgen möchten. Doch worauf kommt es an, wenn man ein Gemüsebeet bepflanzen möchte?
Von
leane
Stuttgart
Saftige Tomaten: Wer eine reiche Ernte möchte, muss bei der Bepflanzung des Gemüsebeets auf einige Faktoren achten.

Saftige Tomaten: Wer eine reiche Ernte möchte, muss bei der Bepflanzung des Gemüsebeets auf einige Faktoren achten.

Shutterstock/Nastyaofly

Wer im eigenen Garten ein Gemüsebeet anlegen möchte, sollte sich bewusst sein, dass man nicht einfach verschiedene Pflanzen säen und auf eine ertragreiche Ernte hoffen kann. Denn nicht jede Pflanze ist ein guter Nachbar für die Nebenpflanze. Und belegt man sein Beet falsch, kann es zum Festschmaus für Schädlinge werden und die Ernte fällt mau aus. Wie man ein Beet richtig plant und worauf man bei dem Bepflanzen achten sollte, gibt es hier im Überblick.

Wer im eigenen Garten Gemüse anbauen möchte, kann im ersten Schritt überlegen, welche Sorten er gerne anpflanzen würde. Mit dieser Liste kann im Anschluss weitergearbeitet werden.

Stark-, Mittel- und Schwachzehrer: Wie viel Nährstoffe benötigt eine Pflanze?

Unter den Gemüsesorten gibt es verschiedene Pflanzen, die mehr Nährstoffe benötigen als andere. Hier unterteilt man in Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer. Gemüse wie Kürbis oder Zucchini benötigen eine sehr hohe Nährstoffzufuhr, weshalb sie häufig nachgedüngt werden müssen. Gemüsesorten wie Spinat hingegen, benötigen weniger Nährstoffe. Befinden sich alle Starkzehrer im selben Bereich des Beets, lässt sich einfacher düngen.

Starkzehrer:

  • Tomate
  • Gurke
  • Porree
  • Rhabarber
  • Paprika
  • Aubergine
  • Kohl
  • Kartoffel
  • Sellerie
  • Zuckermais
  • Melone

Mittelzehrer:

  • Feldsalat
  • Rote Beete
  • Salat
  • Kohlrabi
  • Spinat
  • Zwiebel
  • Karotte

Schwachzehrer:

  • Knoblauch
  • Kräuter
  • Radieschen
  • Rucola
  • Erbsen und Bohnen
  • In einem frisch gedüngten Beet fühlen sich Starkzehrer richtig wohl. Im Folgejahr können Mittelzehrer angepflanzt werden und danach Schwachzehrer.

Gemüsesorten im Beet rotieren

Der Grundsatz beim Gemüseanbau im eigenen Garten ist, je häufiger die verschiedenen Gemüsearten einen neuen Platz im Beet zugewiesen bekommen, desto besser können die Nährstoffe genutzt werden. Deshalb sollte man der Erde vier Jahre Pause gönnen, bevor das gleiche Gemüse wieder angepflanzt wird. Dieses Prinzip nennt sich Fruchtwechsel.

Die vorhandene Beetfläche kann in vier Viertel unterteilt werden. Auf dreien der vier Viertel wird jeweils eine andere Gemüsesorte angepflanzt. Das letzte Viertel bleibt leer und erholt sich, um anschließend eine nährstoffreiche Grundlage für das Folgejahr zu sein. Jedes Jahr rückt die Gemüsesorte dann ein Viertel weiter. Idealerweise hält man seine Pflanzpläne in einem Notizbuch fest. Dies kann auch mittels einer Skizze geschehen. Auf der Basis der letzten vier Jahre wird jedes Jahr neu angepflanzt.

Kreuzblütler wie Brokkoli, Kohlrabi, Kohlkopf oder Radieschen und Rettich sind durch die Wurzelkrankheit Kohlhernie bedroht. Um einen Befall zu vermeiden, sollten Pflanzen dieser Familie frühestens alle vier Jahre wieder am selben Ort gepflanzt werden.

Fruchtwechsel verstehen

Um den Fruchtwechsel für eine ertragreiche Ernte richtig zu planen, müssen Gartenbesitzer wissen, welches Gemüse zu welcher Pflanzenfamilie gehört.

Nachtschattengewächse:

  • Tomate
  • Paprika
  • Aubergine
  • Kartoffel

Doldenblütler:

  • Möhre
  • Pastinake
  • Sellerie
  • Petersilie

Kreuzblütler:

  • Kohl
  • Kohlrabi
  • Radieschen
  • Rettich
  • Rucola

Liliengewächse:

  • Zwiebel
  • Knoblauch
  • Porree

Hülsenfrüchte:

  • Buschbohne
  • Dicke Bohne
  • Erbse
  • Stangenbohne

Fuchsschwanzgewächse:

  • Mangold
  • Rote Beete
  • Spinat

Kürbisgewächse:

  • Kürbis
  • Gurke
  • Zucchini

Windengewächse:

  • Süßkartoffel

Da sich verschiedene Gemüsesorten unterschiedliche Nährstoffe aus dem Boden ziehen, wird der Boden bei wiederholtem Anpflanzen derselben Familie einseitig ausgelaugt. Beachtet man den Fruchtwechsel, können auch Krankheiten vorgebeugt werden. Auch Schädlinge haben es bei einem Beet mit Fruchtwechsel schwerer. Denn die meisten Schädlinge sind auf Pflanzen derselben Familie spezialisiert. Im Winter begeben sie sich in den Winterschlaf. Erwachen sie im Frühjahr und finden ihre bevorzugte Pflanzenfamilie wieder, freuen sie sich auf ein Festmahl. Um das zu vermeiden, sollten die Pflanzenfamilien im Beet rotieren und die Anbaupausen eingehalten werden.

Jede Pflanzenfamilie hat unterschiedlich lange Anbaupausen:

  • Kreuzblütler: Sechs Jahre Anbaupause
  • Doldenblütler: Drei bis vier Jahre Anbaupause
  • Hülsenfrüchte: Fünf bis sechs Jahre Anbaupause
  • Zwiebelgewächse: Fünf Jahre Anbaupause
  • Fuchsschwanzgewächse: Drei Jahre Anbaupause
  • Korbblütler: Drei Jahre Anbaupause
  • Nachtschattengewächse: Vier Jahre Anbaupause
  • Kürbisgewächse: Drei bis vier Jahre Anbaupause
  • Windengewächse: Drei Jahre Anbaupause

Ganzjährig anpflanzen

Außerdem gilt es zu beachten, welches Gemüse welche Aussaatzeit bevorzugt. So kann das Beet ganzjährig bestellt werden und steht nicht leer. So werden Knoblauch und Möhren beispielsweise gerne schon im Winter gesetzt. Werden sie geerntet, kann an diesem Platz anschließend Kohlrabi gepflanzt werden. Sind Salat und Kohlrabi fertig gereift, können sie geerntet und das Beet nochmals gedüngt werden. Denn dann darf der Kürbis einziehen.

Ein Gemüsebeet in Mischkultur bepflanzen

Eine echte Hilfe für Gartenneulinge ist eine Mischkulturtabelle. Hier sieht man auf einen Blick, welche Pflanzen im Gemüsebeet gut harmonieren. Gute Nachbarn unterstützen sich, indem sie Nährstoffe bilden oder sich gegenseitig vor Schädlingen schützen. So funktionieren beispielsweise Möhren und Knoblauch gut nebeneinander im Beet. Denn sie schützen sich gegenseitig vor der Zwiebel- und Möhrenfliege. Befindet sich Knoblauch zwischen zwei Erdbeerpflanzen, kann er diese vor Grauschimmel schützen.

Das Gemüsebeet richtig planen

Wer im eigenen Garten ein Gemüsebeet anlegen möchte, sollte Zeit in die richtige Planung investieren. Denn ein gut geplantes Beet ist schon die halbe Miete. Ein Pflanzplan und eine detaillierte Dokumentation in einem Notizbuch helfen dabei, die Pflanzungen über Jahre zu planen. Bei der Planung sollte der Nährstoffbedarf der einzelnen Pflanzen bedacht werden, eingeplant werden, welche Pflanzen eine gute Mischkultur bilden und jährlich ein Fruchtwechsel durchgeführt werden. Wer sein Beet das ganze Jahr über bestellt haben möchte, kann sich außerdem Gedanken über die Pflanzreihenfolge und Aussaatzeiten machen.