Gartenpflege
: Rasenpflege im Sommer: Tipps für Hitze und Trockenheit

AnzeigeEin sattgrüner Rasen trotz sommerlicher Hitze und Trockenheit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis der richtigen Pflegestrategie. Dieser Ratgeber zeigt, wie man den Rasen optimal auf die heißen Monate vorbereitet und typische Pflegefehler vermeidet.
Von
Sah
Stuttgart

Regelmäßiges Mähen mit höherer Schnitthöhe schützt den Rasen im Sommer vor Austrocknung und Hitzestress.

Shutterstock/Katerina Maksymenko

Wer seinen Rasen im Juli ansieht und sich fragt, warum er trotz regelmäßiger Pflege aussieht wie Stroh, kennt das Problem: Die Kombination aus Hitze, Sonne und ausbleibenden Regenfällen trifft Gräser hart. Und wer dann zu den falschen Mitteln greift, macht es oft noch schlimmer. Damit der Rasen auch im Hochsommer dicht, grün und gesund bleibt, müssen die klassischen Pflegemaßnahmen – Mähen, Wässern und Düngen – an Hitze und Trockenheit angepasst werden. Ein gut gemeinter Schnitt zur falschen Zeit, ein paar Minuten Gießen am Abend – und der Schaden ist angerichtet.

Das Mähverhalten an die Hitze anpassen

Das regelmäßige Kürzen der Gräser ist essenziell, um die Bestockung – also die Bildung von Seitentrieben – anzuregen und somit einen dichten Rasenteppich zu erhalten, der Unkraut auf natürliche Weise verdrängt. Unter normalen Sommerbedingungen reicht ein wöchentlicher Schnitt aus. Sobald sich jedoch Hitzewellen einstellen, verlangsamt sich das Wachstum der Gräser, weshalb die Mähintervalle auf zehn bis vierzehn Tage ausgedehnt werden sollten.

Der entscheidende Hebel ist die Schnitthöhe – und hier machen die meisten den gleichen Fehler: Sie mähen im Sommer genauso kurz wie im Frühjahr. Dabei gilt: Wer den Mäher auf fünf bis sieben Zentimeter hochstellt, gibt dem Rasen eine echte Überlebenschance. Die längeren Halme beschatten den Boden, halten Feuchtigkeit und schützen die Wurzeln vor dem Ausdörren.

Zudem ist das Mähen bei praller Mittagssonne oder auf nassem Untergrund strikt zu vermeiden. Feuchte Halme verklumpen im Gehäuse und werden unsauber abgeschlagen, während ein Schnitt in der Mittagshitze die Schnittwunden der Gräser sofort austrocknen lässt. Ideale Zeitpunkte sind die kühleren Morgenstunden oder der frühe Abend. Scharfe Mähmesser sind hierbei Pflicht, da stumpfe Klingen die Halme ausfransen, was zu braunen, vertrockneten Grasspitzen führt.

Effiziente Bewässerung

Täglich zehn Minuten sprenkeln – das klingt fürsorglich, ist aber einer der häufigsten Fehler überhaupt. Dabei werden meist nur die obersten Millimeter des Bodens befeuchtet. Die Folge: Die Wurzeln der Gräser orientieren sich nach oben, statt in die Tiefe zu wachsen, was die Pflanzen noch anfälliger für Trockenheit macht.

Die Fachregel lautet: Seltener, aber dafür durchdringend wässern. Ein- bis zweimal pro Woche – bei extremer Hitze auch zwei- bis dreimal – sollte der Rasen intensiv beregnet werden. Pro Quadratmeter sind 20 bis 25 Liter Wasser notwendig. Diese Menge sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit bis in die tiefen Bodenschichten vordringt, in denen sich das Hauptwurzelsystem befindet.

Die optimale Tageszeit für die Bewässerung liegt in den frühen Morgenstunden zwischen vier und sieben Uhr. Zu diesem Zeitpunkt ist der Boden abgekühlt, wodurch die Verdunstungsrate minimal bleibt und das Wasser vollständig einsickern kann. Eine Bewässerung in den Abendstunden ist zwar möglich, birgt jedoch das Risiko, dass die Gräser über Nacht zu lange feucht bleiben, was die Ausbreitung von Pilzkrankheiten begünstigt.

Tiefes Wässern in den frühen Morgenstunden stärkt die Wurzeln und hält den Rasen auch bei Hitze grün.

Shutterstock/RTEKA

Nährstoffversorgung im Sommer

Durch das starke Wachstum im Frühjahr sind die Nährstoffreserven des Bodens im Frühsommer oft aufgebraucht. Um den Rasen widerstandsfähig gegen den bevorstehenden Trockenstress zu machen, lohnt sich eine Sommerdüngung im Juni.

Wichtig ist dabei der richtige Dünger: ein kalium- und magnesiumbetonter Langzeitdünger. Während Stickstoff das Längenwachstum fördert, stärkt Kalium die Zellwände der Gräser und erhöht deren Toleranz gegenüber Hitze und Trockenheit. Der Dünger sollte gleichmäßig ausgebracht und im Anschluss gründlich eingeregnet werden, um Verbrennungen an den Halmen zu verhindern. Wer jetzt noch zum Vertikutierer greift, riskiert das Gegenteil von dem, was er will: Die geöffnete Narbe trocknet in der Hitze innerhalb weniger Stunden aus. Der richtige Zeitpunkt dafür ist der Herbst.

FAQ: Häufige Fragen zur sommerlichen Rasenpflege

Wie halte ich meinen Rasen bei der Hitze grün?

Durch eine Kombination aus höherem Schnitt (fünf bis sieben Zentimeter), seltener, aber durchdringender Bewässerung (20 bis 25 Liter pro Quadratmeter) und einer kaliumbetonten Sommerdüngung. Dies stärkt die Pflanze von innen heraus und schützt den Boden vor dem Austrocknen.

Soll man bei 30 Grad Rasenmähen?

Bei 30 Grad oder mehr gilt: Mäher in der Garage lassen. Der Rasen wächst bei dieser Hitze kaum noch – ein Schnitt würde ihn nur zusätzlich stressen. Ist er wirklich nötig, dann nur früh morgens oder am Abend, und nie kürzer als fünf bis sieben Zentimeter.

Wie lang sollte Rasen im Sommer sein?

Die optimale Halmlänge im Sommer beträgt fünf bis sieben Zentimeter. Bei dieser Höhe beschatten die Gräser den Boden selbst und verhindern eine schnelle Verdunstung des Gießwassers.

Wie oft soll man Rasen bei 30 Grad wässern?

Bei anhaltenden Temperaturen um die 30 Grad sollte der Rasen zwei- bis dreimal pro Woche durchdringend bewässert werden. Tägliches, oberflächliches Gießen ist zu vermeiden.

Kann man bei 27 Grad Rasenmähen?

Ja, allerdings nicht in der prallen Mittagssonne. Das Mähen sollte auf den frühen Morgen oder den Abend verlegt werden, wobei die Schnitthöhe höher als üblich eingestellt sein muss.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um den Rasen bei heißem Wetter zu bewässern?

Der beste Zeitpunkt sind die frühen Morgenstunden. Der Boden ist dann abgekühlt, wodurch kaum Wasser verdunstet, und die Pflanzen können die Feuchtigkeit optimal aufnehmen, bevor die Hitze einsetzt.

Warum Rasen nicht abends wässern?

Wenn der Rasen abends bewässert wird, trocknen die Halme vor dem Sinken der Nachttemperaturen oft nicht mehr vollständig ab. Die langanhaltende Feuchtigkeit auf der Grasoberfläche schafft ein feuchtwarmes Mikroklima, das die Entstehung von Pilzerkrankungen begünstigt.

Welcher Dünger eignet sich am besten, um den Rasen im Sommer wieder grün zu bekommen?

Es sollte ein spezieller Sommer-Rasenlangzeitdünger verwendet werden, der einen hohen Kalium- und Magnesiumanteil aufweist. Kalium stärkt die Pflanzenstruktur, während Magnesium die Chlorophyllbildung unterstützt und für die grüne Farbe sorgt.

Wie wird gelber Rasen wieder grün?

Gelber Rasen deutet meist auf Wassermangel oder einen akuten Nährstoffmangel hin. Abhilfe schaffen eine durchdringende Bewässerung, das Erhöhen der Schnitthöhe beim nächsten Mähen sowie die Gabe eines stickstoff- und eisenhaltigen Düngers, sofern die Temperaturen wieder moderat sind.

Wie viele Minuten soll man den Rasen wässern?

Die Dauer hängt von der Leistung des Regners ab. Um die erforderlichen 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter zu erreichen, muss ein klassischer Rasensprenger je nach Wasserdruck oft zwischen 30 und 45 Minuten pro Fläche laufen. Dies lässt sich leicht mit einem Regenmesser (Prüfglas) kontrollieren.

Was ist die Drittel-Regel beim Rasenmähen?

Die Drittel-Regel besagt, dass pro Mähvorgang niemals mehr als ein Drittel der aktuellen Halmlänge abgeschnitten werden sollte. Wird der Rasen zu radikal eingekürzt, schwächt dies den Vegetationspunkt der Pflanze, was das Wachstum hemmt und die Anfälligkeit für Krankheiten erhöht. Nach dem Urlaub sollte die Zielhöhe daher schrittweise über mehrere Tage hinweg angesteuert werden.

Welche Fehler ruinieren den Rasen?

Zu den gravierendsten Fehlern gehören zu kurzes Mähen bei Hitze (unter vier Zentimeter), stumpfe Mähklingen, tägliches, aber zu kurzes Gießen, das Düngen in der prallen Mittagssonne ohne anschließende Bewässerung sowie das Vertikutieren inmitten einer sommerlichen Trockenphase.