Vogelgezwitscher: So kann man Vogelstimmen erkennen

Der Zaunkönig trällert laut und hoch.
Shutterstock/SanderMeertinsPhotographyBesonders im Frühjahr trällern Vogelmännchen um die Wette, um ein Weibchen zu beeindrucken. Denn wer gut singt, hat gute Chancen bei den Weibchen. Dabei singen die Vögel sogar im Dialekt, denn je nach Region klingt der Vogelgesang anders. Doch nicht jedes Vogelgezwitscher ist gleich eine Melodie. Manche Laute sind eher kurze Rufe. Auch zur Warnung vor Feinden oder zum Abstecken des Reviers wird gezwitschert.
Wie singen Vögel?
Während der Mensch seine Stimmbänder zum Schwingen bringt, singen Vögel aus ihrem Bauch heraus. Denn unterhalb der Luftröhre liegt der Stimmkopf, der aus Membranen besteht, die der Vogel zum Schwingen bringt. Der Kuhstärling kann allein sogar zweistimmig singen, da er seine Membrane unabhängig voneinander schwingen lassen kann.
Doch wie können wir Menschen Vögel an ihrem Gesang erkennen?
Hört man einen Singvogel trällern, ist es hilfreich den Vogel zu suchen, um ihn optisch zuordnen zu können. Denn eine Verknüpfung von Erscheinungsbild und Gesang bleibt leichter im Gedächtnis. Wer von einem echten Experten lernen möchte, kann an geführten Vogeltouren teilnehmen. Auch hilfreiche Tools wie Bestimmungsapps oder Webseiten mit Vogelgesängen helfen, Experte für Vogellaute zu werden.
Apps und Webseiten zur Bestimmung von Vogelstimmen
Auf der Webseite des Naturschutzbunds können Vogelfreunde verschiedenste Vogelstimmen anhören, mit deren Hilfe man die Sänger identifizieren kann. Hier werden Gesänge von Kohlmeise, Buchfink, Singdrossel und Star erklärt.
Eine weitere Hilfestellung bietet die Webseite Deutsche Vogelstimmen. Hier gibt es die mehr als 500 Vogelgesänge von über 300 Arten auf die Ohren. Trainieren kann man sein Wissen im praktischen Quiz. Die Gesänge der beliebtesten Vögel kann man hier hören.
Bei der Bestimmung von Vogelgesang hilft auch die App BirdNET. Entwickelt von der TU Chemnitz und der Cornell University erkennt die künstliche Intelligenz der App über 3000 Vogelarten, wenn User eine Tonaufnahme ihrer Umgebung hochladen. Über 13.000 Rezensionen wurden im Google Play Store bereits hinterlassen bei über fünf Millionen Downloads. Die App wird mit sehr guten 4,3 Sternen bewertet.
Beschreibungen von Vogelgesängen helfen bei der Identifikation
Viele Vogelgesänge folgen einem Muster, das sich mit etwas Training gut wiedererkennen lässt. Die Kohlmeise singt „zizibäh“ und andere Vögel wie der Zilpzalp oder der Kuckuck verdanken ihre Namen ihrem einprägsamen Gesang. Der Haussperling singt „Tschip“ und „Tschep“ während andere Vogelarten wie der Hausrotschwanz mit ihrem Gesang eher an Geräusche erinnern, die wir aus anderen Bereichen kennen. Singt dieser Vogel, erinnert sein Lied an das Geräusch knirschender Steine.
Schwer zu bestimmen sind dabei beispielweise der Star oder die Spottdrossel. Denn diese Sänger ahmen das Vogelgezwitscher anderer Vögel nach.
Doch wie kann man nun am besten Vogelstimmen lernen? Ganz einfach, rausgehen in die Natur, den Stimmen lauschen und versuchen einen Blick auf den Sänger zu werfen. Und zuhause immer wieder reinhören und üben.