Immer mehr exotische Spinnen finden ihren Weg aus fernen Ländern nach Deutschland. Zum Beispiel beim Transport von Bananenkisten, aus denen sie im Supermarkt plötzlich herauskrabbeln. Wir stellen einige der giftigen Vertreter vor.
Die Ammen-Dornfingerspinne gilt als einzige Spinnenart Mitteleuropas, die dem Menschen schmerzhafte Vergiftungen zufügen kann.
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Nosferatu-Spinne: Ein neuer Gast in deutschen Wohnungen: Das Foto zeigt eine – nicht sehr giftige – Nosferatu-Spinne auf einem Holzblock.
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Die exotische Spinnenart ist im Mittelmeerraum und in Nordafrika zu Hause. Der nächtliche Jäger mit dem gruseligen Namen wird seit einiger Zeit auch im Südwesten zunehmend gemeldet. Beißt sie, ist das bei Menschen in der Regel mit einem Bienen- oder Wespenstich zu vergleichen.
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Die Ammen-Dornfinger-Spinne (Cheiracanthium punctorium) ist mit 15 Millimetern das größte europäische Exemplar aus der Familie der Dornfingerspinnen. In Europa sind 25 von 195 weltweit existierenden Arten beheimatet.
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Echte Webspinne (Segestria florentina): Diese bis 22 Millimeter große Spinne trifft man hauptsächlich im mediterranen Bereich und in England an. Bei Störungen kann sie schmerzhaft zubeißen, was unter Umständen milde bis mittelstarke Schmerzen auslösen kann. Die Art lebt sehr zurückgezogen in Felsspalten, Löchern und unter Rinde, weshalb ein Biss unwahrscheinlich ist.
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Braune Einsiedlerspinne (Loxosceles reclusa): Die sechs bis 20 Millimetern große Spinne kommt vor allem im Mittleren Westen bis in den Süden der USA vor. Ihr Biss ist meist schmerzlos und klein. Innerhalb der nächsten zwölf Stunden nehmen die Schmerzen zu, die betroffene Stelle wird größer. Weitere mögliche körperliche Symptome: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe und Muskelschmerzen.
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Chilenische Winkelspinne (Loxosceles laeta): Sie ist im westlichen Südamerika beheimatet, vor allem in Chile. Da sie nicht angriffslustig und nachtaktiv ist, kommt es eher selten zu Bissen. Laut einer Statistik gab es zwischen 1985 und 1995 43 Todesfälle in Chile durch die Winkelspinne.
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Mausspinne (Missulena occatoria): Diese in Australien beheimatete Spinne heißt dort Mouse Spider. Ihr Biss kann für den Menschen sehr giftig sein, jedoch sind erst wenige lebensbedrohliche Fälle bekannt geworden.
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Sechsäugige Sandspinne (Sicarius hahni): Diese Spinne vergräbt sich hauptsächlich in Südafrika im Sand und wartet auf Beute. Ihr Gift wirkt stark blutverdünnend und kann schwere Blutungen verursachen. Ein Gegengift ist bisher nicht vorhanden.
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Südliche Schwarze Witwe: Die vier bis 15 Millimeter große Spinne ist in Nordamerika zuhause. Das starke Nervengift kann in schweren Fällen Schmerzen, Schwellungen und starke Krämpfe hervorrufen.
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Sydney-Trichternetzspinne (Atrax robustus): Sie ist die gefährlichste Spinne der Welt. Ein Biss des in Australien vorkommenden Krabbeltieres führt zu schweren Nervenschäden und zum Tod. Das Gift lähmt die Muskulatur und Atmung. Erreicht es das Herz, ist es für jede Hilfe zu spät.
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Bananenspinne (Phoneutria fera): Der Name für diese Spinne hat sich umgangssprachlich eingebürgert. Gemeint sind alle Spinnenarten, die auf den Stauden oder zwischen den Früchten von Bananen gefunden werden. Das Gift der Bananenspinne kann einen gesunden Menschen innerhalb weniger Stunden töten.
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Brasilianische Wanderspinne (Phoneutria nigriventer): Wanderspinnen leben in Südamerika, wo am häufigsten die Brasilianische Wanderspinne anzutreffen ist. Ein Biss hat vielfach schwerwiegende Folgen und kann in seltenen Fällen tödlich sein.
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Rotrückenspinne (Latrodectus hasselti): Diese Spinnenart ist in Australien heimisch. Für den Menschen sind nur die Weibchen gefährlich. Ihr Gift führt zu Krämpfen und Schmerzen. Die Symptome dauern bis zu zwölf Stunden an und klingen dann ab. Lebensgefahr besteht, wenn durch die auftretenden Lähmungserscheinungen das Atemzentrum betroffen ist.
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Weltweit gibt es rund 40 000 bisher entdeckte Spinnenarten, von denen einige auch hierzulande leben. Immer mehr exotische Spinnentiere finden als blinde Passagiere aus fernen Ländern ihren Weg nach Deutschland – als Mitbringsel aus dem Urlaub oder versteckt in Importgütern.
Besonders beliebt sind Bananenkisten, aus denen die Tiere im Supermarkt zum Schrecken von Kunden und Angestellten plötzlich herauskrabbeln.
Spinnen in deutschen Gärten
Mehr als 1000 Spinnenarten sind in Deutschland beheimatet. Etwa die Hälfte von ihnen sind auch in Gärten anzutreffen. Wie viele Arten in einem einzelnen Garten leben, hängt von dessen Größe und Gestaltung ab.
Nach Angaben von Experten können es zwischen 30 bis 50 Arten auch im einfachsten Garten zu finden sein, in einem großen, vielfältigen können es auch 100 oder mehr sein.
Giftige Spinnen in Deutschland
Insgesamt wurden in den letzten 150 Jahren 87 neue Spinnenarten nach Europa und auch Deutschland eingeschleppt. Wir stellen einige giftige Krabbeltiere in unserer Bildergalerie vor.
Jede der dort vorgestellten Spinnenarten kann auch in Deutschland als invasive Art heimisch werden – zumal aufgrund des Klimawandels auch hierzulande die Durchschnittstemperaturen steigen.
Info: Spinnen
Arachnophobie Spinnen sind ein Phänomen. Kein anderes Tier ist so nützlich und gleichzeitig so verhasst. Manche Menschen versetzt der Anblick regelrecht in Panik: Arachnophobie heißt diese überstarke Angst vor Spinnen, die aber sehr selten ist. Weit verbreitet ist aber der Ekel vor den achtbeinigen, oft behaarten Tieren.
Netzbauer Meistens fallen Spinnen zunächst durch ihre Netze auf. Spinnen nutzen sie zur Jagd und fangen damit vor allem fliegende Insekten. Manche Netze sind aufwendige Kunstwerke. Allein die Haltefäden können bei den Netzen der Kreuzspinne mehrere Meter lang sein. Das, was man sich üblicherweise als Spinnennetz vorstellt, gibt es aber nur bei etwa 100 Arten. Das klassische, senkrecht aufgehängte Radnetz wie das der Kreuzspinne ist also eher die Ausnahme. Daneben sind Baldachinnetze zu finden, die an mehreren Fäden waagrecht aufgehängt sind.
Fleischfresser Aber es gibt auch Spinnen, die ganz auf Fangnetze verzichten, sogar die Hälfte aller Arten: Sie sind Lauer- oder Laufjäger. Jäger sind sie alle. Spinnen sind samt und sonders Fleischfresser. Mücken und Fliegen sind typische Opfer, aber auch Blattläuse und Motten. Insgesamt sind Spinnen ohne Abstriche als Nützlinge einzuschätzen: Drohen Überpopulationen an Schädlingen, stellen sie im Garten wieder das Gleichgewicht her und vertilgen etwa Milben oder Stechmücken.