Himmelsphänomene im August
: Nach der Sonnenfinsternis folgt der Sternschnuppen-Strom der Perseiden

Wer wollte, konnte alle seine Wünsche loswerden. Denn nach der Sonnenfinsternis gab es in der Nacht auch noch besonders viele Sternschnuppen. Ein Komet sorgt für den kosmischen Schauer.
Von
Markus Brauer
Offenbach/Stuttgart
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Meteorstrom der Perseiden

Meteorstrom der Perseiden

© Frank Hammerschmidt/dpa
  • Nach der Sonnenfinsternis erreichten die Perseiden in der Neumondnacht ihren ersten Höhepunkt.
  • Bis zu hundert Meteore pro Stunde waren an dunklen Orten sichtbar – teils sogar vor 23.00 Uhr in Berlin.
  • Das Wetter war meist klar, nur in Norddeutschland trübten hohe Wolken lokal die Sicht.
  • Ursprung ist der Komet 109P/Swift-Tuttle; die Teilchen verglühen mit rund 60 km/s in der Atmosphäre.
  • Viele Meteore sind noch in den nächsten Nächten sichtbar, die Aktivität flacht bis 24. August ab.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Kaum war die Sonnenfinsternis am Mittwochabend (12. August) vorbei, bot der Himmel schon ein weiteres Spektakel: Der Sternschnuppen-Strom der Perseiden, einer der schönsten Meteorströme des Jahres, hat in der Nacht seinen ersten Höhepunkt erreicht. Bis zu hundert Meteore pro Stunde sollte man an dunklen Orten über den Himmel huschen sehen.

Nur wenige Wolken trüben den Blick in den Nachthimmel

In diesem Jahr hatten es die Menschen, die viele Wünsche loswerden wollten, besonders leicht. Denn das Maximum der Perseiden fiel genau in die Neumondnacht. Kein Mondlicht störte das Erspähen der Leuchterscheinungen und das Wetter spielte weitgehend mit.

Nur über Norddeutschland waren nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach ein paar hohe Wolkenfelder vorhanden. Da könnte es lokal zu Sichteintrübungen gekommen sein, sagte ein DWD-Meteorologe. Sternschnuppen gelten vielen als klassische Glücksbringer, denen nachgesagt wird, dass sie Wünsche erfüllen.

Nachthimmel über Schleswig-Holstein

Nachthimmel über Schleswig-Holstein

© Daniel Reinhardt/dpa

„Jede Sternschuppe wird mit lauten Ah und Oh bestaunt“

Selbst in Berlin waren in der Nacht bereits vor 23.00 Uhr Sternschnuppen zu sehen. Trotz der Lichtverschmutzung seien schon einige beobachtet worden, erklärt der Direktor des Zeiss-Großplanetariums, Tim Florian Horn. Neben dem Planetarium verfolgten Gäste das Spektakel auf einer Freifläche direkt. „Jede Sternschuppe wird mit lauten Ah und Oh bestaunt“, sagte Horn.

Die Perseiden waren bereits in den Nächten vor ihrem Maximum zu beobachten. Auch in den nächsten Nächten seien bei gutem Wetter noch viele zu sehen, sagte Horn. Die Kurve flache langsam ab und ende am 24. August.

Wie der Name sagt, scheinen die Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus zu kommen - nach Einbruch der Dunkelheit liegt dieses über dem Nordosthorizont. Perseus ist ein mythologischer Held aus der griechischen Antike.

Wie der Name sagt, scheinen die Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus zu kommen - nach Einbruch der Dunkelheit liegt dieses über dem Nordosthorizont. Perseus ist ein mythologischer Held aus der griechischen Antike.

Patrick Pleul/dpa

Woher haben die Perseiden ihren Namen?

Die Perseiden sind ein wiederkehrender Meteorstrom, der jährlich Mitte August zu vielen Sternschnuppen führt. Sie bestehen aus den Auflösungsprodukten eines Kometen. Ihren Namen haben sie, weil sie scheinbar dem Sternbild Perseus entspringen. Benannt sind sie nach dem mythologischen griechischen Helden aus der Antike.

Das Sternbild liegt unterhalb des oft bekannten großen W, der Kassiopeia. Einige der Sternschnuppen sind bereits schon ab Ende Juli zu beobachten.

Wie schnell rasen die Perseiden auf die Erde zu?

Mit 60 Kilometer pro Sekunde Eindringgeschwindigkeit sind die Perseïden recht schnelle Himmelsobjekte. Mit dieser Geschwindigkeit dauerte die Reise von der Erde zum Mond nur 90 Minuten. Die meisten Meteoroide verdampfen in der irdischen Lufthülle. Es gibt aber Ausnahmen: Manche schlagen auf dem Erdboden ein oder stürzen ins Meer. Nur sehr selten geht ein Meteorit in dicht besiedeltem Gebiet runter.

Ein Airbus A321 aus London fliegt während der partiellen Sonnenfinsternis im Landeanflug auf den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) vor der teilweise vom Mond verdeckten Sonne.

Ein Airbus A321 aus London fliegt während der partiellen Sonnenfinsternis im Landeanflug auf den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) vor der teilweise vom Mond verdeckten Sonne.

Michael Ukas/dpa

Sternenhimmel-Glossar

  • Meteoriten Bei Meteoriten handelt es sich um nicht vollständig verglühte kosmische Brocken, die auf der Erde einschlagen. Diese Trümmer aus dem Weltall können von Kometen, Asteroiden oder anderen Planeten abgesprengt worden sein. Die meisten Meteoriten stürzen ins Meer oder auf unbewohntes Gebiet.
  • Meteore Die Leuchterscheinung am Himmel wird dagegen Meteor oder Sternschnuppe genannt. Sie wird außer von Meteoriten auch von vollständig verglühenden Partikeln aus dem All verursacht. Sternschnuppen können gut am klaren Nachthimmel beobachtet werden, sehr selten sind sie aber auch tagsüber zu sehen. Sie treten nicht nur sporadisch auf, sondern auch in Schwärmen wie die Lyriden oder die Perseiden. Auch besonders helle Objekte – sogenannte Boliden oder Feuerkugeln – sind keine Seltenheit.
  • Sternschnuppen Der Ursprung der Sternschnuppen sind ebenfalls Trümmer aus dem Weltall. Sternschnuppen entstehen, wenn kleine Objekte in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen. Die weit sichtbaren Leuchtstreifen stammen dabei jedoch nicht von den verglühenden Staubkörnchen, sondern von den Luftmolekülen. Denn die schnellen kosmischen Geschosse übertragen einen Teil ihrer Energie auf die Luftmoleküle, die daraufhin Licht aussenden.
  • Sternschnuppen-Schauer Ursprung der Bruchstücke von Sternschnuppen sind oft Kometen, die diese Teilchen entlang ihrer Bahn um die Sonne verstreuen. Die überwiegende Zahl der kosmischen Partikel ist recht klein, von Staubkörnchen- bis etwa Tennisballgröße. Gerät die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne in eine solche Trümmerwolke, entwickeln sich Sternschnuppen-Schauer. Den einzelnen Lichtstreif nennen Astronomen auch Meteor. Zu den wohl auffallendsten Meteorströmen der Gegenwart gehören neben den Perseiden im August auch die Leoniden im November.
  • Ein Bauer mit einer Sense steht auf einer Wiese vor der Sonnenfinsternis. Wenn am Abend die partielle Sonnenfinsternis über Deutschland zu sehen ist, herrschen zu dieser Zeit fast überall auch optimale Wetterbedingungen, um sie zu beobachten, hieß es vom Deutschen Wetterdienst.

    Ein Bauer mit einer Sense steht auf einer Wiese vor der Sonnenfinsternis. Wenn am Abend die partielle Sonnenfinsternis über Deutschland zu sehen ist, herrschen zu dieser Zeit fast überall auch optimale Wetterbedingungen, um sie zu beobachten, hieß es vom Deutschen Wetterdienst.

    Patrick Pleul/dpa

Komet verliert an Substanz

Ihren Ursprung haben die Perseiden im Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt den Strom aus winzigen Staubteilchen, die der Komet auf seiner Bahn um die Sonne hinterlassen hat. Treten die Teilchen in die Erdatmosphäre ein, verglühen sie.

Mit rund 60 Kilometer pro Sekunde Eindringgeschwindigkeit sind die Perseiden recht schnelle Meteore. Einige von ihnen können als sogenannte Feuerkugeln sogar die Helligkeit der Venus erreichen. (mit dpa-Agenturmaterial)