Himmelsspektakel: Was passiert am 12. August 2026?

Was passiert am 12. August 2026? In Deutschland sind eine partielle Sonnenfinsternis, der Perseiden-Höhepunkt und eine Planetenbeobachtung möglich
Julian Stratenschulte/dpaIn Deutschland wird am Abend eine partielle Sonnenfinsternis sichtbar sein. Direkt im Anschluss erreicht der Perseiden-Meteorstrom in der Nacht zum 13. August seinen Höhepunkt. Wer früh aufsteht, kann außerdem mehrere Planeten am Morgenhimmel entdecken.
Partielle Sonnenfinsternis am Abend
Eine totale Sonnenfinsternis erleben Beobachter entlang eines schmalen Streifens über dem Nordatlantik, Island, Nordspanien und den Balearen. Dort kann die Sonne für kurze Zeit vollständig hinter dem Mond verschwinden.
Ab etwa 19 Uhr schiebt sich der Neumond vor die Sonne. Deutschland liegt nicht in der Zone der totalen Verfinsterung, dennoch wird ein großer Teil der Sonnenscheibe bedeckt. Je nach Standort sind es rund 85 Prozent in Berlin und bis zu 90 Prozent in Freiburg. Die Beobachtung fällt in die Abendstunden kurz vor Sonnenuntergang, weshalb ein freier Blick nach Westen wichtig ist.
Schutz für die Augen ist unverzichtbar
Auch wenn die Sonne teilweise verdeckt ist, darf sie nie mit ungeschützten Augen betrachtet werden. Normale Sonnenbrillen, geschwärzte Gläser oder selbst gebastelte Filter reichen nicht aus und können die Netzhaut dauerhaft schädigen. Sicher ist die Beobachtung nur mit einer intakten, speziell geeigneten Sonnenfinsternisbrille nach DIN EN ISO 12312-2:2015 oder indirekt mit einer Lochkamera. Ferngläser, Teleskope und Kameras dürfen nur mit passenden Filtern vor der Optik auf die Sonne gerichtet werden.
In der Nacht folgen die Perseiden
Nach Einbruch der Dunkelheit beginnt das zweite große Himmelsschauspiel. In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Der Meteorstrom ist jedes Jahr zwischen Ende Juli und Ende August aktiv, doch in dieser Nacht sind die Bedingungen besonders günstig. Es ist Neumond, sodass kein helles Mondlicht die Sicht auf schwächere Sternschnuppen beeinträchtigt.
Bereits ab etwa 22 oder 23 Uhr kann sich der Blick lohnen. Die meisten Sternschnuppen werden jedoch in der zweiten Nachthälfte erwartet. Unter guten Bedingungen sind mit bloßem Auge etwa 60 bis 70 Meteore pro Stunde sichtbar. Ein dunkler Standort außerhalb heller Städte, eine freie Rundumsicht und etwas Geduld verbessern die Chancen deutlich.
Optische Hilfsmittel sind für die Perseiden nicht nötig. Weil die Meteore über den gesamten Himmel ziehen, ist ein entspannter Blick nach oben sinnvoller als die Suche durch ein Fernglas oder Teleskop.
Sechs Planeten am Morgenhimmel
Der 12. August bietet auch in den frühen Morgenstunden ein besonderes Beobachtungsfenster. Merkur, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun können sich gleichzeitig am Himmel zeigen. Sichtbar mit bloßem Auge sind Merkur, Mars, Jupiter und Saturn. Für Uranus und Neptun wird ein gutes Fernglas oder ein kleines Teleskop benötigt.
Die beste Zeit liegt ungefähr zwischen 4 und 5.15 Uhr. Wer alle sechs Planeten sehen möchte, muss bis kurz nach 5 Uhr warten. Dann bleibt nur ein kurzes Zeitfenster, bevor die Morgendämmerung die schwächeren Objekte überstrahlt. Ein freier Blick zum Nordost- und Osthorizont ist dafür entscheidend.
Ein außergewöhnlicher Tag für Himmelsbeobachter
Sonnenfinsternis, Perseiden-Höhepunkt und Planetenbeobachtung fallen am 12. August 2026 ungewöhnlich dicht zusammen. Einen wissenschaftlichen Zusammenhang gibt es zwischen Sonnenfinsternis und Sternschnuppen aber nicht. Die Finsternis entsteht durch die genaue Stellung von Sonne, Mond und Erde, während die Perseiden auf Staubteilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle zurückgehen.
