Kälteschäden: Muss man eine leere Wohnung heizen?

Muss man eine leere Wohnung heizen? Erfahren Sie, welche Mindesttemperatur sinnvoll ist und wie Sie Schimmel, Frostschäden und hohe Heizkosten vermeiden.
Deutscher Verband Flüssiggas e.V./obs/dpaAuch wenn eine Wohnung nicht bewohnt wird, sollte sie im Winter nicht vollständig auskühlen. Denn niedrige Temperaturen können sowohl Schimmelbildung als auch Frostschäden an den Heizungsrohren begünstigen. Eine gewisse Grundwärme ist deshalb auch in leerstehenden Wohnungen sinnvoll.
Warum sollte man eine leerstehende Wohnung heizen?
Einer der wichtigsten Gründe ist die Gefahr von Frostschäden. Wird die Heizung bei Minusgraden vollständig abgeschaltet, kann das Wasser in den Heizungsrohren gefrieren. Da sich Wasser beim Gefrieren ausdehnt, können die Leitungen platzen und teure Wasserschäden verursachen. Auch Schimmel kann in einer unbewohnten Wohnung zum Problem werden. Zwar entsteht dort deutlich weniger Feuchtigkeit als in bewohnten Räumen, in denen durch Atmen, Kochen oder Duschen täglich größere Mengen Wasserdampf an die Raumluft abgegeben werden. Dennoch besteht auch bei Leerstand ein Schimmelrisiko. Kühlt das Gemäuer vollständig aus, bleiben die Wände auch bei einem späteren Temperaturanstieg zunächst kalt. Steigen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit, kann sich Feuchtigkeit dann an den kalten Oberflächen niederschlagen. Langfristig entstehen dadurch günstige Bedingungen für Schimmel.
Welche Temperatur ist für eine leere Wohnung optimal?
Um Kälteschäden zu vermeiden und gleichzeitig Heizkosten zu sparen, empfiehlt sich für leerstehende Wohnungen eine Raumtemperatur von etwa 15 Grad. Wie weit die Temperatur tatsächlich abgesenkt werden kann, hängt unter anderem vom Gebäude und dessen Dämmung ab. Eine kritische Grenze für die Schimmelbildung liegt je nach Gemäuer bei etwa 11 Grad. Temperaturen ab ungefähr 14,5 Grad sollen das Schimmelrisiko deutlich reduzieren. Wichtig ist außerdem die Temperatur der Wände. Liegt deren Oberflächentemperatur unter etwa 14,5 Grad, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Feuchtigkeit niederschlägt. Deshalb sollte eine leerstehende Wohnung möglichst gleichmäßig beheizt werden, damit das Gemäuer nicht vollständig auskühlt.
Kann man die Heizung bei längerer Abwesenheit ausschalten?
Wer seine Wohnung nur vorübergehend nicht nutzt, sollte die Heizung ebenfalls besser herunterregeln, statt sie vollständig auszuschalten. Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Raumtemperatur bei kurzen Abwesenheiten um einige Grad zu reduzieren. Bei einer Abwesenheit von mehreren Tagen werden auch hier die 15 Grad empfohlen. Wer noch länger nicht zu Hause ist, kann die Temperatur gegebenenfalls etwas weiter absenken. Ein vollständiges Abschalten der Heizung spart zwar zunächst Energie. Allerdings müssen beim erneuten Heizen auch die ausgekühlten Wände wieder erwärmt werden. Bei kurzen Abwesenheiten bringt das vollständige Abschalten deshalb je nach Gebäude, Dämmung und Heizungsanlage gegenüber einer Temperaturabsenkung in der Regel keinen Vorteil.
Muss man eine leere Wohnung regelmäßig lüften?
Auch leerstehende Wohnungen sollten regelmäßig und kräftig gelüftet werden. Denn selbst ohne Bewohner kann sich durch Temperaturschwankungen Feuchtigkeit an kalten Wänden absetzen. Eine Kombination aus ausreichender Grundwärme und regelmäßigem Lüften hilft dabei, das Risiko für Schimmelbildung zu reduzieren.
Gibt es eine Heizpflicht für leerstehende Wohnungen?
Eine direkte gesetzliche Heizpflicht für Mieter gibt es in Deutschland nicht. Allerdings müssen Mieter dafür sorgen, dass durch ihr Heiz- und Lüftverhalten keine Kälteschäden entstehen. Laut Deutschem Mieterbund sind Mietvertragsklauseln, die bestimmte Mindesttemperaturen vorschreiben, unwirksam. Die allgemeine Sorgfaltspflicht bleibt davon jedoch unberührt.
