Borna-Virus: Können Katzen die tödliche Krankheit übertragen?

Können Katzen das Bornavirus übertragen?
IMAGO/Daniel ScharingerEine Infektion mit dem Borna-Virus verläuft für den Menschen meist tödlich. Anfang Juni wurde in Pfaffenhofen in Oberbayern der Tod eines Mannes bestätigt, bei dem zuvor Borna Disease Virus 1, kurz BoDV-1, festgestellt worden war. Die Symptome der Krankheit sind erst unscheinbar, können dann aber schnell lebensbedrohlich werden.
Das Virus, das nach der Stadt Borna in Sachsen benannt ist, wo es erstmals beobachtet wurde, trat ursprünglich insbesondere bei Pferden und Schafen auf. Wie infizierte Menschen, leiden auch die Tiere unter neurologischen Folgen.
Übertragen Katzen das Borna-Virus?
Als Hauptüberträger des Bornavirus gilt die Feldspitzmaus, die es über Urin, Kot und Speichel ausscheidet. Wie genau das Virus vom Tier auf den Menschen übergeht, ist bislang nicht abschließend geklärt. Möglich sind mehrere Übertragungswege – etwa durch kontaminierte Erde, verunreinigte Lebensmittel oder Schmierinfektionen beim Kontakt mit Ausscheidungen der Tiere. In diesem Zusammenhang warnen Experten auch immer wieder davor, dass Katzen möglicherweise als Wirte und Überträger dienen können.
Katzen und Bornavirus
Dass die Stubentiger das Bornavirus indirekt an Menschen weitergeben, sei nicht ausgeschlossen, räumt auch das RKI ein. „Möglicherweise bringen Katzen durch ihr Jagdverhalten ihre Besitzerinnen und Besitzer mit Spitzmäusen und dem Virus in Kontakt“, erklärt RKI-Epidemiologin Kirsten Pörtner gegenüber der Frankfurter Rundschau.
Fakten zum Bornavirus
Laut dem RKI-Merkblatt (Stand 2024) hat eine Studie ergeben, dass das Halten von Katzen bislang kein Risiko für eine Infektion mit dem Bornavirus darstellt. In Risikogebieten sollten jedoch lebende und tote Spitzmäuse keinesfalls oder nur mit Handschuhen berührt werden.