Luftfeuchtigkeit wie in den Tropen
: Weshalb Schwüle so unangenehm ist

Dampfig und drückend fühlt sich das Wetter gerade oft an. Der Schweiß auf der Haut will dann gar nicht mehr verschwinden. Warum ist das so?
Von
Markus Brauer
Offenbach
Jetzt in der App anhören
Bei feuchter Hitze rinnt der Schweiß in Strömen.

Bei feuchter Hitze rinnt der Schweiß in Strömen.

Wolfgang Kumm/dpa
  • Feuchte Hitze sorgt aktuell für starke Schwüle, der DWD erwartet die höchste Stufe.
  • Ursache: Hohe Luftfeuchtigkeit bremst Verdunstung von Schweiß – die Kühlung sinkt.
  • Folge kann Wärmestau sein, im Extremfall droht ein lebensbedrohlicher Hitzschlag.
  • In trockener Luft wirken 30 Grad erträglicher, in den Tropen dagegen besonders belastend.
  • Warnung vor teils heftigen Gewittern – feuchte Luft begünstigt Unwetterbildung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Derzeit leiden besonders viele Menschen unter dem Wetter. Denn es ist häufig nicht nur heiß, sondern auch schwül. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für Dienstag (4. August) und Mittwoch (5. August) ein teils sehr starkes „Schwüle-Empfinden“ voraus, also die höchste Stufe.

Um dieses Empfinden zu berechnen, schaut sich der DWD an, wie hoch die sogenannte Enthalpie ist - also das Verdunstungspotenzial an der Körperoberfläche. Es geht darum, wie gut der Schweiß verdunsten, also vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergehen kann. Denn beim Verdunsten auf der Haut wird dem Körper Energie entzogen und so gekühlt.

Wärmestau kann zum Hitzschlag führen

Ist nun, wie gerade häufig der Fall, sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit relativ hoch, dann möchte der Körper Wärme abgeben und produziert deswegen Schweiß. Aber der Schweiß verdunstet nicht schnell genug. Funktioniert die körpereigene Kühlung schlecht, führt das laut DWD zu einem Wärmestau, der im Extremfall in einem lebensbedrohlichen Hitzschlag enden kann.

Wer viel herumreist, kennt den Effekt auch aus anderen Ländern. Ist es an einem Ort, wie etwa in der Wüste, extrem trocken, fühlen sich 30 Grad möglicherweise gar nicht so schlimm an. Menschen schwitzen dann auch weniger. In den Tropen hingegen können 30 Grad sehr belastend sein. Der ganze Körper ist dann permanent von einer Schweißschicht bedeckt, die kaum verdunsten kann.

Eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgt im Übrigen auch für gute Bedingungen für Gewitter, die an solchen Tagen häufig zu beobachten sind. Tatsächlich sagt der DWD derzeit teils heftige Gewitter mit Unwettergefahr vorher.

Wie kommt es zu einem Hitzschlag?

Ein Hitzschlag entsteht bei Schwüle und extremer Hitze – zum Beispiel im Auto oder wenn jemand isolierende Kleidung trägt, in der er nicht schwitzen kann.

Einen Hitzschlag erkennt man an der erhöhten Gesamtkörpertemperatur. Diese kann auf 40 Grad und mehr steigen, auch lebensbedrohliche Hitzestaus sind möglich. Der Puls ist erhöht, es kann zu Herzrasen kommen. Die Haut ist heiß und trocken, weil die Schweißproduktion versagt.

Typische Anzeichen eines Hitzeschlags sind:

  • Müdigkeit und Erschöpfung Krämpfe und Erbrechen Schwindelgefühl Verwirrtheit oder Halluzinationen bis hin zu Schocksymptomen und zur Bewusstlosigkeit.

Was muss man bei einem Hitzschlag sofort tun?

Hitze kann sehr gefährlich werden - besonders für Menschen mit Vorerkrankungen, Ältere, Schwangere und Kinder.

Hitze kann sehr gefährlich werden - besonders für Menschen mit Vorerkrankungen, Ältere, Schwangere und Kinder.

Socrates Baltagiannis/dpa

Starke Kopfschmerzen und Schwindel? Das kann auf einen Sonnenstich hindeuten. Auch ein hochroter, heißer Kopf ist ein Anzeichen.

Foto: dpa/Christin Klose

Ist der Sonnenstich schwerer ausgeprägt oder reagiert die Person sehr empfindlich auf Hitze, kann es mehrere Tage dauern, bis sich die Beschwerden zurückbilden. Wichtig ist, dass sich der Betroffene schont, im Schatten bleibt, den Kopf kühlt und viel trinkt.

Werden die Sonnenstich-Symptome rechtzeitig behandelt, lässt sich der Verlauf der Hitzeschädigung häufig abmildern und verkürzen. (mit dpa-Agenturmaterial)