Menschen und ihre Hunde: Bester Freund, Seelentröster: Warum Hunde für Menschen einzigartig sind

Warum Hunde einmalig sind? Sie sind Spielgefährten, Lebensbegleiter, Kind-Ersatz, Mittel gegen Einsamkeit und werden geliebt wegen ihrer bedingungslosen Treue.
Imago/PanthermediaTreuer Freund, bester Kumpel, Kind-Ersatz? Halter entwickeln oft ein sehr inniges Verhältnis zu ihren Hunden. Was die Menschen an dr Beziehung zu ihrem Vierbeiner besonders schätzen, hat nun ein Forscherteam aus Ungarn unter die Lupe genommen.
Einzigartiger Platz in der sozialen Welt
„Hunde besetzen in unserer sozialen Welt einen einzigartigen Platz“, erläutert Studienleiterin Enikő Kubinyi – selbst seit 30 Jahren Hundehalterin – von der Eötvös Loránd Universität in Budapest.

Fallback Image STZ
Stuttgarter Zeitung„Sie bieten die emotionale Nähe eines Kindes, die Ungezwungenheit eines besten Freundes und die Berechenbarkeit einer Beziehung, die durch menschliche Kontrolle geprägt ist. Das zeigt, warum unsere Verbindungen zu ihnen oft so erfüllend sind.“
Die Studie ist im Fachjournal „Scientific Reports“ erschienen.
Warum sich Hunde und ihre Besitzer so oft ähneln
Generell erfüllten Hunde für Menschen verschiedene emotionale Rollen, schreiben die Forscher: als Spielgefährte, Begleiter, Kind-Ersatz, Mittel gegen Einsamkeit oder wegen ihrer bedingungslosen Treue.
Von allen domestizierten Tieren seien Hunde die frühsten Begleiter des Menschen. Sie erfüllten viele praktische Funktionen, etwa als Hüte- oder Wachhunde. Schon früh sei zudem ein emotionales Verhältnis entstanden.
Der Begriff „bester Freund des Menschen“ wurde übrigens erstmals im Jahr 1789 verwendet, als König Friedrich II. - der Große - von Preußen angeblich sagte: „Der einzige, absolute und beste Freund, den ein Mann in dieser selbstsüchtigen Welt hat, der einzige, der ihn nicht verraten oder verleugnen wird , ist sein Hund.“.

Wenn ein Hund sein Herrchen oder Frauchen so anschaut, ist um ihn/sie vollends geschehen!
Foto: Imago/ZoonarSeltener negative Interaktion
Um die Rolle der Tiere in ihren verschiedenen Ausprägungen wissenschaftlich zu ermitteln, befragte das Team um Kubinyi in Ungarn mehr als 700 Hundehalter per Online-Fragebogen konkret danach, wie sie das Verhältnis zu ihrem Haustier einstuften, bezogen auf 13 verschiedene Eigenschaften: etwa Zufriedenheit, Zuneigung, Vertrautheit, Gemeinschaft oder Konflikt. Zudem erkundigte sich die Gruppe nach dem Verhältnis der Halter zu anderen Menschen wie Kind, Partner, engster Angehöriger und bester Freund. Die Ergebnisse:

Was Innigkeit angeht, schnitt in der Studie lediglich der jeweilige Partner besser ab als der Hund.
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Unsere pelzigen Freunde lieben nichts mehr, als bei ihrem Halter zu sein. Studien haben gezeigt, dass der Belohnungsteil des Gehirns von Hunden am stärksten ausgelöst wird, wenn sie auf menschliche Gerüche stoßen – noch mehr als auf Futter!
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Und: Hunde sind nicht nur überaus treu und liebevoll, sondern auch extrem witzig.
Foto: Imago/Cavan ImagesMensch + Hund = Eltern + Kind
Alles in allem, so bilanziert die Forschungsgruppe, biete die Studie Hinweise darauf, „dass das Verhältnis zwischen Halter und Hund am stärksten der Eltern-Kind-Beziehung ähnelt, aber insgesamt kann es betrachtet werden als ein Mix des Verhältnisses zu Kind und bestem Freund“.

Das Verhältnis zwischen Halter und Hund ähnelt am stärksten der Eltern-Kind-Beziehung.
Foto: Imago/Cavan ImagesDie positiven Seiten der Beziehung zu einem Kind würden dabei verknüpft mit den fehlenden negativen Aspekten von Freundschaft, zusammen mit einem stark ausgeprägten Machtungleichgewicht.