Neues Testverfahren aus den USA: Bei Bauchspeicheldrüsen-Krebs treten Symptome oft spät auf

Innere Organe des Menschen mit Bauchspeicheldrüse (li.) und Gallenblase.
Imago/Zoonar- Neuer Bluttest erkennt minimale Spuren von Bauchspeicheldrüsenkrebs – auch nach Therapie.
- Northwestern University: Test spürt KRAS-Mutationen auf, häufig bei dieser Krebsart.
- Deutlich sensitiver als Standardtests: 65 % bei Diagnose vs. 17 % mit herkömmlichen Verfahren.
- Nach Chemo 60 % Nachweis vs. 5 %, nach OP 56 % vs. 9 % – Studie in Clinical Cancer Research.
- Forscher sehen Chance, Hochrisikopatienten früher zu identifizieren und Rückfälle früher zu erkennen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den tödlichsten Krebsarten. Bei vielen Patienten kehrt die Krankheit trotz monatelanger Chemotherapie und großer Operationen zurück. Doch nun könnte es Grund zur Hoffnung geben: Ein neuer Bluttest kann kleinste Spuren dieser Krebsart erkennen, selbst dann, wenn Untersuchungen darauf hindeuten, dass die Behandlung erfolgreich war.
Die beteiligten Forscher erklären, der Test könne helfen, Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs zu identifizieren, bei denen ein Rückfall besonders wahrscheinlich ist – und so eine frühere Behandlung ermöglichen.
Empfindlicher als bisherige Standard-Bluttests
Das Forscherteam der Northwestern University in Chicago hat festgestellt, dass der neue Test deutlich empfindlicher ist als bisherige Standard-Bluttests. Der Test sucht nach Spuren einer zentralen genetischen Mutation namens KRAS, die bei mehr als 90 Prozent aller Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs eine Rolle spielt. Die Studie ist im Fachjournal „Clinical Cancer Research“ veröffentlicht.
- Zum Zeitpunkt der Diagnose erkannte er bei 65 Prozent der Patienten Krebsanzeichen – im Vergleich zu nur 17 Prozent bei herkömmlichen Tests.
- Auch nach der Chemotherapie wies der neue Test bei 60 Prozent der Patienten Tumor-DNA nach. Bei herkömmlichen Tests waren es nur 5 Prozent.
- Nach einer Operation erkannte er verbliebene Krebsreste bei 56 Prozent der Patienten, verglichen mit lediglich 9 Prozent bei Standardverfahren.
- Zur Info: Eine KRAS-Mutation ist eine der häufigsten genetischen Veränderungen bei Krebserkrankungen. KRAS ist ein Gen, das für ein wichtiges Protein zur Steuerung des Zellwachstums zuständig ist. Ist es mutiert, sendet es dauerhafte Wachstumssignale an die Zelle, was zur unkontrollierten Bildung von Tumoren führt.
Studienleiter Akhil Chawla betont: „Da wir in eine Ära von KRAS-gerichteten Therapien eintreten, wird ein Test, der genau diese Mutation verfolgt, immer wichtiger. Diese Kombination könnte grundlegend verändern, wie wir Hochrisikopatienten identifizieren, minimale Krankheitsreste überwachen und früher eingreifen – noch bevor ein Rückfall klinisch sichtbar wird.“
Was ist die Bauchspeicheldrüse?
Die Bauchspeicheldrüse – auch Pankreas genannt – ist eine Drüse im Bauchraum, die für die Verdauung und den Zuckerstoffwechsel zuständig ist. Sie produziert Verdauungsenzyme für den Dünndarm und Hormone wie Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren.

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein lebenswichtiges Organ im menschlichen Oberbauch. Sie liegt hinter dem Magen und hat zwei Hauptaufgaben: die Produktion von Verdauungsenzymen für die Nahrungsaufspaltung und die Bildung von Hormonen wie Insulin zur Regulierung des Blutzuckerspiegels.
Imago/ZoonarWas ist ihre Aufgabe?
Die Bauchspeicheldrüse hat wichtige Aufgaben: Sie produziert nicht nur Hormone, die den Blutzuckerspiegel regulieren, sondern auch Enzyme, die unser Körper braucht, um Essen zu verdauen.
Doch was, wenn das Organ von Krebs befallen ist? Steht auf einmal die Diagnose Pankreaskarzinom im Raum, ist das für Betroffene und ihre Liebsten ein riesiger Schock. Denn der Blick auf die Überlebensrate gibt zunächst wenig Hoffnung.
„90 Prozent der Erkrankten sterben innerhalb von fünf Jahren am Pankreaskarzinom“, stellt Lutz Otto, Bundesvorsitzender des Arbeitskreises der Pankreatektomierten (AdP) fest.
Wo liegt die Bauchspeicheldrüse?
Sie liegt quer im Oberbauch hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule und wird in Kopf, Körper und Schwanz unterteilt. Die Drüse ist etwa 15 bis 20 cm lang und wiegt 70 bis 120 Gramm. Sie ist in Kopf, Körper und Schwanz unterteilt. Der Pankreaskopf liegt am Zwölffingerdarm an.
Was macht die Bauchspeicheldrüse?
Verdauung (exokrine Funktion): Die Bauchspeicheldrüse produziert täglich rund 1,5 bis 3 Liter Verdauungssaft. Dieser Saft enthält über 20 Enzyme, darunter Amylase, Trypsin und Lipase, die Kohlenhydrate, Proteine und Fette aufspalten. Die Enzyme werden in den Zwölffingerdarm abgegeben, wo sie den Nahrungsbrei zersetzen.
Stoffwechsel (endokrine Funktion): Über die Langerhans-Inseln werden die Hormone Insulin und Glukagon produziert. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es die Aufnahme von Glukose in die Körperzellen ermöglicht. Glukagon ist ein Gegenspieler von Insulin und sorgt dafür, dass die Blutzuckerspiegel wieder steigen, indem es die Zuckerreserven der Leber freisetzt.

Sie produziert täglich etwa 1,5 Liter Verdauungssaft. Dieser enthält Enzyme, die Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette im Darm aufspalten, damit der Körper sie aufnehmen kann.
Imago/CHROMORANGEWelche Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse gibt es?
Entzündungen (Pankreatitis): Eine akute oder chronische Entzündung kann durch Gallensteine oder chronischen Alkoholkonsum ausgelöst werden. Symptome können starke Oberbauchschmerzen, Fieber und Verdauungsprobleme wie Blähungen und Durchfall sein.
Bauchspeicheldrüsenkrebs: Dabei handelt es sich um eine bösartige (maligne) Erkrankung, die oft erst spät erkannt wird, da die Symptome oft unspezifisch sind. Der Tumor entwickelt sich schleichend, verursacht lange keine oder nur unspezifische Symptome. Umso wichtiger: es ernst nehmen, wenn der Körper doch Signale sendet.
Von Gelbsucht bis Fettstuhl: Warnzeichen der Bauchspeicheldrüse
Wie bei jeder Krebsart gilt auch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs: Je früher er erkannt wird, desto mehr ist in Sachen Behandlung möglich. Anders als bei Brust- oder Darmkrebs gibt es für Bauchspeicheldrüsenkrebs keine allgemeine Früherkennungsuntersuchung. Der Tumor entwickelt sich schleichend, verursacht lange keine oder nur unspezifische Symptome.
Umso wichtiger: Es ernst nehmen, wenn der Körper doch Signale sendet. Folgende Beschwerden können anzeigen, dass mit der Bauchspeicheldrüse etwas nicht stimmt, sich womöglich sogar ein Tumor entwickelt hat:
- unerklärbarer Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit
- verstärkte Müdigkeit und Erschöpfung
- Nachtschweiß
- Veränderungen am Bauch, die sich ertasten lassen
Treten Beschwerden ohne klare Ursache auf oder halten über einen längeren Zeitraum – etwa zwei bis vier Wochen – an, sollte man sie ärztlich abklären lassen, rät der Krebsinformationsdienst.

Der Tumor entwickelt sich schleichend, verursacht lange keine oder nur unspezifische Symptome. Umso wichtiger: es ernst nehmen, wenn der Körper doch Signale sendet.
Imago/ZoonarGibt es Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Familie?
Besonders wachsam sollten alle sein, die ein erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Das besteht etwa, wenn man mindestens zwei Verwandte ersten Grades – also Kinder, Eltern oder Geschwister - hat, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind, empfiehlt der Krebsinformationsdienst.
In diesem Fall zahlt die gesetzliche Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen Untersuchungen zur Früherkennung – etwa MRT-Untersuchungen oder auch Untersuchungen, die Ultraschall und Magenspiegelung kombinieren.
Übrigens: Die familiäre Vorbelastung ist nicht das Einzige, was auf das Risiko für Pankreaskrebs einzahlt. Auch die Lebensgewohnheiten spielen eine Rolle: So erhöhen Rauchen, starkes Übergewicht und hoher Alkoholkonsum das Risiko.
