OpenAI: Kommen auch bei ChatGPT die Wasserzeichen?

Auch OpenAI will die Wasserzeichen einführen.
Richard Drew/AP/dpaAuch OpenAI plant Wasserzeichen beziehungsweise andere Herkunftssignale für von ChatGPT erzeugte Texte. Einen konkreten Starttermin gibt es bislang aber nicht. Während Bilder und Audiodateien aus OpenAI-Produkten bereits teilweise technisch gekennzeichnet werden, sind normale Textantworten von ChatGPT derzeit noch nicht entsprechend markiert.
OpenAI hat im Juni 2026 seine Unterstützung für den EU-Verhaltenskodex zur Transparenz von KI-generierten Inhalten angekündigt. In diesem Zusammenhang erklärte das Unternehmen ausdrücklich, die Kennzeichnung langfristig auf alle KI-Inhalte einschließlich Text ausweiten zu wollen.
Haben ChatGPT-Texte bereits Wasserzeichen?
Nach dem derzeit veröffentlichten Stand: nein.
OpenAI verwendet für Textausgaben bislang noch keine aktive Wasserzeichen-Technik. Das Unternehmen spricht lediglich davon, Herkunftssignale künftig auch auf Texte auszuweiten, sobald Standards und technische Werkzeuge dafür ausreichend ausgereift sind.
Das bedeutet: Wer derzeit einen normalen Text mit ChatGPT erstellt, sollte nicht davon ausgehen, dass darin bereits ein unsichtbares OpenAI-Wasserzeichen steckt. Wann sich das ändert, hat OpenAI bislang nicht angekündigt.
Bilder und Audio werden bereits gekennzeichnet
Bei anderen Inhaltstypen ist OpenAI schon deutlich weiter. Unterstützte Bilder, die mit ChatGPT, Codex oder über die OpenAI API erzeugt werden, enthalten C2PA-Metadaten und SynthID-Wasserzeichen. Auch unterstützte KI-generierte Audiodateien erhalten ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen.
Dabei verfolgen beide Verfahren unterschiedliche Ansätze: C2PA speichert Herkunftsinformationen in den Metadaten einer Datei. SynthID bettet dagegen ein unsichtbares Signal direkt in den Inhalt ein, das teilweise auch nach Bearbeitungen erhalten bleiben kann.
Warum führt OpenAI Wasserzeichen ein?
Hintergrund sind unter anderem die Transparenzanforderungen des EU AI Act. OpenAI unterstützt den europäischen Verhaltenskodex für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte und will Nutzern ermöglichen, die Herkunft von Inhalten besser nachvollziehen zu können.
Gleichzeitig weist OpenAI auf die Grenzen solcher Verfahren hin. Metadaten können beim Speichern, Konvertieren oder Hochladen verloren gehen. Auch eingebettete Wasserzeichen können durch starke Bearbeitungen beschädigt werden. Ein fehlendes Signal beweist daher nicht, dass ein Inhalt ohne KI erstellt wurde.

