Preise für kurios-skurrile Wissenschaft: Gaga-genial-großartige Forschung: Das sind die Ig-Nobelpreise 2024

Ig-Nobelpreisverleihung auf dem Campus des Massachusetts Institute of Technology in Cambridge: Ein Darsteller setzt eine ausgestopfte Spielzeugkatze auf eine aufblasbare Kuh, um das Platzen einer Papiertüte neben einer Katze zu demonstrieren, die auf dem Rücken einer Kuh steht.
AP/dpa/Steven SenneBetrunkene Würmer, Plastikpflanzen imitierende echte Pflanzen und die Schwimmfähigkeiten einer toten Forelle: Zehn wissenschaftliche Studien, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregen“ sollen, sind in den USA mit „Ig Nobel Prize“ (Ig-Nobelpreise“) ausgezeichnet worden.
Die zum 34. Mal verliehenen undotierten Spaß-Preise, vergeben von den „Annals of Improbable Research“, einer Zeitschrift für kuriose Forschung, sollen nach Angaben der Veranstalter „das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“.
Die traditionell schrille Gala, die aufgrund der Corona-Pandemie zuletzt vier Jahre in Folge nur digital stattgefunden hatte, wurde erstmals wieder mit Publikum am berühmten Massachusetts Institute of Technology in Cambridge an der US-Ostküste zelebriert.
Preisträger aus Bonn und Hamburg
Einige der Preise gingen diesmal auch nach Deutschland:
Botanik: Der US-Wissenschaftler Jacob White und sein an der Universität Bonn arbeitender brasilianischer Kollege Felipe Yamashita wurden in der Kategorie Botanik ausgezeichnet für die Entdeckung von Beweisen dafür, dass einige echte Pflanzen die Formen von benachbarten Plastikpflanzen imitieren. „Wie sie das machen, wissen wir noch nicht“, betonte Yamashita nach der Preisübergabe. „Ich habe gerade meinen Doktor gemacht und brauche jetzt eine Anstellung, um diese Forschung fortzuführen.“
Tauben in Raketen und Haarwirbel-Forschung
Durch den Anus atmende Säugetiere und 350 757 Münzwürfe

Menschen im Publikum werfen Papierflugzeuge auf die Bühne während einer Vorführung bei der Verleihung des Ig-Nobelpreises am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge.
Foto: AP/Steven Senne/dpa

Professor Sander Woutersen (r) zeigt einen überdimensionalen ausgestopften Wurm, während er den Ig-Nobelpreis für Chemie für seine Arbeit mit einem Forscherteam entgegennimmt.
Foto: AP/Steven Senne/dpaBetrunkene Würmer und schwimmende tote Fische

Eric Maskin (r), Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 2007, überreicht den Ig-Nobelpreis an Mitglieder eines Forscherteams, das Chromatographie zur Trennung von betrunkenen und nüchternen Würmern eingesetzt hat.
Foto: AP/Steven Senne/dpa
Murphys Gesetz spielt auch eine Rolle
Bei der Gala, an der auch echte Nobelpreisträger teilnahmen und die diesmal unter dem Oberthema „Murphys Gesetz“ stand, flogen wie in jedem Jahr Papierflieger. Es gab es Sketche, bizarre Kurz-Musikstücke und noch viel mehr skurrilen Klamauk.
Beendet wurde die Zeremonie von den traditionellen Abschlussworten des Moderators Marc Abrahams: „Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben, und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!“
Info: Ig-Nobelpreise
Ig Ig steht für Englisch „ignoble“, unwürdig, schmachvoll, schändlich. Der Preis wird auch als Spaß-Nobelpreis verulkt. Dabei ist der Ig-Nobelpreis eine hoch angesehene satirische Auszeichnung, die alljährlich vom Satire-Magazin „Annals of Improbale Research“ und der amerikanischen Elite-Universität Harvard in Boston (Bundesstaat Massachusetts) verliehen wird.
Veranstalter Ig-Nobelpreis-Moderator Marc Abrahams, Autor von so gewichtigen Werken wie „Der Einfluss von Erdnussbutter auf die Erdrotation“, rettet zusammen mit einer fröhlich-illustren Schar von Wissenschaftlern – darunter zahlreiche Nobelpreisträger – akademische Preziosen vor dem Wissens-Orkus. Abrahams ist Präsident des Ig-Nobelpreis-Komitees, mit dem parallel zur bierernsten Nobelpreisverleihung geistige Errungenschaften gefeiert werden, die eines Don Quichotte de la Mancha, Karl Valentin und Marty Feldmann würdig gewesen wären.