Preisschock
: 300 Euro für einen Schulranzen?

Sind die hohen Preise gerechtfertigt? Oder tut es nicht genauso gut auch ein günstiges Modell? Worauf Eltern beim Schulranzen-Kauf achten sollten.
Von
Harald Czycholl
Stuttgart
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Grundschule: SYMBOLBILD - 05.11.2025, Baden-Württemberg, Stuttgart: Schulranzen und verschiedene Unterrichtsmaterialien liegen in offenen Regalfächern eines Garderobenbereichs einer vierten Klasse in einer Grundschule. In den Fächern sind unter anderem Hefte, Bücher, Turnbeutel und persönliche Gegenstände der Kinder verstaut. (zu dpa: «Weniger Kinder, viele Baustellen – Bildung bleibt Krisenfall») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ohne Schulranzen geht es nicht. Aber wie viel  muss  er kosten?

dpa/Bernd Weißbrod/dpa
  • Schulranzen kosten oft 250 bis 300 Euro, Hersteller verweisen auf Ergonomie und Haltbarkeit.
  • DIN 58124 und GS-Zeichen sichern Verarbeitung, Ergonomie und Sichtbarkeit im Straßenverkehr.
  • Wichtige Merkmale: breite, gepolsterte Schultergurte, verstellbare Länge – plus Brust- und Hüftgurt.
  • Sichtbarkeit: fluoreszierende Flächen ab 20 Prozent, retroreflektierende ab 10 Prozent der Seiten und Front.
  • Sparen möglich durch Vorjahresmodelle, günstigere Marken oder gut erhaltene gebrauchte Ranzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei wem im September die Einschulung seines Kindes ansteht, dem droht ein Preisschock: 250 bis 300 Euro verlangen Marken-Hersteller wie Ergobag, Hama, Scout und Step by Step für ihre Schulranzen der aktuellen Kollektion. Wobei, fragt man die Hersteller, die hohen Kosten natürlich gerechtfertigt sind: Sie verweisen auf ausgeklügelte, ergonomische Tragesysteme und langlebige, nachhaltige Materialien. In Anlehnung an rückenschonende Trekking-Rucksäcke für Erwachsene sind die hochpreisigen Ranzen mit breiten, gepolsterten Schultergurten, einem Hüft- und einem Brustgurt ausgestattet, um das Gewicht optimal auf dem Rücken und Beckenbereich zu verteilen. Im Idealfall wächst auch die Rückenlänge des Ranzens mit dem Kind mit, sodass er auch bei Wachstumsschüben weiter genutzt werden kann.

Zusätzlich verweisen die Hersteller auf den Sicherheitsaspekt. So gilt für Schulranzen in Deutschland die DIN-Norm 58124. „Eltern sollten beim Schulranzenkauf auf die Einhaltung der DIN-Norm und das GS-Zeichen achten“, erklärt Maximilian Leugner, Laborleiter Mechanik von TÜV Rheinland. Die Siegel garantieren eine sichere Verarbeitung des Materials und eine ergonomische Anpassung an den Kinderrücken. „Die Schultergurte sollten mindestens 30 Millimeter breit, 50 Zentimeter lang, leicht verstellbar und weich gepolstert sein, um Druckstellen zu vermeiden“, so Leugner. Auch ein Beckengurt sei hilfreich: „Das Gewicht, das auf der Hüfte liegt, muss der Rücken nicht tragen“, so der TÜV-Experte.

Sichtbarkeit ganz wichtig

Ganz wichtig außerdem: die DIN-Norm 58124 enthält auch Mindestanforderungen für die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Entscheidend hierfür: fluoreszierende Farben, die mindestens 20 Prozent der Vorder- und Seitenflächen ausmachen und retroreflektierende Flächen, die mindestens zehn Prozent der Seiten- und Vorderflächen bedecken sollen. „Nur die richtige Kombination macht die Kleinen bei allen Lichtverhältnissen gut sichtbar,“ sagt Andreas Zause vom DIN-Verbraucherrat.

Der Experte empfiehlt zudem, das Kind immer mit zum Ranzenkauf zu nehmen: „Nur so lässt sich die Passform prüfen und sicherstellen, dass das Design auf Zustimmung stößt.“ In Sachen Design droht Eltern allerdings neben dem Preis- oft auch ein Kulturschock. Denn Kinder mögen um vieles zu beneiden sein – aber nicht um ihren guten Geschmack. So greifen Mädchen zielstrebig zum kitschigsten Elfenmotiv, während Jungs sich irgendwas mit Fußball, Rennautos, muskelbepackten Actionhelden oder Raubsauriern aussuchen.

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Manche Eltern mögen sich einreden, dass der hochpreisige Schulranzen zumindest ein halbes Schülerleben lang halten wird. Die Lebenswirklichkeit sieht allerdings so aus, dass spätestens im fünften Schuljahr niemand mehr mit Prinzessin Lillifee und Käpt'n Sharky rumläuft – und dann kommt der einst so coole Ranzen auf den Dachboden und ein neuer, ebenso teurer Schulrucksack im altersgemäßen Design muss her.

Es gibt aber durchaus Mittel und Wege, beim Ranzenkauf zu sparen. Zum einen haben auch günstigere Hersteller wie Finkid mitunter ansprechende, sichere Schulranzen im Angebot. Soll es doch der beliebte Ergobag- oder Step by Step-Ranzen sein, lohnt es sich, eine Vorauswahl der günstigeren Designs zu treffen, und sein Kind dann aus diesen wählen zu lassen, bevor es sich im Geschäft in das neueste und teuerste Modell verliebt. Die Vorjahresmodelle gibt es nämlich mitunter zum halben Preis. Und gerade weil die hochpreisigen Ranzen auf Langlebigkeit und Nachhaltigkeit setzen, kann es sinnvoll sein, bei Onlineportalen wie Kleinanzeigen.de nach gebrauchten Modellen zu suchen – denn vielleicht trifft ja auch eines davon den Geschmack der Neu-Schulkinder.