Raus aus den Schuhen: Unten ohne: Wie gesund ist Barfußlaufen?

Eine Person läuft barfuß, also ohne Schuhe, auf einem gepflasterten Weg läuft, wodurch der direkte Hautkontakt mit der Erde betont wird und Abdrücke im Fuß in der Haut sichtbar sind. Barfußlaufen fördert die natürliche Verbindung zur Natur und bietet ein Gefühl von Freiheit und Entspannung und ist gut für die Gesundheit und Durchblutung.
Imago/Bihlmayerfotografie- Barfußlaufen stärkt Fußmuskeln und Sensorik, was Haltung und Wohlbefinden fördern kann.
- Orthopäden empfehlen es besonders für Kinder, aber auch für Erwachsene ohne Einschränkungen.
- Geeignet sind Wiesen, Sand, Kies oder Waldboden – Verletzungsgefahr meiden.
- Wechsel zwischen Schuhen und Barfuß ist sinnvoll, Barfußschuhe können zusätzlich helfen.
- Ausnahme: Menschen mit Polyneuropathie sollten ihre Füße mit geeignetem Schuhwerk schützen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Beim Spaziergang lohnt es sich, auch mal die Schuhe auszuziehen. Der Grund: „Wenn wir barfuß laufen, dann trainieren wir unsere Fußmuskeln“, erklärt der Orthopäde Matthias Manke aus Bochum. Insbesondere die Muskeln an der Fußsohle werden beim Laufen ohne Schuhe aktiviert. Das ist wichtig, denn „wenn wir die nicht trainieren, dann verkümmern die“.
Außerdem liegen viele freie Nerven in den Füßen, über die Impulse aufgenommen werden. Der Körper erhält also neue Signale. Und das kann sich positiv auswirken. So können beispielsweise Schmerzen im Nacken, Rücken oder an der Lendenwirbelsäule weniger werden, erläutert Manke.
Und nicht nur das: Der Fersensporn, eine oft schmerzhafte dornartige Verknöcherung an der Ferse, entsteht häufig durch eine untrainierte Fußmuskulatur. Barfuß zu laufen, kann dem entgegenwirken.
Positive Impulse für die Fußnerven
Vor allem Kinder - aber nicht nur sie - sollten deshalb im Sommer möglichst oft barfuß laufen. Dazu rät auch die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Besonders geeignet seien wechselnde Untergründe wie Wiesen, Sand, Kies oder Waldboden. Denn: Barfußlaufen stärke die Fußmuskulatur, rege die Sinneswahrnehmung an und unterstütze die natürliche Entwicklung des Fußgewölbes. Auch viel Bewegung mit Laufen, Springen und Klettern fördere gesunde Füße.
Schuhe sollten Kinder nach Empfehlung der Orthopäden nur tragen, wenn es nötig ist. Dann sollten sie weich, flexibel und ausreichend weit sein. Barfußlaufen sei allerdings nur dort sinnvoll, wo keine Verletzungsgefahr durch Scherben, spitze Gegenstände oder stark aufgeheizte Flächen bestehe. Dass Kleinkinder zunächst ein flaches Fußgewölbe haben, sei meist normal. Treten jedoch Schmerzen auf, wirkt der Fuß steif oder läuft ein Kind ungern, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.
Für wen ist barfuß laufen geeignet und für wen nicht?
„Barfußlaufen ist eigentlich erst mal für jeden gedacht“, betont der Mediziner Manke. Aber es gibt Einschränkungen:
- Man muss natürlich nicht ausschließlich barfuß laufen. Unsere Füße bräuchten aber ein Wechselspiel zwischen dem Laufen im Schuh und dem Barfußgehen, unterstreicht Manke. Ein Grund, warum der Mediziner zu Hause beispielsweise keine Hausschuhe anzieht.
- Wer im Alltag seine Fußmuskulatur stärken möchte, kann dafür auch spezielle Schuhe nutzen, sogenannte Barfußschuhe mit sehr dünner und flexibler Sohle, in denen man auch die Zehen bewegen kann. Manke: „Der Barfußschuh ist dafür da, dass der Schuh auch auf rauem Gelände den Fuß schützt, aber der Fuß gleichzeitig arbeiten muss.“
- Nach Angaben der Fachgesellschaft DGOU profitieren grundsätzlich auch Erwachsene vom Barfußlaufen. Die Stimulation der Sensorik und der Fußmuskulatur sei in jedem Alter sinnvoll. Ausgenommen seien Menschen mit einer Polyneuropathie, bei der die Nerven in den Füßen geschädigt sind. Da Betroffene Verletzungen oft nicht oder zu spät bemerkten, sollten sie ihre Füße durch geeignetes Schuhwerk schützen. (mit KNA-/dpa-Agenturmaterial)
