Rechenformel: Donner: Wie weit ist das Gewitter entfernt?

Ein Blitz schlägt bei Bad Homburg in Hessen ein (Archivbild).
IMAGO/Jan Eifert/IMAGO/Jan EifertGewitter und Unwetter ziehen gerade in dieser Jahreszeit regelmäßig über Deutschland hinweg. Dass Menschen dabei vom Blitz getroffen werden und so ums Leben kommen, passiert glücklicherweise selten. In den vergangenen Wochen starben in Deutschland allerdings zwei Teenager durch oder in Folge von Blitzeinschlägen – und jüngst wurde ein 15-Jähriger bei einem Blitzeinschlag im baden-württembergischen Welzheim (Rems-Murr-Kreis) tödlich verletzt.
In der Regel ist es so, dass man die bedrohlich dunklen Gewitterwolken oft schon aus der Ferne sieht oder den Donner, der auf einen Blitz folgt, hört. Aber wie weiß man, wie weit das Gewitter noch weg ist? Dafür gibt es eine Faustformel.
Wie berechnet man den Abstand zu einem Gewitter?
Grundsätzlich gilt: Sich bei Gewitter draußen aufzuhalten, ist lebensgefährlich. Blitze schlagen aber bevorzugt in hohe, alleinstehende Punkte im Gelände ein – beispielsweise in Strommasten, hohe Gebäude oder einzelne Bäume. Deshalb macht es Sinn, sich von diesen Objekten fernzuhalten. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rät zudem, sich während eines Gewitters nicht in der Nähe von Gewässern oder Metallzäunen aufzuhalten.
Hält man sich während eines Gewitters, bei dem sich gewaltige elektrische Spannungen entladen, im Freien auf, sollte man wissen, wie weit die Blitze noch entfernt sind. Wichtig: Ein Blitz geht immer mit einem Donner einher. Hört man den Donner nicht, ist das Gewitter noch einige Stunden entfernt. Folgen Blitz und Donner allerdings mit einem gewissen Abstand aufeinander, kann es gefährlich werden.
Blitz-Rechenformel
Die Distanz zu einem Gewitter berechnet man, indem man die Zeit zwischen Blitz und Donner in Sekunden mit der Schallgeschwindigkeit (343,2 Meter pro Sekunde) multipliziert und die Summe dann durch 1000 teilt. Heißt also:
Dann ist es wichtig, ein paar Minuten zu warten und das ganze noch einmal zu rechnen. Wenn die Zahl am Ende höher ist, zieht das Gewitter von einem weg. Verringert sie sich, kommt es näher.
Blitz Rechenbeispiel
Ein Beispiel wäre etwa folgendes:
Außerdem wird der ermittelte Wert natürlich genauer, wenn man die Berechnung mehrfach macht und dann den Mittelwert bestimmt.
Ausgehend von der Rechnung würden sich bei folgenden Abständen, folgende Entfernungen zum Gewitter ergeben:
Vereinfachte Blitz-Rechenformel
Nun ist wohl nicht jeder so fit im Kopfrechnen, um das mal schnell auszurechnen. Eine vereinfachte Rechnung, die vielleicht praxisnäher ist, bietet der DWD auf seiner Internetseite. Er verweist auf die Schallgeschwindigkeit, die sich zur Ermittlung der Entfernung nutzen lässt. Weil sich Licht mit einer Geschwindigkeit von rund 300.000 Kilometer pro Sekunde ausbreitet, ist der Blitz quasi unmittelbar bei der Entladung zu sehen. Der Schall des Donners hingegen legt nur rund 330 Meter pro Sekunde zurück. Für einen Kilometer braucht er also 3 Sekunden, schreibt der Wetterdienst und fasst zusammen: „Zählt man nun die Sekunden zwischen dem Blitz und den Donner und teilt diese durch 3, hat man die Entfernung zum Gewitter in Kilometern.“
Eine vereinfachte Formel wäre also folgende:
Das liefert dann ein ungefähres Ergebnis – die Rechnung sollte dann natürlich wiederholt werden.
Vereinfachtes Blitz-Rechenbeispiel
Der DWD nennt auf seiner Internetseite folgendes Beispiel:
Hat das Gewitter eine Entfernung von etwa 10 Kilometern unterschritten, wird es laut DWD zunehmend gefährlich und man sollte sich in Sicherheit begeben – bestenfalls in ein Gebäude oder zur Not ins Auto.