Pflanzenschutzmittel
: Vorsicht Schwangere: Rossmann ruft Matcha-Tee zurück

Ein beliebter Bio-Matcha-Tee weist Verunreinigungen auf und darf nicht mehr konsumiert werden – ungeborene Kinder sind in Gefahr.
Von
Michael Maier
Burgwedel
Jetzt in der App anhören
v.l.  Viktoria Rölver, Lara Gerwert, Leah Teetz und Stella Roth im Dolcino Mio.
Schülerinen des Gymnasiums Broich machen den ultimativen Matcha-Test in Broich am Freitag, 10. Juli 2026 in Mülheim.

Foto: Christoph Wojtyczka / Funke Foto Services

Proteinreicher erfrischender Matcha-Drink – doch je nach Zutat kann das derzeit gefährlich werden.

Funke Foto Services

Matcha gilt für viele als das ultimative Superfood und gesunde Alternative zum morgendlichen Kaffee. Doch wer in den letzten Wochen zu einem bestimmten Bio-Matcha-Pulver gegriffen hat, sollte jetzt genauer hinschauen: Das staatliche Portal lebensmittelwarnung.de informiert über einen bundesweiten Rückruf der TryMoin GmbH. In einer Charge wurde ein gesundheitsschädliches Pflanzenschutzmittel nachgewiesen.Die Firma hat einen vorsorglichen Rückruf für ihr Bio-Matcha-Tee-Pulver herausgegeben. Im Rahmen von Qualitätsuntersuchungen wurden in dem Produkt Rückstände des Wirkstoffs Tebuconazol festgestellt.

Da der Stoff gesundheitliche Risiken birgt, raten sowohl der Hersteller als auch die Verbraucherschutzbehörden dringend vom Verzehr der betroffenen Charge ab.

Matcha-Tee

Rückruf für Matcha-Tee-Pulver von Rossmann.

Lebensmittelwarnung.de

Matcha-Pulver-Rückruf – betroffene Chargen

Der Rückruf beschränkt sich auf eine spezifische Charge des Bio-Matcha-Pulvers. Überprüfen Sie Ihre Vorräte anhand der folgenden Produktdaten:

  • Produktbezeichnung: Try Moin Bio Matcha Pure
  • Verpackungseinheit: 30 Gramm Beutel
  • Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): 23.02.2028
  • Chargennummer (Los-Kennzeichnung): M-P-002
  • EAN-Code: 4262397271654
  • Inverkehrbringer: TryMoin GmbH, Kastanienallee 4, 10435 Berlin
  • Vertriebskanäle: Das Produkt wurde u. a. über Filialen der Dirk Rossmann GmbH sowie der Globus Logistik GmbH & Co. KG verkauft.

Andere Chargen oder Produkte der Marke Try Moin sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht vom Rückruf betroffen. Folgende Bundesländer sind betroffen:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Hessen
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt

Matcha-Tee-Rückruf: Warum ist Tebuconazol gefährlich?

Bei Tebuconazol handelt es sich um ein Fungizid (ein chemisches Mittel gegen Pilzbefall), das in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Nach der europäischen Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen ist Tebuconazol als reproduktionstoxisch der Kategorie 2 eingestuft. Das bedeutet: Es besteht der begründete Verdacht, dass der Stoff die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen oder das ungeborene Kind im Mutterleib schädigen kann.

Aufgrund dieser Einstufung stellen Rückstände des Wirkstoffs in Lebensmitteln ein unzulässiges gesundheitliches Risiko dar, weshalb das Produkt umgehend aus dem Handel gezogen wurde.

Matcha-Tee-Rückruf – was jetzt zu tun ist

  • Nicht konsumieren: Wenn Sie eine Packung mit der Chargennummer M-P-002 zu Hause haben, bereiten Sie den Tee auf keinen Fall zu und trinken Sie ihn nicht.
  • Im Handel zurückgeben: Sie können das betroffene Produkt in der Regel in der Verkaufsstelle (z. B. Rossmann oder Globus), in der Sie es erworben haben, zurückgeben. Der Kaufpreis wird üblicherweise auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet.
  • Kontakt zum Hersteller: Bei Rückfragen können Sie sich direkt an die TryMoin GmbH wenden.

Rückrufe wie dieser zeigen, wie wichtig kontinuierliche Laborkontrollen im Lebensmittelbereich sind – insbesondere bei importierten Bio-Produkten wie Matcha, deren Rohstoffe häufig aus Fernost bezogen werden. Auch wenn biologischer Anbau strengen Richtlinien unterliegt, gewährleisten behördliche Stichproben und Eigenkontrollen der Hersteller, dass Rückstände rasch erkannt und Verbraucher wirksam geschützt werden.