Schnittkalender: Diese Pflanzen sollte man jetzt zurückschneiden

Der Schnittkalender zeigt, wann es sinnvoll ist, verschiedene Pflanzenarten zurückzuschneiden.
Christin Klose/dpa-mag/dpaIm Oktober beginnt für Gartenbesitzer eine wichtige Phase beim Gehölzschnitt. Denn seit dem 1. Oktober sind stärkere Rückschnitte an Hecken und anderen Gehölzen grundsätzlich wieder erlaubt. Das bedeutet allerdings nicht, dass nun jede Hecke und jede Pflanze gekürzt werden sollte. Wer seinen Garten winterfest macht, sollte deshalb zwei Dinge auseinanderhalten: Wann darf eine Pflanze geschnitten werden – und wann ist der Schnitt für die jeweilige Art tatsächlich sinnvoll?
Die Übersicht macht deutlich: Das Ende der gesetzlichen Schutzfrist für Hecken ist nicht mit einer allgemeinen Empfehlung zum Rückschnitt im Oktober gleichzusetzen.
Hecken schneiden: Ab Oktober sind stärkere Eingriffe wieder erlaubt
Für Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze gelten in Deutschland besondere Schutzzeiten. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es grundsätzlich verboten, sie vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben während dieser Zeit erlaubt.
Mit dem 1. Oktober endet diese gesetzliche Schutzfrist. Ein kräftigerer Rückschnitt ist damit grundsätzlich wieder möglich. Das heißt jedoch nicht, dass der Oktober für jede Heckenart automatisch der beste Schnittmonat ist.
Der NABU weist in seinem Pflanzenschnitt-Kalender für zahlreiche Gehölze individuelle Schnittzeiträume aus. Hainbuche, Buche, Eibe oder Feldahorn werden demnach je nach Art zu unterschiedlichen Zeiten geschnitten.
Auch außerhalb der gesetzlichen Sperrfrist gilt: Befinden sich Tiere in einer Hecke oder einem Gehölz, muss darauf Rücksicht genommen werden. Wild lebende Tiere und ihre Lebensstätten stehen weiterhin unter Schutz.
Stauden im Herbst besser stehen lassen
Gerade bei Stauden spricht aus ökologischer Sicht viel gegen einen gründlichen Herbstputz. Das Umweltbundesamt empfiehlt, viele Stauden erst im Frühjahr zurückzuschneiden.
Der Grund: In und an abgestorbenen Stängeln können Insekten sowie Eier und Puppen von Schmetterlingen überwintern. Auch vertrocknete Samenstände erfüllen im Winter eine Funktion. Sie bieten Nahrung und schaffen Rückzugsmöglichkeiten für verschiedene Tiere.
Für Gartenbesitzer bedeutet das: Ein vollständig aufgeräumter Garten ist aus Naturschutzsicht nicht unbedingt die beste Lösung.
Auch Ziergräser besser erst im Frühjahr schneiden
Ähnliches gilt für viele Ziergräser. Der NABU-Schnittkalender sieht den Rückschnitt im Frühjahr vor und nicht im Oktober.
Die trockenen Halme können deshalb über den Winter an der Pflanze bleiben. Zusätzlich schützen sie bei vielen Arten das Pflanzeninnere während der kalten Jahreszeit. Erst vor dem neuen Austrieb werden die alten Halme entfernt.
Oktober ist kein allgemeiner Rückschnitt-Monat
Dass ab Oktober wieder stärkere Arbeiten an Hecken zulässig sind, wird leicht mit einer gärtnerischen Empfehlung verwechselt. Tatsächlich handelt es sich zunächst um eine gesetzliche Zeitgrenze zum Schutz von Tieren.
Wann eine bestimmte Pflanze idealerweise geschnitten wird, hängt dagegen von ihrer Art, ihrer Blütezeit und ihrem Wachstumsrhythmus ab.
Wer im Oktober zur Schere greifen möchte, sollte deshalb zuerst prüfen, um welche Pflanze es sich handelt. Für einige Arten ist jetzt ein geeigneter Zeitpunkt. Bei vielen Gehölzen, Stauden und Ziergräsern ist dagegen Abwarten bis Winter oder Frühjahr die bessere Wahl.
