Dufttrends: Pheromonparfum: Mythos oder Wundermittel?

Pheromonparfums sollen die natürliche Anziehungskraft unterstützen.
Shutterstock/Pawel MichalowskiKaum ein Duftprodukt sorgt aktuell für so viele Diskussionen wie das Pheromonparfum. Die Idee klingt verlockend: Ein Parfum, das nicht nur gut riecht, sondern gleichzeitig die Ausstrahlung und Attraktivität positiv beeinflussen soll. In den sozialen Medien erlebt diese besondere Kategorie der Parfums seit einiger Zeit einen großen Hype.
Doch was genau ist ein Pheromonparfum? Und gibt es tatsächlich wissenschaftliche Belege für seine Wirkung?
Was sind Pheromone?
Pheromone sind chemische Botenstoffe, die bei vielen Tierarten eine wichtige Rolle bei der Kommunikation unter Artgenossen spielen. Sie können beispielsweise Signale für Fortpflanzung, Revierverhalten oder Gefahren übermitteln. Ameisen markieren mit Pheromonen beispielsweise ihre Wege zur Nahrungsquelle während viele Säugetiere mittels der Botenstoffe ihr Revier markieren oder ihre Paarungsbereitschaft signalisieren.
Wie funktionieren Pheromonparfums?
Pheromonparfums sollen die natürliche Ausstrahlung durch spezielle Inhaltsstoffe ergänzen, die körpereignenen Pheromonen nachempfunden sind. Die meisten Pheromonparfums enthalten entweder synthetisch hergestellte Duftstoffe, die natürlichen Pheromonen ähneln sollen, oder spezielle (oftmals tierische) Duftkompositionen, die mit Begriffen wie Androstenon, Androstadienon oder Estratetraenol beworben werden.
Zusätzlich nutzen die Hersteller hochwertige Duftnoten wie:
- Vanille
- Amber
- Jasmin
- Moschus
- Sandelholz
Diese Duftnoten gelten als besonders sinnlich, angenehm und allgemein verträglich.
Die vermutete Wirkung eines Pheromonparfums beruht daher auf mehreren Faktoren. Zum einen spielt der eigene Körpergeruch eine zentrale Rolle, da Parfums auf unterschiedlicher Haut anders riechen können. Zum anderen ist der psychologische Effekt groß: wer weiß, dass er gut riecht, ist selbstbewusster. Das gesteigerte Selbstbewusstsein kann wiederum Körpersprache, Auftreten und Ausstrahlung positiv beeinflussen, was bei anderen Menschen positiv wahrgenommen wird.
Gibt es beim Menschen wissenschaftliche Belege?
Beim Menschen ist die Rolle von Pheromonen deutlich weniger eindeutig. Zwar existieren Hinweise darauf, dass bestimmte Duftstoffe (über die Schweißdrüsen) unbewusst wahrgenommen werden können (daher stammt auch die Redewendung „sich riechen können“) - einen eindeutigen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Pheromone beim Menschen die Partnerwahl oder Anziehung direkt beeinflussen, gibt es bisher allerdings noch nicht.
Da Menschen ihren natürlichen Körpergeruch durch regelmäßige Körperpflege, Deodorants und Parfums stark verändern, ist die Wirkung des körpereigenen Geruchs auf zwischenmenschliche Beziehungen wesentlich schwieriger zu untersuchen.
Viele Experten gehen davon aus, dass mehrere Faktoren dabei zusammenspielen, wenn es um Attraktivität geht. Neben dem Duft beeinflussen unter anderem das Selbstbewusstsein, die Körpersprache, Stimmfarbe, Charme, Sympathie und persönliche, zwischenmenschliche Chemie unsere Wirkung auf andere Menschen.
Welche Pheromonparfums sind besonders beliebt?
Bei der Suche nach dem passenden Pheromonparfum kommt es auf die eigenen Vorlieben an. Beliebte Anbieter sind unter anderem die Internetseiten Pheromiya, Pure Instinct, Kazaar Fragrances, ÉPRIS, Pheromony und Amorelie. Aber auch bei Anbietern wie Douglas oder Großhändlern wie Amazon wird man schnell fündig. Letztendlich ist es wichtig, Duftkompositionen zu vergleichen und das Parfum zu wählen, nach dem man selbst gerne riechen möchte.
Pheromonparfums bleiben ein spannendes Thema zwischen Wissenschaft und moderner Duftkomposition. Auch wenn ein eindeutiger Nachweis für die versprochene Wirkung bislang fehlt, überzeugen viele Pheromonparfums dennoch durch hochwertige Duftkompositionen und eine lange Haltbarkeit.
Letztendlich entsteht Ausstrahlung nicht allein durch Parfum. Persönlichkeit, Selbstbewusstsein , Charisma und der individuelle Duft bilden gemeinsam eine Kombination, die oftmals den entscheidenden ersten Eindruck hinterlässt. Pheromonparfums können, so wie reguläre Parfums auch, auf einer Sinnesebene helfen, attraktiver zu wirken. Aber auch hier hängt es stark davon ab, ob das Gegenüber einen gut riechen kann, oder nicht.