Offline-Zeit
: Wie man den Herbst analog genießt

AnzeigeZwischen Tagebuch, Brettspielen, Büchern und der Analogkamera entsteht eine entschleunigte Jahreszeit, die ganz ohne Display auskommt – und gerade deshalb für Ruhe sorgt.
Von
Kendra
Stuttgart
Ein guter Herbstabend braucht nicht viel: ein Buch, eine Tasse Tee und Zeit für die Dinge, die sonst gerne beim Doomscrolling verschwinden.

Ein guter Herbstabend braucht nicht viel: ein Buch, eine Tasse Tee und Zeit für die Dinge, die sonst gerne beim Doomscrolling verschwinden.

Shutterstock/Pickel-Shot

Der Herbst hat ein Talent dafür, alte Gewohnheiten wieder attraktiv aussehen zu lassen. Wenn die Hitzewelle überstanden ist, kehrt wieder mehr Gemütlichkeit ein. Während draußen die Blätter fallen und es immer dunkler wird, wandern drinnen Bücher aus dem Regal, alte Brettspiele aus dem Schrank und Notizbücher auf den Tisch. Das Smartphone darf währenddessen ruhig liegen bleiben.

Ein Notizbuch gegen den Gedankenstau

Das Tagebuch erlebt im Herbst ein wahrhaftes Comeback. Und dafür braucht es kein perfekt geplantes Bullet-Journal. Ein einfaches Notizbuch reicht aus, um die Gedanken zu sammeln, den Tag festzuhalten, oder einfach fünf Minuten lang ungefiltert loszuschreiben. Der Herbst bringt ohnehin eine gewisse Nachdenklichkeit mit sich. Frühe Dunkelheit und ruhige Abende schaffen die perfekte Atmosphäre um ein bisschen Ordnung in das Gedankenchaos zu bringen.

Brettspiele statt Onlinegames

Auch der Spieleabend bekommt einen analogen Twist. Brettspiele, Kartenspiele und Puzzle verschwinden längst nicht mehr nur aus nostalgischen Gründen vom Dachboden. Der Reiz liegt im gemeinsamen Moment: Karten werden gemischt, Figuren über ein Spielfeld geschoben und Regeln diskutiert, die irgendjemand garantiert falsch verstanden hat. Dazu kommen Tee, heiße Schokolade und ein paar Kekse – und schon entsteht ein entschleunigter, gemütlicher Abend.

Bücher dürfen wieder herumliegen

Die gemütliche Jahreszeit lädt auch zum vermehrten lesen ein. Unter der Kuscheldecke eingewickelt mit einer Tasse Tee liest es sich einfach entspannter und achtsamer, als bei 40 Grad in der Dachgeschosswohnung. Am besten liest es sich im Herbst ganz zwanglos, ohne überambitioniertes Leseziel. Ein paar Seiten am Abend können reichen, um das Nervensystem runterzufahren und zu entspannen.

Fotos, die nicht sofort geteilt werden

Auch die analoge Fotografie passt erstaunlich gut in den Herbst. Nebel über Feldern, nasse Straßen, goldene Blätter oder beschlagene Fensterscheiben liefern Motive, wo man nur hinschaut. Der entscheidende Unterschied zur Smartphone-Kamera: Ein analoges Foto ist nicht beliebig. Der Film hat eine begrenzte Anzahl an Aufnahmen. Dadurch wird aus dem schnellen Schnappschuss eher eine bewusste Entscheidung. Und das Ergebnis gibt es nicht sofort. Zwischen Auslösen und Entwickeln liegt einige Zeit – etwas, das wir im digitalen Alltag schon fast nicht mehr kennen.

Vielleicht ist genau das das Ziel eines analogen Herbstes. Nicht alles muss schneller, effizienter oder sofort verfügbar sein. Ein Tagebucheintrag darf krakelig sein. Ein Foto darf unscharf werden. Beim Brettspiel darf eine Runde viel länger dauern als geplant. Ein Buch darf Eselsohren haben. Ein analoger Herbst hilft dabei, zu entschleunigen, achtsamer zu sein und mehr von der Welt um uns rum mitzubekommen. Ganz ohne den Druck, das alles direkt zu posten.