Sicher bei Gewitter
: Warum man im Auto vor Blitzen geschützt ist

Noch ist es warm, doch den sommerlichen Temperaturen dürften bald Gewitter folgen. Wenn es donnert und blitzt, ist man im Auto zwar sicher. Aber man sollte dennoch vorsichtig sein. Wir erklären, warum das so ist.
Von
Markus Brauer
München
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Die geschlossene Metallhülle des Autos leitet den elektrischen Strom des Blitzes außen um die Insassen herum und in den Boden ab. Nach Angaben des ADAC gilt dies für herkömmliche Verbrenner und E-Autos gleichermaßen.

Die geschlossene Metallhülle des Autos leitet den elektrischen Strom des Blitzes außen um die Insassen herum und in den Boden ab. Nach Angaben des ADAC gilt dies für herkömmliche Verbrenner und E-Autos gleichermaßen.

Imago/Christian Grube
  • Im Auto ist man bei Gewitter sicher – die Metallkarosserie wirkt als Faradayscher Käfig.
  • Laut ADAC und VDE leitet die Hülle den Blitz außen vorbei in den Boden, Gummireifen schützen nicht.
  • Cabrio mit geschlossenem Verdeck bietet meist Schutz, Wohnwagen aus GFK jedoch nicht.
  • Nach Einschlag keine Metallteile berühren; Innenraum ist meist verkleidet und Verlassen möglich.
  • Häufiger Problemfall ist Starkregen: langsam fahren, bei Aquaplaning Gas weg und gerade halten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vom Blitz erschlagen werden? Das kann einem im Auto nicht passieren, es ist im Gewitter wie ein Schutzraum für die Insassen. Laut dem ADAC Hessen-Thüringen schlägt ohnehin selten ein Blitz ins Auto ein - und falls doch, ist die Karosserie ein „Faradayscher Käfig“. Die äußere metallene Hülle des Autos leitet den Blitzstrom zur Erde ab, erklärt der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) den physikalischen Effekt.

Was bietet Schutz und was nicht?

Ob Elektroauto oder Verbrenner: Das Prinzip „Faradayscher Käfig“ gilt laut VDE unabhängig davon. Entscheidend ist vielmehr, dass die Karosserie aus Metall ist. Cabriolets haben laut dem ADAC Hessen-Thüringen in der Regel im Verdeck Stangen aus Metall, die einen Einschlag ableiten, dieses sollte natürlich geschlossen sein.

Keinen Schutz bieten dagegen Wohnwagen mit einer Hülle hauptsächlich aus glasfaserverstärktem Kunststoff. In Wohnmobilen ist die Fahrerkabine bei Blitzeinschlag geschützt.

Entgegen einem oft gehörtem Irrglauben schützen nicht die Gummireifen vor dem Blitz, sondern ausschließlich das Metall der Karosserie.

Entgegen einem oft gehörtem Irrglauben schützen nicht die Gummireifen vor dem Blitz, sondern ausschließlich das Metall der Karosserie.

Imago/Frank Sorge

Der ADAC rät allerdings, nach einem Blitzeinschlag ins Auto keine Metallteile zu berühren, die mit der Karosserie in Verbindung stehen. Da moderne Autos aber im Innenraum normalerweise mit Kunststoff verkleidet sind, kann man das Fahrzeug problemlos verlassen.

Was nach Angaben des VDE möglich ist: dass ein Blitzeinschlag die Reifen und die Fahrzeugelektronik beschädigt. Wenn der Wagen aber anspringe, die Elektronik funktioniere und keine Warnleuchte aufblinke, könne man davon ausgehen, dass alles in Ordnung sei.

Was tun bei Aquaplaning?

Das weitaus häufigere Problem: Donner und Blitz kommen selten allein. Meist hat ein Sommergewitter noch Wind und kräftigen Regen im Gepäck. Gibt es Spurrillen auf der Strecke, kann sich darin schlecht ablaufendes Wasser sammeln. Dann schwimmen die Reifen beim Aquaplaning auf. Bei starkem Regen sollte man daher parallel zu den Rillen fahren, heißt es vom ADAC Hessen-Thüringen.

Ohnehin ist konzentriertes und langsames Fahren erste Regel im Unwetter, doch wer ins Schlingern gerät, sollte ganz vom Gas gehen, die Kupplung treten und das Lenkrad möglichst gerade halten. Bei Automatik-Fahrzeugen nicht die Fahrstufe wechseln und den Fuß behutsam vom Gas nehmen, um eine Motorbremse zu vermeiden.

Gibt es Spurrillen auf der Strecke, kann sich darin schlecht ablaufendes Wasser sammeln. Dann schwimmen die Reifen beim Aquaplaning auf. Bei starkem Regen sollte man daher parallel zu den Rillen fahren

Gibt es Spurrillen auf der Strecke, kann sich darin schlecht ablaufendes Wasser sammeln. Dann schwimmen die Reifen beim Aquaplaning auf. Bei starkem Regen sollte man daher parallel zu den Rillen fahren

Imago/HEN-FOTO

Keine Spritztour machen

Ist die Fahrbahn überschwemmt, fahren Sie nicht mit Schwung durch tiefes Wasser. Wenn nämlich Spritzwasser in den Ansaugbereich des Motors gelangt, droht möglicherweise ein Motorschaden. Als Faustregel fürs Durchfahren gilt: Das Wasser sollte höchstens bis zur Unterkante der Stoßfänger reichen.

Auch wenn ein Sturm aufzieht, sollten Sie die Geschwindigkeit reduzieren, denn wer langsamer unterwegs ist, kann besser gegenlenken. Achtung: Besonders kann es auf Brücken von der Seite winden, oder nach dem Überholen großer Fahrzeuge. Bei Sturm können außerdem umgestürzte Bäume oder Äste auf der Straße liegen. Grundsätzlich die sicherste Variante: bei drohendem Unwetter die Fahrt lieber verschieben. (mit dpa-Agenturmaterial)