Soziale Medien: Social Media Sucht - Symptome, Folgen & Bekämpfung

Welche Anzeichen gibt es für Social Media Sucht? Welche Folgen hat sie und wie kann man die Sucht nach den Sozialen Medien bekämpfen?
Cavan Images / imago-images.comInhaltsverzeichnis:
Soziale Medien machen es uns leichter als je zuvor, Inhalte mit der Welt zu teilen, uns zu vernetzen und miteinander zu interagieren. Eigentlich eine tolle Sache, wenn da nicht das Geschäft hinter Social Media wäre. Ziel der Unternehmen ist es, uns möglichst lange auf den Plattformen zu halten, um für Werbepartner attraktiv zu bleiben. Das Ergebnis sind Bestätigungen, Signalfarben und viele andere positive Designelemente, die uns süchtig machen sollen. Wir wollen weiterscrollen und weiterlesen. Menschen mit einer besonders anfälligen Persönlichkeit können dadurch eine Social-Media-Sucht entwickeln.
Studien zu dem noch neuen Thema „Social Media Sucht“ gibt es wenige. Untersuchungen der DAK geben erste Erkenntnisse über das Social Media Verhalten bei Teenagern. Mädchen verbringen – mit knapp über 3 Stunden täglich – deutlich mehr Zeit auf sozialen Netzwerken als Jungen mit 2,5 Stunden. Alarmierend sei bei den Untersuchungen ein Zusammenhang zwischen Social Media Sucht und Depressionen.
Anzeichen der Social Media Sucht
Social Media Sucht ist ein noch sehr junges Problem und somit gibt es wenig Erfahrungen im Bereich der Diagnose. Der Social Media Disorder Scale soll zwar bei der Diagnose helfen, jedoch basiert dieser auf 9 Fragen, die teilweise sehr allgemein gehalten sind. Im Grunde steht bei dem Verdacht einer Abhängigkeit die Frage im Vordergrund, ob die allgemeine Lebensqualität beeinträchtigt wird. Folgende Punkte können bei der Selbsteinschätzung helfen:
Auch interessant: Leben ohne Smartphone - Was sich ohne Handy verändert
Folgen der Social Media Abhängigkeit
Das größte Problem bei sozialen Medien ist das hohe Angebot an ansprechenden Inhalten. Schöne Bilder mit angenehmen Filtern und kurzen und gefälligen Texten zeigen das Beste aus dem Leben anderer Menschen. Auch die Inhalte, die wir ausgespielt bekommen, sind vom Algorithmus sorgfältig ausgewählte Beiträge, die eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, von uns gemocht zu werden. So kann Social Media schnell zur willkommenen Ablenkung werden, um problematischen Themen aus dem Weg zu gehen. Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl sind anfällig in die heile Welt von Social Media zu flüchten. Wer postet, bekommt Aufmerksamkeit und Bestätigung durch Likes und Kommentare. Dabei kann schnell der Druck entstehen, regelmäßig Beiträge zu posten, um mehr Aufmerksamkeit und Bestätigung zu bekommen. Bleiben Likes und Bestätigung allerdings mal aus, folgen depressive Verstimmungen.
Druck entsteht auf mehreren Ebenen
In der britischen Studie „#StatusOfMind“ von der Royal Society for Public Health gaben 4 von 5 Studienteilnehmern an, bei starkem Social Media Konsum Ängste zu entwickeln. Außerdem tendieren Kinder und Jugendliche mit einer täglichen Nutzungsdauer von über 2 Stunden zu einer schlechteren psychischen Verfassung (Symptome von Angst und Depressionen).
Die Untersuchungen legen nahe, dass zum einen der unbewusste Vergleich mit den überwiegend positiven Inhalten Unzufriedenheit über das eigene Leben auslöst und zum anderen die sogenannte „Fear of missing out“ (die zwanghafte Sorge Erfahrungen zu verpassen) getriggert werden kann.
Lese-Tipp: Leben ohne Fernseher - Was durch den Verzicht passiert
Bekämpfung – Das hilft gegen Social Media Sucht
Wer sich oder Bekannte in vielen der oben genannten Fragen wiederfindet, der sollte seinen Social Media Konsum zumindest für sich selber hinterfragen oder Bekannte ansprechen. Wichtige Schritte für die Bekämpfung einer Social-Media-Sucht sind:
Fazit – Darüber sprechen und reflektieren
Wenn das Social Media Verhalten andere Lebensbereiche stark beeinflusst, sollte der Konsum eingeschränkt werden. Rückmeldungen und Meinungen von Freunden oder Familie bringt ein besseres Verständnis für das eigene Verhalten mit den Sozialen Medien. Wer das Gefühl hat, dass ihm Social Media nicht guttue, der muss sich nicht gleich komplett abmelden und Facebook und Instagram deinstallieren. Das eigene Nutzungsverhalten sollte beobachtet und klare Grenzen für die Bildschirmzeit aufgestellt werden.
