Jüdischer Feiertag
: Sukkot 2024 – Bedeutung des Laubhüttenfests

Jedes Jahr am Sukkot erinnern sich Juden und Jüdinnen in aller Welt an die Flucht ihrer Vorfahren aus Ägypten. Wir erklären die Bedeutung und die Bräuche zum sogenannten Laubhüttenfest.
Von
Katrin Klingschat
Stuttgart
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Die "vier Arten" spielen eine wichtige Rolle zu Sukkot.

tomertu/Shutterstock

Sukkot-Termine: Wann ist das Laubhüttenfest?

Das Laubhüttenfest Sukkot wird jedes Jahr im Herbst gefeiert. Sein exaktes Datum orientiert sich am jüdischen Mondkalender, der auf den Phasen des Mondes basiert. Sukkot beginnt immer am 15. Tischri, dem ersten Monat des jüdischen Jahres, und dauert bis zum 21. Tischri. Die entsprechenden Daten im gregorianischen Kalender sind wie folgt:

  • 2024: Vom Abend des 16. Oktober bis zum Abend des 23. Oktober
  • 2025: Vom Abend des 6. Oktober bis zum Abend des 13. Oktober
  • 2026: Vom Abend des 25. September bis zum Abend des 2. Oktober
  • Im jüdischen Kalender endet und beginnt ein Tag stets mit dem Sonnenuntergang. So markiert beispielsweise der Sonnenuntergang am 16. Oktober 2024 das Ende des 14. Tischri im Jahr 5785 und den Beginn des 15. Tischri – und damit den Start des Sukkot-Festes.

    Die Bedeutung des Laubhüttenfestes

    Das Laubhüttenfest, Sukkot, sind Feiertage, die mit viel Vorbereitung verbunden sind, insbesondere durch den Bau der Laubhütten, die dem Fest seinen Namen verleihen. Sukkot dauert sieben Tage und hat sowohl religiöse als auch kulturelle Bedeutung: Es erinnert an die Flucht der Vorfahren aus Ägypten und dient gleichzeitig als Erntedankfest.

    Die persönliche Bedeutung von Sukkot variiert von Mensch zu Mensch, doch für viele steht die gemeinsame Zeit mit der Familie und das gemeinsame Essen im Mittelpunkt. Die Laubhütten schaffen dabei eine einzigartige Atmosphäre, die die ursprüngliche Bedeutung des Festes immer wieder lebendig werden lässt.

    Bräuche an Sukkot

    Der zentrale Brauch zu Sukkot ist der Bau der Laubhütten, die dem Fest seinen Namen geben. Traditionell werden hierfür Palmenzweige und -blätter gesammelt, oft aber auch Äste und Laub anderer Bäume, je nach Region. Der Bau der Hütte ist ein gemeinschaftliches Erlebnis: Kinder, Eltern, Großeltern und Freunde packen zusammen an. In konservativen Gemeinschaften gibt es oft getrennte Hütten für Männer und Frauen. Die Laubhütten, auf Hebräisch Sukka (סֻכָּה), symbolisieren die einfachen Behausungen der Israeliten während ihres Auszugs aus Ägypten.

    Heute werden die Hütten dort errichtet, wo Platz ist – auf Balkonen, in Gärten, Höfen oder sogar auf Parkplätzen. Besonders wichtig ist, dass das Dach aus Zweigen besteht, um an die ursprünglichen Hütten zu erinnern. Für die Wände werden heute oft Stoffe oder Planen verwendet. Eine Sukka muss immer unter freiem Himmel stehen. Der Tradition nach lebt, isst und schläft man während des siebentägigen Festes in der Hütte – besonders religiöse Juden halten diese Praxis auch heute noch aufrecht.

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    Stuttgarter Zeitung

    Am Vorabend bzw. ersten Abend von Sukkot und an jedem weiteren Abend zünden die Mädchen und Frauen der Familie zwei Lichter in der Laubhütte an. Danach versammelt sich die Familie, um gemeinsam eine reife Frucht zu essen und den Dankessegen für die Ernte zu sprechen.

    Ein weiterer wichtiger Brauch zu Sukkot ist das Binden eines Feststraußes, der aus den sogenannten „vier Arten“ besteht:

  • Etrog – eine wohlriechende Zitrusfrucht mit gutem Geschmack, die Menschen symbolisiert, die sowohl die Tora studieren als auch gute Taten vollbringen.
  • Lulav – ein Zweig der Dattelpalme, die zwar schmackhafte Früchte trägt, aber keinen Duft hat. Er steht für Menschen, die die Tora studieren, aber weniger durch gute Taten auffallen.
  • Hadassim – Myrtenzweige, die gut duften, aber nicht essbar sind. Sie repräsentieren Menschen, die viele gute Taten vollbringen, aber weniger Zeit mit dem Studium der Tora verbringen.
  • Arawot – Weidenzweige, die weder duften noch essbar sind. Sie symbolisieren diejenigen, die weder die Tora studieren noch durch gute Taten hervorstechen.
  • Diese „vier Arten“ stehen für die Einheit aller Juden und Jüdinnen und basieren auf einem Vers aus dem 3. Buch Moses (23,40). Der Feststrauß, der während des gesamten Sukkot-Festes, außer am Schabbat, in einer speziellen Zeremonie geschwenkt wird, verdeutlicht, dass Sukkot ein Fest der Gemeinschaft ist und alle einbezieht.

    Traditionelles Essen zu Sukkot

    Da Sukkot auch ein Erntefest ist, spielen frisches Obst und Gemüse während der Festtage eine zentrale Rolle auf dem Speiseplan. Dies passt perfekt zu dem Brauch, Kerzen zu entzünden und reife Früchte zu essen. Gefüllte Gerichte sind ebenfalls beliebt, da sie die Fülle und Feierlichkeit von Sukkot symbolisieren.

    Es gibt keine spezifischen Gerichte, die traditionell zu Sukkot serviert werden. Viel wichtiger ist es für viele Familien, die Mahlzeiten in der Sukka, der Laubhütte, einzunehmen, um die besondere Atmosphäre des Festes zu genießen.

    Wie an anderen jüdischen Feiertagen beginnt das Essen oft mit dem Kiddusch, dem Segensspruch über einen Becher Wein.