Tipps für den Sommer
: Grillen, aber sicher! So funktioniert es

Zu Hause ein Steak auf den Grill zu werfen, gehört zu den klassischen Sommerfreuden. Es ist allerdings nicht immer erlaubt - und auch nicht zu oft. Was Mieter, Eigentümer und Nachbarn wissen sollten.
Von
Markus Brauer
Hannover
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Ein Feuerwehrmann zeigt Stichflammen durch Brandbeschleuniger am Grill. Die Feuerwehr Köln demonstriert Gefahren beim Grillen, da es jährlich mehrere Tausend Grillunfälle in Deutschland zu beklagen gibt.

Ein Feuerwehrmann zeigt Stichflammen durch Brandbeschleuniger am Grill. Die Feuerwehr Köln demonstriert Gefahren beim Grillen, da es jährlich mehrere Tausend Grillunfälle in Deutschland zu beklagen gibt.

Imago/Panama Pictures
  • Grillen zu Hause ist beliebt, doch Nachbarn dürfen nicht durch Lärm oder Rauch gestört werden.
  • Im Garten gilt Abstand zu Grenze, Hecken und Sträuchern, nach 22 Uhr besser nicht mehr grillen.
  • Auf Balkonen sind Gas- oder Elektrogrills empfohlen, Mietverträge können Grillen verbieten.
  • Jährlich passieren rund 4000 Grillunfälle – häufig durch Alkohol und Brandbeschleuniger.
  • Sicherheitstipps: nur draußen, kippsicher, keine Flüssiganzünder, Kinder fernhalten, 112 bei Notfällen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Würstchen vom Grill, dazu Kartoffelsalat und ein kühles Getränk: Das macht den Sommerabend perfekt. Allerdings nur, solange es die Nachbarn nicht stört. Und: Beim Grillen kommt es immer wieder zu schwerwiegenden Verletzungen. Experten erklären, worauf Grillfreudige im eigenen Garten und auf dem Balkon achten sollten. Zudem müssen, damit der Grillabend nicht in einem Unglück endet, einige Regeln beachtet werden.

Grillen im Garten: Darauf ist zu achten

Liegt das Haus abgeschieden oder ist es ein Reihenhaus zwischen anderen? Je näher andere Menschen leben, desto mehr gibt es zu beachten.

Damit keinen Streit gibt und auch nicht gefährlich wird, rät Sven Walentowski vom Deutschen Anwaltverein (DAV), den Grill nicht direkt an der Grundstücksgrenze oder nahe an Hecken und Sträuchern aufzustellen. Zudem gelten Lärmschutz und Ruhezeiten: Nach 22 Uhr bleibt der Grill besser aus, sonst könnte es ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geben.

Fleischspieße, Bratwürste und Steaks liegen auf dem Rost eines Gasgrills.

Fleischspieße, Bratwürste und Steaks liegen auf dem Rost eines Gasgrills.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Grillen auf dem Balkon: Darauf ist zu achten

Grundsätzlich darf man auch auf dem Balkon grillen. Nachbarn dürfen durch Lärm oder Rauch allerdings nicht belästigt werden. Aber Achtung! Manchmal verbietet auch ein Mietvertrag ausdrücklich das Grillen auf dem Balkon. Hält man sich daran nicht, kann man laut dem DAV abgemahnt oder sogar gekündigt werden.

Sicherheit wird auf einem Balkon noch einmal größer geschrieben als im Garten: Rauchschwaden sollten nicht in benachbarte Wohnungen ziehen, Funken dürfen schon gar nicht überspringen. Grillfreunde sollten auf dem Balkon lieber Gas- oder Elektrogrills nutzen, empfiehlt der Eigentümerverband Haus und Grund Bremen auf seiner Webseite. Holzkohlegrills seien oft problematisch und auch brandschutztechnisch nicht unbedingt zulässig.

So bitte nicht! Ein Mann sitzt im Park  vor einem rauchenden Grill.

So bitte nicht! Ein Mann sitzt im Park vor einem rauchenden Grill.

Fabian Strauch/dpa

Wie oft darf man grillen?

Die Gerichte sind sich uneinig darüber, wie oft gegrillt werden darf. Im eigenen Garten und mit viel Abstand zu den Nachbarn ergeben sich in der Praxis wahrscheinlich weniger Konflikte als im Mehrfamilienhaus auf dem Balkon, gibt Sven Walentowski zu bedenken. Grenzen gibt es aber immer.

Rücksichtnahme ist das A und O, heißt es von Haus und Grund Bremen. Wer rücksichtsvoll ist, offen mit den anderen redet und ein bisschen Fingerspitzengefühl zeigt, vermeidet Konflikte und kann das Barbecue ohne Ärger genießen. Ein Tipp: Informieren Sie die Nachbarn nicht nur vorher, sondern laden Sie sie einfach auch mal zum Grillabend mit ein.

Enormes Risiko für Verletzungen

Grillevents sind auch immer mit Risiken verbunden. In Deutschland kommt es jedes Jahr zu rund 4000 Grillunfällen mit Brandverletzungen. Viele Fälle können in der Hausarztpraxis behandelt werden. Doch einige Verletzungen sind so schwer, dass die Betroffenen in spezialisierten Zentren therapiert werden müssen und unter lebenslangen Folgen leiden.

Bei Grillunfällen sind häufig Gesicht, Hände und Unterarme betroffen. „Verbrennungen können dauerhafte Narben hinterlassen, die sowohl die Beweglichkeit einschränken als auch das äußere Erscheinungsbild beeinträchtigen“, erklärt Anieto Enechukwu, leitender Oberarzt des Schwerbrandverletztenzentrums Niedersachsen an der Klinik für Plastische Ästhetische Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Bei tiefen Brandwunden seien oft mehrere Operationen und Hauttransplantationen notwendig.

Leichtsinn mit schwerwiegenden Folgen

„Ein häufiger Grund für Grillunfälle ist die Kombination aus Alkoholgenuss und Leichtsinn“, erklärt Enechukwu. Dann werden grundlegende Regeln missachtet.

Der Mediziner beschreibt typische Situationen:

  • Mit einem brennenden Grill wird an einen anderen Standort „umgezogen“. Dabei stolpert jemand und fällt in die glühenden Kohlen.
  • Eine weitere Ursache ist die Verwendung von flüssigen Brandbeschleunigern wie Spiritus oder Benzin. „Dadurch kann es zu einer Verpuffung und meterhohen Stichflammen kommen, die nicht nur die Haut, sondern auch die Augen schädigen können“, warnt Enechukwu.
  • Kinder haben in unmittelbarer Nähe eines offenen Grills nichts zu suchen.

    Kinder haben in unmittelbarer Nähe eines offenen Grills nichts zu suchen.

    Imago/Pond5 Images

Beim Grillen folgende Regeln beachten

Wer bestimmte Verhaltensregeln einhält, kann das Risiko von Verbrennungsunfällen deutlich senken und den Grillabend genießen. Die Feuerwehr Hannover gibt unter anderem folgende Tipps:

  • Nur unter freiem Himmel mit nötigem Abstand zu brennbaren Materialien grillen.
  • Nicht im Wald oder am Waldrand grillen.
  • Den Grill kippsicher aufstellen.
  • Nur zugelassene Grillanzünder verwenden.
  • Niemals Benzin, Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeiten auf die Grillkohle schütten.
  • Grillfeuer nie unbeaufsichtigt lassen.
  • Kinder vom Feuer fernhalten.
  • Bei aufkommendem Wind und nach dem Grillen die Glut löschen.
  • Keine heiße Grillkohle in Mülltonnen, Komposthaufen oder auf Rasenflächen schütten.
  • Bei größeren Verletzungen oder bei Kindern notärztliche Hilfe unter der Telefonnummer 112 rufen.

    Bei größeren Verletzungen oder bei Kindern notärztliche Hilfe unter der Telefonnummer 112 rufen.

    Patrick Seeger/dpa

Erste-Hilfe-Maßnahmen beim Grillunfall

Kommt es trotz aller Vorsicht dennoch zu einem Grillunfall, rät Enechukwu zu folgenden Maßnahmen:

  • Kleine Verbrennungen unmittelbar nach dem Unfall mit kühlem Leitungswasser von 15 bis 20 Grad Celsius kühlen.
  • Bei größeren Verletzungen oder bei Kindern notärztliche Hilfe unter der Telefonnummer 112 rufen.
  • Auf eine ausgedehnte Kühlung sollte verzichtet werden, da diese zu einer Unterkühlung beitragen kann.
  • Brennende Kleidung löschen, zum Beispiel mit einer Decke oder nach dem Prinzip „Stop, Drop and Roll“: stehenbleiben, hinlegen und rollen.
  • Brandwunden steril abdecken, beispielsweise mit einem Verbandtuch aus einem Auto-Verbandkasten.
  • Brandblasen nicht selbst „behandeln“. Keine Hausmittel wie Mehl, Öl oder Salben auftragen.