Tipps und Tricks fürs Bahnfahren
: Wie Sie fast immer einen Sitzplatz bekommen – auch ohne Reservierung

Das Bahnfahren ist deutlich entspannter, wenn man einen Sitzplatz hat. Auch ohne Reservierung findet sich so gut wie immer ein freier Platz, wenn Sie folgende Tipps beachten.
Von
Philipp Johannßen
Stuttgart
Jetzt in der App anhören
  • Einen Sitzplatz im ICE findet bekommen Reisende fast immer, wenn sie folgende Tipps beachten.

    dpa/Julian Stratenschulte
  • Zunächst sollten Sie im Voraus über Bahn-App „DB Navigator“ schauen, wie stark der Zug ausgelastet ist. Am Wochenende und an Feiertagen ist das Reiseaufkommen besonders stark.

    dpa
  • In der App wird die Auslastung der Züge in vier Stufen, geringe, hohe, sehr hohe Auslastung und ausgebucht, angezeigt. Bei sehr hoher Auslastung wird die Platzsuche schon zum Glücksspiel, ist aber nicht unmöglich. Eine Reservierung kann einem aber das lange Suchen ersparen.

    Screenshot/Johannßen
  • Bei geringer und hoher Auslastung können Sie sich das Geld für eine Reservierung sparen. Es gibt reichlich freie Plätze. Man muss nur wissen, wo man sie findet.

    Screenshot/Johannßen
  • Sie sehen nach der Abfahrt unbesetzte Plätze, die aber reserviert sind? Das könnten schon bald Ihre sein, denn eine Reservierung gilt nur bis 15 Minuten nach Abfahrt des Zuges. Danach erlischt diese, bestätigt eine Bahnsprecherin auf Rückfrage.

    dpa
  • Wer eine Reservierung hat, sollte diese Plätze also zunächst auch in Anspruch nehmen, bevor man es sich im Bistro gemütlich macht, denn sonst schnappt sich noch jemand anderes diese.

    dpa
  • Die meisten Reisenden bleiben in der Nähe der Zugänge zum Bahnsteig stehen. Wer einen freien Platz ergattern will, sollte stattdessen einige Meter weiter gehen, wo weniger Menschen stehen. Je eher Sie im Zug sind, desto größer ist Ihre Chance auf einen Sitzplatz.

    dpa
  • Achten Sie auf die Wagenreihung. Diese wird immer auf der Anzeige am Bahnsteig angezeigt. So vermeiden Sie vor den Wägen der 1. Klasse zu stehen, wenn Sie ein 2. Klasse-Ticket haben und stehen schon bei der Einfahrt des Zuges richtig.

    dpa
  • Setzen Sie sich im Zweifel ins Bordbistro, auch wenn sie nichts Essen oder Trinken wollen. „Grundsätzlich besteht keine Verpflichtung, etwas vom Angebot der Bordgastronomie zu konsumieren“, erklärt die Bahn. Nur wenn zahlende Gäste einen Platz brauchen, sollte man Platz machen.

    MediaPortal DB Systel GmbH
  • Das Bordbistro oder Bordrestaurant befindet sich bei ICE, IC und EC meist zwischen 1. und 2. Klasse. Ganz in der Nähe befinden sich Plätze, die viele Reisende irrtümlicherweise frei lassen: ...

    AFP
  • Steht auf der Reservierungsanzeige „Reserviert für Bahn Comfort“, können Sie ganz entspannt Platz nehmen. Der Schaffner kontrolliert nicht, ob sie den Bahn-Comfort-Status haben. Und es ist mir auch noch nie passiert, dass ich von einem Comfort-Kunden gebeten wurde, den Platz freizugeben.

    Screenshot/bahn.de
  • Gleiches gilt auch für Sitzplätze, bei denen „Schwerbehindert“ auf der Reservierungsanzeige steht. Solange kein Mensch mit Schwerbehindertenausweis auftaucht, dürfen Sie hier sitzen.

    Lichtgut/Achim Zweygarth
  • In Familienabteilen findet sich auch immer wieder ein freier Platz, wenn der restliche Zug schon voll ist.

    AFP
  • Oft steht auf der Anzeige an den Sitzplätzen auch „Ggf. freigeben“. „Bei der Anzeige „Ggf. freigeben“ handelt es sich in der Regel um Plätze, die für die Express-Reservierung bis wenige Minuten vor Abfahrt des Zuges vorgehalten werden“, erklärt eine Bahnsprecherin. Diese Plätze bleiben meiner Erfahrung nach jedoch oft auch noch nach der Abfahrt frei und sind deshalb einen Versuch wert.

    AFP
  • Fahrräder können nicht nur im Regionalverkehr, sondern inzwischen auch in ICs, ECs und einigen ICEs mitgenommen werden. In den Waggons gibt es bei den Fahrradständern auch immer wieder freie Plätze.

    Archiv/dpa
  • Oft ist der Intercity die bessere Wahl. Die IC-Züge sind etwas langsamer als die ICEs, sind aber auch meist nicht so voll. Die Chancen auf freie Sitzplätze sind hier besser. Gleiches gilt für die Eurocity-Züge (EC).

    dpa
  • An ihrem Startbahnhof stehen die ICEs oft schon viele Minuten vor der eigentlichen Abfahrt. Wer rechtzeitig am Bahnsteig ist, hat die freie Auswahl.

    MediaPortal DB Systel GmbH
  • In Stuttgart starten beispielsweise viele ICE-Züge in Richtung Hamburg-Altona, Berlin-Gesundbrunnen und Dortmund.

    dpa
  • So guter letzte ein einfacher Tipp: Nehmen Sie in einem gut gefüllten Zug den ersten freien Platz, den Sie finden. Die Wahrscheinlichkeit, eine freie Zweier- oder Vierergruppe zu finden, dürfte gegen null tendieren.

    AP
  • In der Regel lassen sich mit diesen Tipps im ICE und anderen Fernzügen immer freie Sitzplätze finden. Eine Garantie darauf gibt es aber nicht – außer man zahlt dafür.

    dpa
1 / 20

Stuttgart - Wer sich das Geld für eine Sitzplatzreservierung bei der Deutschen Bahn sparen will, muss nicht zwangsläufig stehen oder auf dem Boden sitzen. Oft genug gibt es in den ICEs und ICs noch genügend freie Plätze – viele wissen es nur einfach nicht. Als Pendler nutze ich häufig die Schnellzüge und finde durch meine mehrjährige Erfahrung so gut wie immer noch einen freien Sitz, auch wenn die Züge voll zu sein scheinen. Mit meinen Tipps, sowie denen von der Deutschen Bahn, sollte das auch jeder andere können.

Reservierung bei langen Fahrten sinnvoll

Doch eins vorweg: Eine Reservierung ist für eine lange Zugfahrt, wie zum Beispiel von Stuttgart nach Hamburg oder Berlin dennoch ohne Frage die stressärmste Variante. Das gilt besonders für Fahrten am Wochenende oder an Feiertagen. Selbst wenn man zu Beginn der Fahrt freie Plätze gefunden haben sollte, könnten diese unterwegs noch durch Reservierungen belegt sein. Wer aber nur ein bis zwei Stationen fährt, kann sich die vier Euro Gebühr pro Fahrt und Person in den meisten Fällen getrost sparen.

Die Tipps und Tricks zum Bahnfahren habe ich in einer Bildergalerie zusammengestellt. Klicken Sie sich durch!