Toller Baustoff
: Alter Beton hält länger als neuer

Betonbauwerke aus der Römerzeit sind teilweise 2000 Jahre alt. Heutige Betonbauten halten dagegen oft nur wenige Jahrzehnte. Woher kommt dieser gewaltige Unterschied?
Von
Kinder-Chefreporter / lud
Stuttgart
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Ein Forscher untersucht uralte Betonbauten im Meerwasser.

J.P. Oleson/dpa

Stuttgart - Weißt Du, wie man Beton macht? Das Grundrezept ist einfach: Sand oder Kies, Zement und Wasser mischen, umrühren – fertig. Der größte Vorteil von Beton ist seine Vielseitigkeit: Als dickflüssiger Brei lässt er sich in nahezu jede Form gießen. So entstehen in kurzer Zeit Bodenplatten, Wände und Decken von Häusern, aber auch Straßenbeläge, Tunnel, Schiffskanäle und Brücken. Damit Brücken schwere Lastwagen oder Güterzüge sicher tragen, wird der Beton bei solchen Bauwerken zusätzlich mit Stahl verstärkt. Man spricht dann von Stahlbeton.

Doch so stabil Betonbauten auch wirken – sie halten nicht ewig. Die chemischen Stoffe, aus denen Beton besteht, verändern sich mit der Zeit. Zudem nagen Wind, Wetter und Luftschadstoffe an der Oberfläche. Die Lebensdauer von Häusern aus Beton schätzen Experten auf rund 80 Jahre, man findet aber auch Betongebäude, die mehr als 100 Jahre alt und trotzdem noch bewohnbar sind. Bei Autobahnbrücken gibt es dagegen oft schon nach wenigen Jahrzehnten Probleme, weil das Streusalz den Stahlbeton angreift. Sehr viel länger halten manche Betonbauten der alten Römer, die das Material ebenfalls schon kannten. Etliche Großbauwerke des Römischen Reichs wie das Pantheon und das Kolosseum in Rom wurden aus Beton gebaut. Doch während moderner Beton innerhalb weniger Jahrzehnte von Meerwasser stark angegriffen wird, sind einige römische Wellenbrecher, Hafenbefestigungen oder Schiffsanlegestellen rund 2000 Jahre alt – und trotzdem noch erstaunlich gut erhalten. Amerikanische Forscher führen das auf den Zement zurück, den die Römer benutzt haben.

Heute wird Zement aus zermahlenem Kalk und Ton produziert, die bei 1450 Grad gebrannt werden. Die Römer nahmen dagegen Kalk und Vulkanasche und setzten das Gemisch dem Meerwasser aus. So hergestellter Zement enthält relativ viel Aluminium. Beim Aushärten entsteht dadurch eine besonders stabile Kristallstruktur, sagen die Forscher. Sie hoffen, dass ihre Erkenntnisse dazu beitragen, dass auch moderne Betonbauten länger halten. Es müssen ja nicht gleich 2000 Jahre sein.