Unter 4.000 Dollar
: Warum fällt der Goldpreis? - Das steckt dahinter

Der Goldpreis ist am Donnerstag wieder deutlich unter die Marke von 4.000 US-Dollar gerutscht. Die Bewegung am Markt fällt klar aus und rückt das Edelmetall erneut in den Fokus der Anleger.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Goldbarren: ILLUSTRATION - Der Goldpreis liegt derzeit auf einem hohen Niveau. Weil sich die Entwicklung des Edelmetalls oft gegenläufig zu der von Wertpapieren verhält, empfehlen es Experten als Beimischung zur Geldanlage. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-mag - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++

Warum gibt der Goldpreis trotz Inflationshoffnung nach?

Frank Rumpenhorst/dpa-mag/dpa

Am Donnerstag notiert der Goldpreis zum Nachmittag bei rund 3.980 US-Dollar und damit etwa 5 Prozent niedriger als noch zum Beginn der Woche. Obwohl zuletzt schwächere US-Inflationsdaten veröffentlicht wurden, geriet Gold unter Druck, weil sich der Blick der Märkte stärker auf steigende Energiepreise, die Geldpolitik der US-Notenbank und die geopolitische Lage richtet.

Ölpreisrally belastet den Goldpreis

Ein zentraler Belastungsfaktor für den Goldpreis ist die anhaltende Ölpreisrally. Rohöl ist laut den vorliegenden Berichten bereits den vierten Handelstag in Folge gestiegen. Das schürt an den Finanzmärkten die Sorge, dass höhere Energiekosten die Inflation erneut anheizen könnten. Für Gold ist das ein Problem, weil mit solchen Erwartungen auch die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen in den USA sinkt.

Fed bleibt auf Vorsichtskurs

Zwar fielen die US-Erzeugerpreise für Juni schwächer aus als erwartet und gingen gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent zurück. Das wäre grundsätzlich ein Signal für nachlassenden Preisdruck und könnte der US-Notenbank mehr Spielraum für niedrigere Zinsen geben. Am Markt überwiegt derzeit jedoch die Einschätzung, dass steigende Ölpreise diesen Effekt überlagern. Vertreter der Fed betonten zudem, dass sie am Inflationsziel festhalten und bei anhaltendem Preisdruck handlungsbereit bleiben.

Geopolitik sorgt für neue Unsicherheit

Hauptpunkt ist erneut die verschärfte Lage im Nahen Osten. Die fortgesetzten Angriffe der USA auf iranische Ziele und die Spannungen rund um die Handelsschifffahrt und die Straße von Hormus treiben die Unsicherheit am Markt. Diese Entwicklung wirkt direkt auf den Ölpreis und indirekt auch auf die Inflationserwartungen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed vorsichtig bleibt und Zinssenkungen nicht so schnell kommen wie von Teilen des Marktes erhofft.

Dollar und Zinserwartungen im Fokus

Zusätzlichen Gegenwind bekam Gold durch den US-Dollar. Der Dollar-Index gewann leicht an Stärke. Ein festerer Dollar kann Gold für Anleger außerhalb des Dollarraums tendenziell weniger attraktiv machen. Gleichzeitig gilt Gold als zinsloser Vermögenswert, der vor allem dann profitiert, wenn die Aussicht auf niedrigere Zinsen steigt. Genau diese Erwartung wurden durch die Kombination aus Ölpreisanstieg, Inflationssorgen und vorsichtigen Signalen der Fed gedämpft.

Entscheidend bleibt der weitere Verlauf

Für die weitere Entwicklung des Goldpreises wird nun entscheidend sein, ob die Ölpreise weiter steigen und wie die US-Notenbank die Folgen für Inflation und Zinsen bewertet. Der Rückgang auf rund 3.980 US-Dollar zeigt, dass Anleger trotz schwächerer Preisdaten derzeit vor allem auf neue Inflationsrisiken und geopolitische Spannungen achten.