Village-People-Frontmann
: Victor Willis gestorben - Was war die Todesursache?

Victor Willis prägte mit „Y.M.C.A.“ eine ganze Disco-Ära – nun ist der Village-People-Frontmann kurz vor seinem 75. Geburtstag gestorben. Was über seine Todesursache bekannt ist und warum seine Musik bis heute nachwirkt.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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FIFA World Cup 2026 Official Draw: WASHINGTON, DC - DECEMBER 05: Victor Willis of the Village People performs during the FIFA World Cup 2026 Official Draw at John F. Kennedy Center for the Performing Arts on December 05, 2025 in Washington, DC.   Kevin Dietsch/Getty Images/AFP (Photo by Kevin Dietsch / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Frontmann einer Kultband und Disco-Ikone. Abschied von Victor Willis, der Stimme hinter „Y.M.C.A.“

KEVIN DIETSCH/AFP

Victor Willis, Frontmann und Leadsänger der Disco-Band Village People, ist tot. Der Musiker starb am Dienstag, dem 30. Juni 2026, im Alter von 74 Jahren. Einen Tag später wäre er 75 Jahre alt geworden.

Todesursache: „Kurze, aber aggressive Krankheit“

Als Todesursache wurde eine „kurze, aber aggressive Krankheit“ genannt. Weitere Einzelheiten zur genauen Erkrankung wurden nicht bekanntgegeben. Willis’ Ehefrau teilte den Tod in den Online-Netzwerken mit und bat die Öffentlichkeit um Privatsphäre in dieser Zeit des schweren Verlusts. Auch auf der offiziellen Facebook-Seite der Village People wurde der Tod des Bandleaders bestätigt.

Vom Gospelsänger zum Broadway-Darsteller

Willis wurde 1951 in Dallas, Texas, geboren. Der Sohn eines Baptistenpredigers schulte seine Stimme zunächst als Gospelsänger in der Gemeinde seines Vaters. Später absolvierte er eine Ausbildung in Schauspiel und Tanz und zog nach New York. Dort trat er unter anderem im Broadway-Musical „The Wiz“ auf.

Gründungsmitglied der Village People

1977 gehörte Willis zu den Gründungsmitgliedern der Village People. Die Band wurde von den französischen Musikproduzenten Jacques Morali und Henri Belolo zusammengestellt und entwickelte sich schnell zu einer der bekanntesten Formationen der Disco-Ära.

Charakteristisch waren die Auftritte der sechs Musiker in Kostümen archetypischer Macho-Figuren: Polizist, Soldat, Bauarbeiter, Rocker, Cowboy und Indianer. Willis trat meist als Polizist auf, zeitweise auch als Marineoffizier.

„Y.M.C.A.“ wurde sein größter Erfolg

Sein größter Erfolg war „Y.M.C.A.“. Willis war Leadsänger und Mitautor des Hits von 1978, der unmittelbar nach seiner Veröffentlichung weltweite Bekanntheit erlangte. Auch an weiteren Songs der Village People wie „Go West“ und „In The Navy“ war er beteiligt.

„Y.M.C.A.“ wurde zu einer Hymne der Schwulenbewegung und bekam später ein zweites öffentliches Leben, weil Donald Trump den Song regelmäßig bei politischen Auftritten verwendete. Willis ließ die Nutzung schließlich zu und erklärte, die Band sei keine politische Gruppe.

Ausstieg, Rechtsstreit und Rückkehr

1980 verließ Willis die Village People. In den folgenden Jahren führte er juristische Auseinandersetzungen um Urheberrechte an den von ihm geschriebenen Songs sowie um die Nutzung des Bandnamens.

Später kämpfte er mit Suchtproblemen und rechtlichen Schwierigkeiten; nach einer Festnahme im Jahr 2006 begab er sich in eine Entzugstherapie. 2017 kehrte er nach einer Einigung mit der Produktionsfirma Can’t Stop Productions zur Band zurück.

Letzte Auftritte vor seinem Tod

Noch im Januar 2025 trat Willis mit den Village People bei einer Veranstaltung vor der Amtseinführung von Donald Trump auf. Im Mai 2026 war die Band noch in Europa auf Tournee.

Sein musikalisches Vermächtnis bleibt

Victor Willis hinterlässt ein musikalisches Vermächtnis, das eng mit der Disco-Ära verbunden bleibt. Vor allem „Y.M.C.A.“ dürfte seinen Sänger und Mitautor noch lange überdauern.