Wanzen im Haus: Können sie Krankheiten übertragen?

Rotbeinige Baumwanze.
Tim Brakemeier/dpa-mag/dpaSobald die Temperaturen sinken, suchen viele Wanzen nach einem geschützten Winterquartier. Durch geöffnete Fenster, Türen oder kleine Spalten gelangen sie in Wohnungen und Häuser. Besonders häufig sind Stinkwanzen, Baumwanzen und gelegentlich Feuerwanzen anzutreffen.
Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) sind die meisten heimischen Wanzenarten völlig harmlos. Sie ernähren sich überwiegend von Pflanzensäften und haben kein Interesse am Menschen. Ihre Anwesenheit ist deshalb meist nur lästig.
Können Wanzen Krankheiten übertragen?
Bei den Wanzen, die sich im Herbst ins Haus verirren, besteht normalerweise kein Gesundheitsrisiko. Das Umweltbundesamt (UBA) bestätigt, dass beispielsweise Feuerwanzen und Grüne Stinkwanzen keine Krankheiten übertragen. Sie sind weder menschliche Parasiten noch greifen sie Menschen gezielt an.
Einige Arten sondern bei Bedrohung ein unangenehm riechendes Sekret ab. Dieses dient der Abwehr von Fressfeinden und ist kein Hinweis auf eine Infektionsgefahr. Trotzdem sollte man die Tiere möglichst nicht mit bloßen Händen anfassen oder zerdrücken.
Bettwanzen sind ein Sonderfall
Anders sieht es bei Bettwanzen aus. Diese kleinen, flachen Insekten ernähren sich von Blut und verstecken sich tagsüber beispielsweise in Matratzen, Bettgestellen oder Möbelritzen. Nachts suchen sie schlafende Menschen auf.
Ihre Stiche können Juckreiz, Rötungen und Quaddeln verursachen. Bei empfindlichen Personen sind auch allergische Reaktionen möglich. Durch starkes Kratzen können außerdem Hautentzündungen entstehen.
Trotzdem gibt das Umweltbundesamt Entwarnung: Bislang gibt es keinen Nachweis dafür, dass Bettwanzen Infektionskrankheiten auf Menschen übertragen. Ein Befall sollte dennoch ernst genommen werden, da sich die Tiere vermehren und nur schwer beseitigen lassen.
Was hilft gegen Wanzen in der Wohnung?
Einzelne Stink- oder Baumwanzen lassen sich unkompliziert entfernen. Am besten stülpt man ein Glas über das Tier, schiebt ein Stück Papier darunter und setzt es draußen wieder aus. Fliegengitter an Fenstern und abgedichtete Spalten können verhindern, dass weitere Wanzen eindringen. Von Insektensprays gegen harmlose Wanzen rät das Umweltbundesamt ab. Bei einem vermuteten Bettwanzenbefall ist dagegen professionelle Schädlingsbekämpfung sinnvoll.
