Angriff auf Russlands Lieferketten: Warum greift die Ukraine Wildberries-Lager in Russland an?

Warum die Ukraine Wildberries-Lager in Russland angreift: Die Drohnenattacken sollen offenbar Lieferketten und wirtschaftliche Infrastruktur schwächen.
TATYANA MAKEYEVA/afpIn der russischen Region Samara ist in der Nacht zum 2. August ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries von ukrainischen Drohnen getroffen worden. Nach Angaben des Regionalgouverneurs und des Unternehmens brach ein Feuer aus, Verletzte wurden nicht gemeldet.
Das Lager in Nowosemeikino liegt rund 800 Kilometer von den am weitesten vorgeschobenen ukrainischen Militärpositionen entfernt. Parallel meldeten russische Behörden Angriffe auf weitere Ziele, darunter eine Raffinerie in Saratow und Einrichtungen nahe des Militärflugplatzes Engels.
Wildberries als Teil der wirtschaftlichen Infrastruktur
Wildberries ist der größte Onlinehändler Russlands und wird häufig als russisches Gegenstück zu Amazon bezeichnet. Seine Lager- und Verteilzentren sind zentral für den Warenverkehr im Land. Nach Reuters greift die Ukraine zunehmend wirtschaftliche und energiebezogene Ziele im russischen Hinterland an, um Moskaus Fähigkeit zur Fortführung des Krieges zu beeinträchtigen.
Die Angriffe auf Wildberries dürften daher vor allem der Störung von Lieferketten und wirtschaftlichen Abläufen dienen. Seit dem 18. Juli sind laut Reuters etwa ein Dutzend Standorte des Unternehmens angegriffen worden.
Hohe Schäden werden berichtet

Drohnenangriffe auf Wildberries: Kiew nimmt russische Wirtschaft ins Visier.
Uncredited/AP/dpaLaut „Kyiv Post“ soll es in den vergangenen zwei Wochen mindestens 18 Angriffe auf die Lieferketteninfrastruktur von Wildberries gegeben haben. Demnach könnten rund eine Million Quadratmeter Lagerfläche beschädigt oder zerstört worden sein. Diese Angaben sind unabhängig nicht abschließend überprüfbar. Wildberries soll auf die Schäden mit Preissteigerungen von zehn bis 30 Prozent reagiert haben. Das unterstreicht, dass die Folgen der Angriffe nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch Verbraucherinnen und Verbraucher in Russland treffen.
