Habit & Nonnenschleier: Warum tragen Nonnen Kopftücher?

Erfahren Sie, was hinter dem Nonnenschleier steckt und warum Nonnen ihn tragen. Die Gründe im Überblick.
Dziewul / Shutterstock.comAngehörige von Ordensgemeinschaften in der katholischen Kirche tragen nicht selten einen sogenannten Habit. Die Tracht soll zum einen die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft betonen und die Individualität zurücknehmen. Sie zeigt nach außen zudem, dass man durch das abgelegte Gelübde ein gottgeweihtes, einfaches Leben im Zölibat führt. Auch wenn sich die Trachten von Nonnen je nach Orden bzw. Kloster unterscheiden, gehören der Schleier und die Haube in der Regel zum traditionellen Habit dazu. Bekanntestes Beispiel ist die Tracht der Benediktinerinnen, die als älteste Gemeinschaft von Ordensfrauen in der Kirche gelten. Sie tragen das bekannte schwarze Gewand mit schwarzem Schleier über einer weißen Haube, welche das Haar komplett verdeckt.
Warum tragen Nonnen Kopftücher?
Das Bedecken der Haare bei Frauen hat im Christentum eine lange Tradition. Früher sollte der Schleier bzw. das Bedecken der Haare zeigen, dass über der Frau noch jemand steht und zwar Gott oder der Ehemann (1). Übrig geblieben von dem Brauch ist heute nur noch der Brautschleier. Auch die Begegnung mit Gott selbst spielt eine Rolle. So sollen Frauen mit bedeckten Haaren beim Beten Demut zeigen (2). Zudem rückt der Schleier bei Nonnen die Individualität in den Hintergrund, wodurch deutlicher wird, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind. Hinzu kommt auch, dass der Schleier bzw. die Haube ein Zeichen von Bescheidenheit ist, was im Gelübde von Nonnen durch das Bekenntnis zur Armut und des einfachen Lebens fest verankert ist.
